Überwachung

Dortmunder Nordstadt: 18 Polizei-Kameras auf 300 Metern

Die Münsterstraße taucht häufig in den Polizeimeldungen auf. Offizieller Titel auf dem Schild der Werbegemeinschaft: „Dortmunds lebendiges Pflaster“.

Die Münsterstraße taucht häufig in den Polizeimeldungen auf. Offizieller Titel auf dem Schild der Werbegemeinschaft: „Dortmunds lebendiges Pflaster“.

Foto: Bernd Thissen / FUNKE Foto Services

Dortmund.  300 Meter ist der Münsterstraßen-Abschnitt lang – aber zählt zu den problematischsten Orten in der Dortmunder Nordstadt. Kameras sollen helfen.

Die Dortmunder Polizei hat damit bekommen, Überwachungskameras an einem Kriminalitätsschwerpunkt zu installieren: der Münsterstraße in der Nordstadt. Hier liegen Drogenhandel, Raubüberfälle und andere Straftaten an der Tagesordnung. Der Plan war schon 2018 angekündigt worden – mit teils kritischem Echo.

Der betroffene Straßenabschnitt (Münsterstraße 50 bis 99) liegt in der Nähe des Hauptbahnhofs unweit des Rotlichtviertels in der Linienstraße. In der belebten verkehrsberuhigten Wohn- und Geschäftsstraße leben viele Familien mit Kindern. Läden und Imbisse wechseln sich ab, auch ein stadtweit beliebtes Programmkino liegt hier. Eine lange Kurve vom betroffenen Straßenabschnitt entfernt liegt am Ende der Münsterstraße: die Polizeiwache Nord.

Münsterstraße: Drogenhandel und Überfälle auf 300 Metern

Wie in der gesamten Nordstadt sei zwar auch im Münsterstraßenviertel die Zahl der Straftaten in den letzten fünf Jahren um 39 Prozent gesunken, erklärt Polizeipräsident Gregor Lange. Dennoch gilt der Bereich weiter als Kriminalitätsschwerpunkt: 2019 gab es 464 Straftaten – 2020 (bis September) waren es schon 355. Wohlgemerkt: auf einem 300 Meter kurzen Straßenabschnitt.

Die wichtigsten Fakten zu den Kameras an der Dortmunder Münsterstraße:

  • 18 Kameras an acht Standorten an der Münsterstraße Nr. 50 bis 99 (300 Meter)
  • Probebetrieb ab Anfang November 2020
  • Realbetrieb voraussichtlich Anfang Dezember 2020
  • Kameras montags bis samstags zwischen 16 und 0 Uhr
  • Bilder werden max. 14 Tage gespeichert (für Ermittlungen relevante Sequenzen auch länger). Auf der Leitstelle ist nur eine Auswahl von Polizeikräften autorisiert, Daten zu sichern. Es wurde extra ein neuer Technikraum eingerichtet.
  • Bei Demonstrationen verwendet die Polizei die Videotechnik nicht. Blenden („Shutter“) decken dann die Linsen erkennbar ab.
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