Protest gegen AfD

Diskussion über Armut abgebrochen

Das Podium kurz nach Beginn der Veranstaltung in der Tafel-Zentrale in der Dortmunder Nordstadt.

Foto: Oliver Schaper

Das Podium kurz nach Beginn der Veranstaltung in der Tafel-Zentrale in der Dortmunder Nordstadt. Foto: Oliver Schaper

Dortmund.  Mit Zwischenrufen und Trillerpfeifen haben Besucher einer Diskussion über Armut den Abbruch der Debatte erzwungen. Eine lautstarke Minderheit konnte sich gegen die Mehrheit der Gäste im Warenlager der Dortmunder Tafel durchsetzen.

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Dortmunder Politiker sollten in der Tafel-Zentrale an der Osterlandwehr über "Reformperspektiven unseres Sozialstaats" diskutieren. Pfarrer Friedrich Laker und Moderator Christian Nähle wollte auf dem Podium ergründen, ob Institutionen wie die Dortmunder Tafel dauerhaft bestehen müssen oder ober der Sozialstaat anderen Antworten auf die Armut finden muss. Diskutieren sollten Sabine Poschmann (SPD), Ingrid Reuter (Die Grünen), Regina Stephan (CDU), Ulla Jelpke (Die Linke) Max Zombek (FDP) - und Matthias Helferich von der AfD.

Das Angebot, ans Mikrofon zu treten, den eigenen Namen zu nennen, selbst Fragen zu stellen oder Meinungen zu äußern, lehnten die Störer ab.

Bereitschaftspolizei an der Dortmunder Tafel

Sobald der Jurist das Wort erhob, störten AfD-Gegner die Veranstaltung so laut, dass Helferich nicht mehr hörbar war. Die Szenen wiederholten sich. Die Diskussion stand auf der Kippe. Nach gut einer Stunde standen Bereitschaftpolizei, Einsatzkräfte der Nordstadt-Wache, der Staatsschutz und ein Sicherheitsdienst bereit, um bei einer weiteren Eskalation eingreifen zu können. Um 20.25 Uhr verkündete Moderator Christian Nähle den Diskussions-Abbruch. Auch dagegen gab es Protest. Hier begründet der Moderator den Abbruch des Diskussion:

Eine Niederlage für die Demokratie

Mehrere Besucher waren gekommen, um die Argumente der Parteien zu hören - auch die des AfD-Bundestagskandidaten Matthias Helferich. "Das Recht, mir eine eigene Meinung zu bilden, wurde mir heute genommen. Das ist sehr bedauerlich", sagte Besucher Hans Joswig. Auch andere Besucher bewerteten den Abbruch als Niederlage für die Demokratie. Einer der Gäste meinte: "Es ist bemerkenswert, dass sich die Mehrheit hier nicht gegen diese schreiende Minderheit durchsetzen konnte und die Diskussion abgebrochen werden musste."

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