Schülerzentrum

Dortmunder Moschee-Gemeinde baut Wohnheim für 18 Schüler

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Die muslimische Gemeinde an der Bergstraße in Dortmund-Eving baut ein "Schülerzentrum" für 18 Jungen. Jetzt war Baustart.

Die muslimische Gemeinde an der Bergstraße in Dortmund-Eving baut ein "Schülerzentrum" für 18 Jungen. Jetzt war Baustart.

Foto: Grafik/VIKZ

Dortmund.  Großes Neubauprojekt in Dortmund-Eving: Die Moschee-Gemeinde an der Bergstraße baut ein Schülerzentrum für 18 Jungen und junge Erwachsene.

In Dortmund entsteht ein Schülerzentrum für Kinder und Jugendliche der islamischen Gemeinde Eving: Der "Verein zur Förderung der Integration und Bildung" an der Bergstraße baut hinter der alteingesessenen Moschee ein neues Kulturzentrum inklusive Wohnheim für 18 Schüler.

Vor ein paar Tagen war Baustart. Finanziert werde das Großprojekt aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Sachspenden und falls nötig einem Bankkredit, erklärt Erol Pürlü, Sprecher des Verbands der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) in Köln.

Wohnheim für Dortmunder Jungen bis zum Schulabschluss

In zwei Jahren sollen die ersten Schüler einziehen – Jungen und junge Erwachsene ab zwölf Jahren, so Pürlü. Zimmer für Schülerinnen gebe es in Eving nicht: "In anderen Städte gibt es auch Zentren für Mädchen, aber das in Eving ist nur für Jungen", erklärt er. Zertifiziert sei das Wohnheim nach den Vorgaben des Landesjugendamtes.

Die Schüler sollen aus der Evinger Gemeinde oder zumindest aus Dortmund kommen, erklärt Pürlü. Sie besuchen weiter ihre normalen Schulen und dürfen bis zum Abschluss im Wohnheim wohnen. Die Schulform sei zweitrangig – "uns ist wichtig, dass sie einen guten Schulabschluss machen". Natürlich werde das Abitur angestrebt, aber das sei kein Muss.

In ihrem "neuen zweiten Zuhause" bekommen die Schüler Hausaufgaben-Hilfe, Nachhilfe, Unterstützung bei Klausurvorbereitungen und natürlich auch religiöse Betreuung. "Aber im Vordergrund steht die schulische Bildung in allen Fächern", betont Pürlü. An Wochenenden und in den Ferien kehren die Kinder und Jugendlichen heim zu ihren Dortmunder Familien.

Schülerzentrum in Eving womöglich das erste in Dortmund

Ob das Schülerzentrum der Evinger Moschee-Gemeinde das erste seiner Art in Dortmund ist, das kann Pürlü nur vermuten. "Das erste für den VIKZ ist es in der Stadt auf jeden Fall", sagt der Verbandssprecher. Das bisherige Gebäude des Kulturvereins an der Rückseite des geplanten Neubaus bleibe bestehen. Hier seien neben der Moschee und der Wohnung des Imams auch andere Institutionen der Gemeinde untergebracht.

Das neue Kulturzentrum an der Kappenberger Straße sei eine Erweiterung des Altbaus an der Bergstraße, so Pürlü. Das Gebäude sei nicht nur in die Jahre gekommen, sondern auch zu klein geworden: Früher stand nur die "Befriedigung der religiösen Bedürfnisse" im Vordergrund der Vereinsarbeit – heute gehören auch Nachhilfe, Jugendarbeit, Seniorenarbeit, Fortbildungen und Kurse dazu. Reine Gebetsräume reichen nicht mehr. Die Moscheegemeinde brauche zusätzliche Konferenz- und Begegnungsräume. Auch dafür sei (neben dem Schülerzetrnum) im Neubau Platz.

Die Evinger Moscheegemeinde im "Verband der islamischen Kulturzentren" wurde 1978 an der Bergstraße von türkisch-muslimischen Gastarbeitern gegründet – zum Start waren es gerade einmal 50 Quadratmeter.

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