Auto-Reinigung

Experten für Autopflege: Pollenstaub weniger schädlich als Vogelkot

Abgestaubt: Tobias Andexer mit Birkenpollenstaub auf dem Zeigefinger. Scheiben und Lacke sind zurzeit überzogen mit der gelben Schicht. Foto: Peter Bandermann

Abgestaubt: Tobias Andexer mit Birkenpollenstaub auf dem Zeigefinger. Scheiben und Lacke sind zurzeit überzogen mit der gelben Schicht. Foto: Peter Bandermann

Dortmund.  Pollenstaub, Vogelkot, klebriger Harz - wir haben in Dortmund mit Experten fürs Autowaschen gesprochen, damit bloß nicht der Lack ab ist.

Auf Küchentischen, Gartenmöbeln und Autos, in Regalen und in der Luft: Birkenpollen überziehen im Frühjahr alles mit einer gelben Staubschicht. Allergiker reiben sich die Augen und niesen ohne Unterlass. Und in den Waschstraßen stehen die Autos Schlange. Wir haben mit Experten gesprochen.

Der 37-jährige Fahrzeugaufbereiter Tobias Andexer schwört in seinem Betrieb an der Evinger Straße 37 ("Die Auto-Wäscher") in Dortmund auf Handarbeit. Waschen, trocknen, wachsen und polieren - nichts in dem kleinen Betrieb am Fredenbaum läuft automatisch ab. Seine Tipps: "Wenn auch Harz auf dem Lack klebt, erst schonend einweichen. Und das Auto auf gar keinen Fall in der Sonne waschen, denn bei hohen Temperaturen reagieren die Reinigungsmittel extremer."

Nicht so schädlich wie Harz oder Vogelkot

Der Pollenstaub sei bei weitem nicht so schädlich wie Harz, Vogelkot oder Insektenreste. Deren Substanzen würden aggressiv auf den Lacken einwirken und Schäden verursachen, wenn sie lange genug Zeit bekommen. Tobias Andexer wendet eine spezielle Knet-Technik an, um die Lackfresser abzulösen, bevor die Handwäsche folgt.

Auch das Trocknen und Wachsen ist schonende Handarbeit. Sein Ehrgeiz: "Die typischen Waschstraßen-Spuren im Lack auspolieren." Automatisierte Prozesse laufen bei dem 37-Jährigen nicht ab. Denn "jeder Lack ist anders."

Auf in die Waschstraße

Wem die schnelle Reinigung reicht, der fährt für gewöhnlich in die Waschstraße, zum Beispiel zu "Mr. Wash" am Heiligen Weg. Auch hier ist man der Meinung, der Pollenstaub sei unproblematisch: "Das machen unsere Maschinen alles wieder sauber", sagt Marco Böhmert, der dort arbeitet.

Schwieriger gestalte es sich tatsächlich mit dem Vogelkot. "Der muss sofort entfernt werden, da die Lack-Oberschicht sonst langfristig beschädigt wird." Das könne man im Groben auch selber machen. Zur kompletten Beseitigung wird das Auto dann in der Waschstraße mit Hochdruck vorbehandelt. Hartnäckig seien Insektenkörper und deren Honig, die trotz Vorbehandlung nicht immer in der Waschanlage gelöst würden.

"Ich finde, Pollen sollten das ganze Jahr über fliegen"

Markus Tiedemann von "Best Carwash" freut sich über den momentanen Andrang: "Für uns Waschanlagen ist das super. Ich finde, Pollen sollten das ganze Jahr über fliegen!"

Auch in der Gebäudereinigung scheint der Blütenstaub kein großes Problem zu sein: "Wir wischen die Fenster einfach vor dem normalen Putzen einmal nass mit Wasser ab", heißt es von Gebäudereinigung Bertels.

Doris Kischel hingegen kann die Allergiker verstehen. Sie ist Mitglied des Hausfrauenbunds in Dortmund und bestätigt, dass in den vergangen Tagen der Pollenflug "extrem" sei. Ein Wundermittel habe sie auch nicht, doch sie empfiehlt Heuschnupfen-Betroffenen, möglichst wenig zu lüften und die Wäsche lieber im Haus statt draußen in der Sonne trocknen zu lassen. Außerdem könne es helfen, die Fensterbänke täglich abzuwischen, sodass möglichst wenig Staub tatsächlich in den Wohnbereich gelangt.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben