Dortmunder Kinoszene

Dortmunder "Roxy" im Umbruch – Das ändert sich im Kult-Kino

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Übernahmen 2010 das Dortmunder Programmkino "Roxy" in der Nordstadt: Holga Rosen, Sascha Kirchhoff und Michael Markefka.

Übernahmen 2010 das Dortmunder Programmkino "Roxy" in der Nordstadt: Holga Rosen, Sascha Kirchhoff und Michael Markefka.

Foto: Archiv/Franz Luthe/FFS

Dortmund.  Das Dortmunder Programmkino "Roxy" kommt in neue (erfahrene) Hände. Aber mit der Wiedereröffnung ändert sich vieles – nicht nur auf der Leinwand.

Bewegung in der Dortmunder Kinoszene: Das Dortmunder Kult-Kino "Roxy" an der Münsterstraße kommt in neue Hände. Das sweetSixteen-Team übernimmt – und betreibt damit beide Programmkinos in der Norstadt.

"Nach elfeinhalb Jahren räumen wir das Feld und machen Platz für neuen Mut und frischen Wind: Am 1. Juli übernehmen unsere Freunde vom sweetSixteen-Kino das Roxy, um die 90-jährige Lichtspieltradition fortzuführen", schreibt das Betreiber-Duo des Roxy. Am 23. Juni sei Schluss – dann werde renoviert.

SweetSixteen übernimmt Roxy – Große Renovierungen

Wann genau das Roxy neu eröffnet ist unklar. "Wir hoffen auf August", erklärt sweetSixteen-Chef Peter Fotheringham. Denn die Liste der nötigen Renovierungen sei lang: "Wir fangen mit Außenbereich und Foyer an. Die Leinwand wird auch ausgetauscht." Aber das sei nur der erste Schritt. "Im Grunde muss alles neu", sagt Fotheringham.

Auch das Konzept ändert sich leicht: "Wir wollen zurück zum echten Programmkino, wie wir es im sweetSixteen auch machen", verspricht der Kino-Chef. Das sei im Roxy in den letzten Jahren zu kurz gekommen. Aber der Bedarf sei hoch: "80 Prozent aller Filme laufen in Dortmund gar nicht erst an – und damit meine ich nicht die Blockbuster." Die Kino-Gäste im sweetsixteen geben seinem Konzept recht: 35 Prozent kommen von außerhalb nach Dortmund.

Zwei Programm-Kinos in Dortmund – Mehr Filmstarts

Vom Parallel-Betrieb von Roxy und sweetsixteen (Entfernung 1km) verspricht sich Peter Fotheringham nicht nur mehr Flexibilität bei der Personalplanung, sondern auch mehr Kinostarts in Dortmund. "Es werden sicher nicht die selben Filme laufen", verspricht er.

Neben dem Kinoprogramm soll sich auch der Saal etwas ändern. Die neue Leinwand wird etwas nach hinten versetzt, um Platz für Bühnenveranstaltungen oder Vermietungen zu machen. Die Sitze werden später noch komplett ausgetauscht – vielleicht werden es etwas weniger, aber ausverkauft sei ohnehin nie.

Drei Programmkinos in Dortmund – alle in der Nordstadt

Das Roxy (gegr. 1950) ist eins von drei verbliebenen Programmkinos in Dortmund – allesamt in der nördlichen Innenstadt.

  • Schauburg (260 Plätze, 2 Säle): Am nördlichen Ende der Brückstraße liegt das älteste und größte Dortmunder Programmkino. 2016 stand die Schauburg auf der Kippe.
  • Roxy (250 Plätze, 1 Saal): Das Roxy liegt am belebten Fußgängerzonen-Abschnitt der Münsterstraße mitten in der Nordstadt.
  • sweetSixteen (100 Plätze, 1 Saal): Der lauschige Kinosaal ist ins Veranstaltungszentrum Depot am Fredenbaum-Park integriert.
  • camera: Das Camera an der Mallinckrodstraße steht seit Jahren leer.

2010 übernahmen die Cineasten Holga Rosen und Sascha Kirchhoff das Roxy. Beide hatten schon jahrelang dort gearbeitet (wie übrigens auch sweetsixteen-Chef Fotheringham.)

Der Übernahme vorausgegangen war eine Schlammschlacht ums Roxy: Der Vermieter hatten den beiden Mitarbeitern eine Weiterführung des Kinos angeboten, dabei aber die damalige Roxy-Chefin und Mitbegründerin übergangen. In der Folge räumte sie alles aus – Sitze, Projektoren, Leinwände, Vorhänge, Spiegel, Beleuchtung. Vor Gericht bekam sie Recht: Das Inventar gehörte ihr.

Kurz stand das Roxy auf der Kippe, aber Kirchhoff und Rosen übernahmen das ausgeräumte Kino trotzdem – immer mit Unterstützung des Vermieters. Damals wurde auch der Förderverein gegründet. Die beliebte Haus-Kneipe nebenan, das Bass, ist inzwischen geschlossen und hat einer Abhol-Pizzeria gewichen. Ein klarer Nachteil.

Die Vorgeschichte – Archivtexte zum Dortmunder Kino "Roxy":

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