Flüchtlinge

Dortmunder Erstaufnahmeeinrichtung ist offiziell geschlossen

Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Radisson-Blu-Manager Dieter Ulbricht hängen das Hinweisschild zur Erstaufnahmeeinrichtung ab.

Foto: Stephan Schütze

Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Radisson-Blu-Manager Dieter Ulbricht hängen das Hinweisschild zur Erstaufnahmeeinrichtung ab. Foto: Stephan Schütze

Dortmund.  Das Hinweisschild an der Bundesstraße 54 hat noch auf die Flüchtlings-Erstaufnahme im Westfalenpark hingewiesen - jetzt ist sie geschlossen.

Um das Schild abzumontieren, stieg Sierau gemeinsam mit Dieter Ulbricht, dem Generalmanager des Radisson Blu-Hotels, auf den Hubwagen des Tiefbauamtes - und das nicht ohne Grund. Vertreter der Stadt bedankten sich ausdrücklich bei Ulrich für die Bereitschaft, das Zeltlager für bis zu 900 ankommende Flüchtlinge gleich neben dem Viereinhalb-Sterne-Hotel aufschlagen zu können.

Die Zusammenarbeit mit dem Radisson Blue sei "extrem konstruktiv" und ein "besonderes Stück Willkommenskultur" gewesen, stellte Sierau fest.

Als Ergänzung zur EAE in Hacheney eröffnet

Diese Bereitschaft hat die Stadt regelrecht aus einer Notlage befreit. Denn im Sommer 2015 war der Andrang an Flüchtlingen so groß, dass die Kapazität der Erstaufnahme-Einrichtung in Hacheney, ausgelegt auf 300 Menschen, mehrfach gesprengt wurde. Zeitweise mehr als 1000 kamen dort pro Tag an, erinnerte sich am Mittwoch Rechtsdezernentin Diane Jägers. "Dortmund ist immer wieder überrannt worden." Mehrfach musste die Aufnahme-Einrichtung deshalb geschlossen werden.

Die Spitze wurde im September 2015 mit 22.237 Neuankommenden in einem Monat erreicht. Einen Monat später wurde zur Entlastung von Hacheney die Zeltstadt an der Buschmühle mit bis zu 900 Plätzen eröffnet. Die hat nun nicht nur wegen der inzwischen deutlich zurückgegangenen Flüchtlingszahlen nun ausgedient.

Ein Stück Geschichte geht zu Ende

Die Dortmunder Politik konnte sich mit dem Vorschlag der Verwaltung, in Huckarde eine neue zentrale EAE zu bauen, nicht anfreunden. "Nicht zuletzt weil eine klare Aussage des Landes zur Anrechnung der EAE-Plätze auf die Zahl der kommunal unterzubringenden Flüchtlinge fehlte", wie OB Sierau anmerkte.

Mit der Registrierung der letzten Flüchtlinge an der Buschmühle am 10. April ging für Dortmund deshalb eine lange Geschichte zu Ende. Von 1991 bis 2004 und dann wieder ab Dezember 2007 war die Stadt im Auftrag des Landes für die Erstaufnahme von Flüchtlingen zuständig. Wer jetzt noch in Dortmund ankommt, wird in die nächste EAE weitergeleitet - in Unna-Massen, kurz hinter der Dortmunder Stadtgrenze.

Die Zahlen im Detail

Wie dramatisch die Entwicklung bei der Erstaufnahme von Asylbewerbern war, zeigt der Blick auf die Gesamtzahlen.

  • 2013 kamen 32.000 Flüchtlinge in der Dortmunder EAE an
  • 2014 verdoppelte sich die Zahl auf 64.000
  • 2015 stieg die Zahl auf 166.000
  • 2016 ging die Zahl dann auf knapp 45.000 zurück.
  • In den ersten vier Monaten 2017 waren es nur rund 7000.

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik