Veruntreuung

Drei Jahre Haft für Ex-Stadtmitarbeiterin

In der Bezirksverwaltungsstelle Hombruch hatte die Ex-Mitarbeiterin der Dortmunder Stadtverwaltung über Jahre mehrere hunderttausend Euro veruntreut.

Foto: Foto Dieter Menne

In der Bezirksverwaltungsstelle Hombruch hatte die Ex-Mitarbeiterin der Dortmunder Stadtverwaltung über Jahre mehrere hunderttausend Euro veruntreut. Foto: Foto Dieter Menne

Dortmund.  Der Fall sorgte für viele Schlagzeilen und die weitgehende Abschaffung von Bargeldverkehr in der Stadtverwaltung: Vier Jahre nachdem die Veruntreuung der ehemaligen Stadtmitarbeiterin Renate H. in der Bezirksverwaltungsstelle in Hombruch aufgeflogen war, hat das Gericht am Freitag ein Urteil in letzter Instanz gesprochen.

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Die heute 61-jährige Renate H. wurde am vergangenen Freitag in letzter Instanz des Strafrechtsverfahrens rechtskräftig zu drei Jahren Haft verurteilt. Für Rechtsdezernentin Diane Jägers ist „das ein Stück Genugtuung und ein Stück Gerechtigkeit.“

Nach Überzeugung des Gerichts hat die Frau 380.000 Euro in den Jahren 2008 bis 2012 in der Bezirksverwaltungsstelle für sich abgezweigt. Die Stadt geht davon aus, dass es sogar 658.692,20 Euro waren, die ihre Ex-Angestellte seit dem Jahr 2003 in die eigene Tasche gesteckt hat – und hat eine entsprechende Schadensersatzforderung aufgestellt. Doch strafrechtlich ist die Differenz verjährt.

Geld nicht eingezahlt

Die Frau wurde verurteilt, weil sie mindestens einmal im Monat große Geldbeträge – meist 3000 bis 4000 – Euro heimlich aus der Gebührenkasse genommen hatte. Um das zu verschleiern, hatte sie Einzahlungsbelege ausgefüllt und mit einer Buchungsnummer versehen. Die Kassenbücher wurden zwar regelmäßig geprüft, aber nicht, ob das Geld auch bei der Sparkasse – zwei Stockwerke tiefer im selben Gebäude wie die Bezirksverwaltungsstelle – eingezahlt wurde.

Die Stadt war an dem strafrechtlichen Verfahren nicht beteiligt. Sie wurde nur von dem letztinstanzlichen Urteil in Kenntnis gesetzt. Für die Stadt ist das Urteil aber auch deshalb wichtig, weil sie gegen Renate H. einen Schadensersatzprozess angestrengt hat, der ebenfalls in der letzten Instanz angekommen ist. Mit dem strafrechtlichen Urteil, so Jägers, sei nun geklärt, dass Renate H. vorsätzlich handelte.

Schadensersatzverfahren

Das bedeute zwar nicht, dass die Stadt damit automatisch ihren Schadensersatzanspruch durchsetzen könne, sagte Jägers, „aber es wird hoffentlich leichter für uns.“

Die nächste Frage lautet, wie viele Vermögenswerte noch da sind, mit denen die Frau den Schaden regulieren könnte. Um im Fall eines Schuldspruchs die Forderungen der Stadt zu sichern, hatte die Staatsanwaltschaft bereits im Januar 2014 Hand auf die Immobilien von Renate H. gelegt und eine sogenannte Sicherungshypothek von knapp 200.000 Euro in das Grundbuch eintragen lassen.

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