Graffitiaktion

Dortmund: Künstler entfernen Nazi-Sprüche von Hausfassade

NRW-Innenminister machte sich am Freitagmorgen ein eigenes Bild von der Graffitiaktion in der Emscherstraße in Dortmund.

NRW-Innenminister machte sich am Freitagmorgen ein eigenes Bild von der Graffitiaktion in der Emscherstraße in Dortmund.

Foto: Andre Hirtz

Dortmund.  Graffitikünstler übersprühen die Nazi-Parolen auf der Emscherstraße. Die Polizei hat die Straße abgesperrt. Auch Reul vor Ort.

Eine Gruppe von Graffitikünstlern übersprüht seit Freitagmorgen unter starker polizeilicher Unterstützung extremistische Schmierereien auf der Emscherstraße in Dortmund Dorstfeld. Ein Bündnis aus Stadt, Polizei und engagierten Bürgern hatte die Aktion im Vorfeld gemeinsam geplant.

Um die Sicherheit der Graffitikünstler zu gewährleisten, haben Bereitschaftspolizisten die Emscherstraße von beiden Seiten abgesperrt. Zudem sind die Künstler komplett in schwarz gekleidet und maskiert. Bis zum frühen Nachmittag sollen die Nazi-Sprüche unkenntlich gemacht werden. Statt Wörtern wie „Nazi-Kiez“ soll dann ein blumenartiges Graffitibild die Hausfassade zieren.

Auch Innenminister Herbert Reul ist mit seinen Leibwächtern vor Ort, um sich ein Bild von der Graffitiaktion zu machen: „Den Neonazis darf man keinen Millimeter Raum geben. Deshalb ist es eine tolle Sache, dass sich die Bürgerinnen und Bürger, die Stadt und die Polizei gemeinsam gegen die rassistischen Hetzer stellen und deren widerliche Schmierereien entfernen“, so Reul.

Bürgermeister Stoltze: „Schandfleck“ wird endlich beseitigt

„Die Stadt Dortmund macht heute erneut deutlich, dass der Rechtsstaat nicht bereit ist, extremistische Schmierereien im Stadtbild hinzunehmen“, sagte Norbert Dahmen, Dezernent für Recht und Ordnung. Bezirksbürgermeister Ralf Stoltze sprach von einem „Schandfleck“, der nun endlich beseitigt werde.

Seit mehreren Jahren sind die Emscherstraße und Thusneldastraße in Dortmund für ihre zahlreichen Nazi-Schmierereien bekannt. Zudem hängen aus einigen Fenstern Reichsflaggen. Um gegen die Neonazi-Szene vorzugehen, hat die Polizei im Jahr 2015 die „Soko-Rechts“ gegründet. (red)

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