Nach Unfall

Geisterfahrer in der Rettungsgasse: Bußgeld und Fahrverbot

Ein Feuerwehrmann, der privat unterwegs war und auch in dem Rückstau stand, hatte den Geisterfahrer in der Rettungsgasse fotografiert. So kam die Polizei auf seine Spur.

Ein Feuerwehrmann, der privat unterwegs war und auch in dem Rückstau stand, hatte den Geisterfahrer in der Rettungsgasse fotografiert. So kam die Polizei auf seine Spur.

Foto: Feuerwehr Dortmund / dpa (Archiv)

Dortmund.  240 Euro und ein Fahrverbot sind die Strafe für einen Mann, der als Geisterfahrer durch die Rettungsgasse fuhr - nach einem Geisterfahrer-Unfall.

Nach einem drastischen Verkehrsverstoß in Dortmund kommt ein junger Mann recht glimpflich davon. Er hatte nach einem schweren Verkehrsunfall im August dieses Jahres auf der autobahnähnlich ausgebauten Brackeler Straße seinen Audi gewendet und war als Geisterfahrer durch die Rettungsgasse gefahren. Gegen den Mann hat die Stadt nun einen Bußgeldbescheid mit einer Strafe von 240 Euro und ein Fahrverbot von einem Monat erlassen, wie Sprecher Maximilian Löchter bestätigte.

Noch ist der Bußgeldbescheid nicht rechtskräftig: „Der Mann kann dagegen noch Einspruch einlegen“, sagt Löchter, „dies ist aber noch nicht erfolgt.“ Wenn der Bescheid rechtskräftig werde, erhalte der Fahrer zusätzlich noch zwei Punkte in der Verkehrssünderkartei in Flensburg. Der Mann lasst sich nach Angaben der Stadt von einem Anwalt vertreten. In dem Bußgeldverfahren selbst habe er keine Angaben zur Sache gemacht, sagte Löchter.

Stadt machte keine Angaben zum Alter und zur Herkunft des Fahrers

Unmittelbar nach dem Vorfall hatte der Mann gegenüber der „Bild-Zeitung“ (Bezahlartikel) behauptet, ein Polizist habe ihm die riskante wie verbotene Fahrt nahegelegt. Belegen ließ sich dies aber offenbar nicht. Nach Informationen der „Bild-Zeitung“ soll es sich um einen 18-jährigen Fahranfänger aus Dortmund handeln. Die Stadt machte aus Datenschutzgründen weder Angaben zum Alter oder zur Herkunft des Fahrers noch zur Frage, wie lange er im Besitz seines Führerscheins ist.

Wenn der junge Mann seinen Führerschein zum Zeitpunkt des Vorfalls noch auf Probe hatte, müsste das Straßenverkehrsamt noch einmal genauer hinsehen, sagt Löchter: „Für weitergehende Maßnahmen (z.B. bei einer Fahrerlaubnis auf Probe) ist die Fahrerlaubnisbehörde zuständig.“ Unabhängig vom aktuellen Fall gelte bei Fahranfängern: Wenn der Bußgeldbescheid rechtskräftig und die Punkte in Flensburg eingetragen sind, ordnet die Stadt ein Aufbauseminar an. Damit verlängert sich gleichzeitig die Probezeit eines Fahranfängers von zwei auf vier Jahre. Erst bei weiteren Verstößen oder bei einer Verweigerung der Teilnahme an dem Aufbauseminar könne auch der Führerschein entzogen werden.

Frau stirbt nach Geisterfahrer-Unfall im Krankenhaus

Bei dem Unfall am 8. August dieses Jahres war eine 69-Jährige aus Bochum in Höhe des Kreuzes mit der Bundesstraße 236 in den Gegenverkehr gefahren. Dort kollidierte sie mit dem Wagen einer entgegenkommenden Autofahrerin. Ein weiterer Pkw fuhr dann in die Unfallstelle. Die 69-Jährige kam noch mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus. Dort erlag sie aber später ihren schweren Verletzungen.

Die Feuerwehr hatte nach dem Unfall die „vorbildlich gebildete Rettungsgasse“ gelobt - bis auf die eine Ausnahme. Der Audifahrer war nach dem Wendemanöver davon gefahren. Weil ein Feuerwehrmann, der privat unterwegs war und im Stau stand, den Wagen fotografiert hatte, konnte die Polizei ihn ermitteln.

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