Umleitung in der Bolmke

Gesperrter Weg wird zum Dauerzustand

Ein Teil des Weges am Südrand der Emscher durch die Bolmke bleibt weiterhin gesperrt.

Foto: Corinna Schultz

Ein Teil des Weges am Südrand der Emscher durch die Bolmke bleibt weiterhin gesperrt. Foto: Corinna Schultz

Dortmund.  Seit mehr als zwei Jahren müssen Spaziergänger in der Bolmke Umwege in Kauf nehmen. Und das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben. Den vor der geplanten Sanierung des Weges am Südufer der Emscher müssen noch einige Hindernisse überwunden werden.

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Der Auslöser der Sperrung liegt sogar schon mehr als vier Jahre zurück. Im Januar 2013 hatte die Bezirksvertretung Hombruch beschlossen, den Weg aus ihren Haushaltsmitteln sanieren zu lassen. Die Verwaltung nahm daraufhin die Planung in Angriff. Der Restasphalt sollte entfernt werden, der Weg mit wasserdurchlässigem Dolomitsand neu gestaltet werden. Zugleich sollte der Weg etwas nach Süden verlegt werden, damit er nicht mehr so nah an der Böschung zur Emscher liegt.

Das Problem: Wer in den Boden eingreift, muss zuvor klären, ob möglicherweise noch Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Untergrund schlummern. Deshalb gab die Stadt beim Kampfmittelbeseitigungsdienste die übliche Auswertung von Luftbildern aus der Kriegszeit in Auftrag. Zehn Verdachtspunkte machten die Experten im Dienst der Bezirksregierung aus. Damit nicht genug machte die Bergbehörde der Bezirksregierung aber auch auf Relikte des hier früher üblichen oberflächennahen Bergbaus wie Lichtlöcher, Stollen und Schächte aufmerksam.

Weiträumige Umleitung

Die Stadt reagierte prompt und sperrte den Weg für Fußgänger. Das war 2015. Seitdem hat sich die Situation für Fußgänger, die den Weg üblicherweise nutzen und nun auf eine weiträumige Umleitung um die Kleingarten-Anlage "Zur Quelle" herum verwiesen werden, nicht geändert.

Und ein Ende ist nicht in Sicht. "Die Untersuchung der Kampfmittel und die weitere Untersuchung und gegebenenfalls die Sanierung der Bergschäden wird voraussichtlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen", teilte Stadtsprecherin Heike Thelen auf Anfrage unserer Zeitung mit. "Beim aktuellen Verfahrensstand ist nicht zu erwarten, dass in diesem Jahr noch mit dem Wegebau begonnen werden kann."

Untersuchungen des Gebiets dauern

Warum die Untersuchungen so lange dauern, dazu gab es bislang keine Antwort. Ebensowenig über die Dauer der Sanierung. Denn bevor der Weg neu angelegt wird, müssen zunächst die Bombenverdachtspunkte geklärt und mögliche Blindgänger entschärft werden.

Das wiederum ist erst möglich, wenn die Gefahren durch Bergbaurelikte beseitigt sind. Dazu müssen eventuell Hohlräume im Untergrund verfüllt werden - ähnlich wie vor dem Neubau des Bahnhofs Westfalenhalle im Norden der Emscher vor gut zwölf Jahren. Welchen Aufwand die Sanierung der Bergschäden erfordert, ist erst nach dem Abschluss der Untersuchungen absehbar, teilte Heike Thelen mit. Klar ist nur: "Bis zum Abschluss der Sanierungsarbeiten muss der Weg gesperrt bleiben."

Bergbau-Relikte in der Bolmke:
Warnschilder weisen auch an anderen Wegen in der Bolmke auf die Gefahr von Tagesbrüchen in dem Wald-Naturschutzgebiet hin. Die Wege sollen deshalb nicht verlassen werden.
Die Bergbau-Geschichte in der Bolmke reicht bis ins 17. und 18. Jahrhundert zurück. Die Stollen, Licht- und Mundlöcher gehörten später unter anderem zu den Zechen Glückauf & Erbstollen und Friedrich Wilhelm.

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