Terrorverdacht

Haftbefehl gegen Verdächtigen - Keine Beweise für Anschlag

Drei Sprengsätze explodierten am Dienstagabend am BVB-Mannschaftsbus.

Foto: Ina Fassbender / dpa

Drei Sprengsätze explodierten am Dienstagabend am BVB-Mannschaftsbus. Foto: Ina Fassbender / dpa

Karlsruhe.  Nach dem Anschlag auf den BVB hat sich Verdacht gegen zwei Islamisten nicht erhärtet. Trotzdem wurde gegen einen von ihnen Haftbefehl erlassen.

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Gegen einen nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund festgenommenen Iraker ist Haftbefehl erlassen worden - wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), nicht wegen des Anschlags selbst. Der 26-Jährige war im Zuge der Dortmunder Ermittlungen in den Fokus gerückt. Der mutmaßliche IS-Kämpfer soll im Irak eine Einheit angeführt haben, die Entführungen, Verschleppungen, Erpressungen und auch Tötungen vorbereitet haben soll.

Nach dem Dortmunder Anschlag waren die Wohnungen des 26-Jährigen und eines weiteren Verdächtigen durchsucht worden. Bei beiden gab es der Behördensprecherin zufolge Anhaltspunkte, dass sie etwas damit zu tun haben könnten. Eine Beteiligung konnte dem 26-Jährigen aber nicht nachgewiesen werden. Bei dem zweiten Mann habe sich der Verdacht nicht erhärtet, sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft.

Verdacht gegen Mann aus Fröndenberg nicht erhärtet

Der zweite Mann, der im Visier der Ermittler war, steht inzwischen nicht mehr unter Verdacht. "Der Tatverdacht hat sich nicht erhärtet", sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft am Donnerstag. Es gebe keine Hinweise, dass der Mann in die Tat verwickelt sei.

Am Mittwoch war auch die Wohnung des 28-jährigen Deutschen in Fröndenberg durchsucht worden.

Sprengsätze mit Metallstiften versehen

Bei dem Anschlag auf den Mannschaftsbus waren am Dienstagabend drei Sprengsätze mit Metallstiften nahe dem Mannschaftsbus von Borussia Dortmund detoniert. Der spanische BVB-Verteidiger Marc Bartra und ein Polizist wurden verletzt. Das Team war auf den Weg zum Champions-League-Heimspiel gegen den AS Monaco, das dann am Mittwochabend nachgeholt wurde. Die von der Tat noch sichtlich geschockten Dortmunder verloren 2:3.

Rund um das Spiel blieb es am Mittwochabend nach Polizeiangaben vergleichsweise ruhig. Hunderte Beamte sorgten für Sicherheit. Für kurze Aufregung sorgten zwei Rucksäcke und ein Roller. Spezialisten gaben aber rasch Entwarnung.

Generalbundesanwalt vermutet terroristischen Hintergrund

Die Polizei hatte am Anschlagsort drei gleichlautende Bekennerschreiben mit islamistischem Inhalt gefunden. Sicherheitskreise sprachen von einem für Islamisten eher untypischen Vorgehen. So gebe es auf dem Schreiben keinerlei IS-Symbole wie etwa die typische Fahne.

Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe vermutet einen terroristischen Hintergrund. Unklar ist aber, von welcher Seite. Die Polizei schloss einen islamistischen Hintergrund genauso wenig aus wie gewaltbereite Fußballfans, Rechtsextreme oder Erpresser.(dpa/rtr)

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