Gerichtsprozess

Frau fast totgetreten - Angeklagter: "Ich war so frustriert"

Der 36-jährige Angeklagte steht wegen versuchtem Totschlags und gefährlicher Körperverletzung vor Gericht.

Foto: Werner von Braunschweig

Der 36-jährige Angeklagte steht wegen versuchtem Totschlags und gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. Foto: Werner von Braunschweig

Dortmund.  Der 36-jährige Angeklagte gab zu, seine Freundin krankenhausreif geprügelt zu haben. An Tritte vor den Kopf will er sich nicht erinnern können.

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„Ich war so frustriert“, sagte der Angeklagte zum Prozessauftakt am Dortmunder Schwurgericht. Nach einem vorausgegangenen, heftigen Streit mit seiner damaligen Partnerin war der 36-Jährige (1,98 Promille) am Abend des 21. Mai in die gemeinsame Wohnung in der Straße „Buschei“ in Scharnhorst zurück gekehrt.

Dass er damals die Wohnungstür eingetreten hat, gab der Angeklagte ebenso zu, wie Faustschläge und Reißen an den Haaren. „Ich habe auf sie eingeschlagen. Mehrmals ...“, nickte der 36-Jährige. Auch die Haarverlängerungen („Extensions“) seiner Partnerin habe er nach einem Gerangel irgendwann in der Hand gehabt.

Lebensbedrohliche Schädelbrüche

Bei dem Vorwurf, dass er der bereits am Boden liegenden 40-Jährigen auch „mit voller Wucht“ (so die Anklage) von auf den Kopf getreten haben soll, verwies der Angeklagte allerdings auf einen angeblichen Blackout. „Bei Gott, daran kann ich mich nicht mehr erinnern“, hieß es. Er wisse nur noch, dass die Augen seiner Ex-Partnerin kurz bevor er nach draußen auf die Straße geflohen sei, „immer so komisch hoch und runter gegangen“ seien. Draußen habe er sich widerstandslos von der Polizei festnehmen lassen.

Die Hausfrau und Mutter war damals mit lebensbedrohlichen Kopf- und Gesichtsverletzungen in eine Klinik gekommen. Rechtsmediziner hatten unter anderem Schädelbrüche und einen Jochbeinbruch diagnostiziert. „Er hat mir einen mit der Faust gegeben und dann war ich bewusstlos“, erinnerte sich das Opfer. Als die Frau wieder zu sich kam, saß sie im Krankenwagen im Rollstuhl. Bis heute leidet die 40-Jährige noch unter körperlichen und psychischen Beschwerden.

Zwangseinweisung droht

Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung. Neben einer Haftstrafe droht dem offenbar schwer alkoholsüchtigen 36-Jährigen auch die Zwangseinweisung in eine geschlossene Therapieeinrichtung.

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