Wirtschaft

Dortmund und sein Image — die Hafenstadt, die keine ist

Container spielen eine wichtige Rolle im Güterverkehr.

Foto: Stefan Reinke

Container spielen eine wichtige Rolle im Güterverkehr. Foto: Stefan Reinke

Dortmund.  Das Image der Industriestadt Dortmund ist durch den Dreiklang "Kohle, Stahl und Bier" geprägt. Während Kohle und Stahl längst aus der Stadt verschwunden sind und auch nur noch an einem Ort industriell gebraut wird, fristet Dortmunds letztes großes Industriegebiet ein Schattendasein — zu unrecht.

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Die Zeiten von Kohle, Stahl und Bier sind in Dortmund längst passée. Zwar wird am Standort der ehemaligen Actien-Brauerei im Norden der Stadt noch industriell gebraut, aber "Europas Bierstadt Nr.1" darf sich Dortmund seit Jahren nicht mehr nennen. Kohle wird auch nicht mehr gefördert, und die Hochöfen sind längst abgerissen oder zeugen als Museumsstücke von Dortmunds industrieller Hochzeit.

Doch ein Industriegebiet ist auf Wachstumskurs: der Hafen. Seit Jahrzehnten besitzt Dortmund Europas größten Kanalhafen und dennoch würde niemals jemand von außerhalb auf die Idee kommen, die Stadt mit einem Hafen in Verbindung zu bringen. Dortmund ist einfach keine Hafenstadt.

Doch. Genau gesagt, seit 11. August 1899. Seitdem wuchs das Hafengebiet im Norden der Stadt zu seiner heutigen, stattlichen Größe mit immerhin zehn Hafenbecken, einer Uferlänge von elf Kilometern und einer Wasserfläche von 34,5 Hektar an. Mit 7700 Beschäftigten ist der Hafen der größte industrielle Arbeitsplatz der Stadt. "Fast alle Jobs sind Blaumann-Arbeitsplätze", erklärt Hafen-Sprecher Christian Manthey.

Hafen spült Geld in die Stadtkasse

Neben seiner Bedeutung als Arbeitgeber ist der Hafen noch in anderer Hinsicht wichtig für die Stadt Dortmund: Rund 4,5 Millionen Euro spülen die Hafenbecken jährlich in den Haushalt der chronisch klammen Stadt. Logistik boomt, Waren werden immer gebraucht. Entsprechend hat sich das Gesicht des Hafens gewandelt. Kohle spielt kaum noch eine Rolle, zumindest nicht die einheimische. Stattdessen gehört Importkohle zu den wichtigsten Gütern. Gefolgt von Baustoffen, Mineralölen, Eisen und Stahl, Schrott, Containern, Zellstoff und Papier. Das Container-Terminal wirkt mit seinen bunten Türmen wie eine futuristische Stadt und prägt weithin sichtbar das Bild des Hafens.