Liebesperlen

Eine Musikreise voller Tempo

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Sie sind längst Kult in der Westfalenmetropole. Bei dem Namen Liebesperlen denkt man hierzulande nicht gleich an die süßen Zuckerkügelchen von der Kirmes, sondern an die bunte Musik-Revue von Heinrich Huber. Ähnlich turbulent wie auf dem Jahrmarkt, geht es auch bei der Reise durch drei Jahrzehnte der Musikgeschichte zu.

Mit einem Silvester-Special in der Westfalenhalle 1 vor 3000 Zuschauern kamen die beliebten Liebesperlen zurück in ihre Heimat. Theaterdirektor Kay Voges hatte die Show 2010 aus dem Programm genommen. In Lünen empfing man das Ensemble anschließend mit offenen Armen.

Die Liebesperlen, das sind Ulrike Knospe, Tanja Kuntze, Anja Niederfahrenhorst, Katrin Degenhardt, Günter Burchert, Christian Tasche und Dominik Freiberger. Das Ensemble – die Akteure samt zehnköpfiger Big Band – leistete musikalische Erinnerungsarbeit, während sie von den Umrissen einer riesigen Jukebox eingerahmt wurden. Und das mit einem fast drei Stunden langen Hit-Medley mit Songs der 50er, 60er und 70er. Dazu gaben kurze Videosequenzen und eine Stimme aus dem Off Einblicke in die Jahrzehnte, die im Zeichen des Rock ’n’ Rolls, der Petticoats, Schmalztollen und Italiensehnsucht standen.

Die Rezeptur der Retro-Revue: viel Schlager, tolle Stimmen, gute Witze und einige schlechte Gags. Viele Songs gingen allerdings, weil nur kurz angespielt, in dem Hochgeschwindigkeits-Songreigen eher unter. Im Sekundentakt jagte ein Anspieler den nächsten. Die Liebesperlen schlugen manchmal ein derart ein schnelles Tempo an, dass der Zuhörer sich gelegentlich überrollt fühlte.

Es dominierten die erste Stunde lang eindeutig die Schlager, wie die eines Bill Ramsey, einer Wencke Myhre oder Pat Boones „Speedy Gonzales“, zu dem im Kaktus-Kostüm getanzt wurde.

Viel Platz nahmen auch die italienischen Ohrwürmer wie „Volare“, „O sole mio“ oder „Azzurro“ ein, die zu Sommer, Sonne, Eis und Dolce Vita geschmettert wurden. Ein Highlight dabei: der gelungene Auftritt als Reibeisen-Stimme und Macho Adriano Celentano.

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