Verkaufsoffene Sonntage 2018

Diese Dortmunder Geschäfte haben jeden Sonntag geöffnet

Tankstellen wie die von Günther Hrdina an der Lindemannstraße im Kreuzviertel bieten in ihren Shops längst ein großes Sortiment – auch sonntags.

Tankstellen wie die von Günther Hrdina an der Lindemannstraße im Kreuzviertel bieten in ihren Shops längst ein großes Sortiment – auch sonntags.

Foto: Oliver Schaper

Dortmund.  Verkaufsoffene Sonntage scheiden die Geister: Händler und manche Kunden sind dafür, Gewerkschaften und andere Kunden dagegen. 2018 gibt’s acht verkaufsoffene Sonntage in Dortmund. Wobei einige Läden ohnehin jeden Sonntag öffnen. Wir liefern eine Übersicht.

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In Berlin sorgt das Thema Sonntagsöffnung derzeit für Ärger: Das Verwaltungsgericht hat drei geplante verkaufsoffene Sonntage gekippt. In Dortmund kritisierte zuletzt die Gewerkschaft Verdi, dass einige Supermärkte an Heiligabend – sonntags – öffneten; und Freunde der Sonntagsöffnung werden Gewerkschafter und Kirchen auch nie werden.

Für die verkaufsoffenen Sonntage 2018 (Termine im Infokasten unten) aber setzen Händler, Gewerkschaft und Kirchen in Dortmund auf Konsens. Während die schwarz-gelbe Landesregierung bis zu acht verkaufsoffene Sonntage ermöglichen will, soll es in der City bei drei Terminen bleiben, hieß es im Dezember nach der City-Runde des Oberbürgermeisters. „Damit kommen wir wunderbar aus“, sagte Cityring-Chef Dirk Rutenhofer.

Dass sonntags einkaufen nicht bei allen, aber bei vielen Kunden beliebt ist, sieht man nicht nur daran, dass stets viele Menschen unterwegs sind. Sondern auch anhand von Zahlen: Online-Berichte unseres Medienhauses mit Terminen verkaufsoffener Sonntage werden Sonntag für Sonntag von vielen Nutzern – offenbar auf der Suche nach geöffneten Geschäften – aufgerufen. Wer nicht Kleidung, Elektronik oder Schmuck kaufen will, findet indes auch abseits der Sonntagsöffnungs-Termine Läden, bei denen jeder Sonntag verkaufsoffen ist.

Diese Geschäfte in Dortmund haben jeden Sonntag geöffnet:

Bäcker, viele zumindest, öffnen seit über 20 Jahren an Sonntagen. Gemäß Ladenöffnungsgesetz NRW dürfen sie für fünf Stunden Back -und Konditorwaren verkaufen.

Blumenhändler dürfen sonntags ebenfalls höchstens fünf Stunden öffnen. Und es gibt zahlreiche Händler in Dortmund, die das regelmäßig – und nicht nur an Muttertag – machen. Blumen Grumich an der Saarlandstraße etwa, Blumen Risse, Blumen am Ostpark und Gerlinde Berndt in Huckarde. „Der Sonntag ist für uns ein ganz normaler Arbeitstag“, sagt sie: „Und das schon seit 30 Jahren. Am Sonntag haben die Leute einfach mehr Zeit.“ Die Öffnung werde gut angenommen, der Querschnitt der verkauften Waren sei sonntags der gleiche wie unter der Woche.

Shops an Tankstellen dürfen sonn- und feiertags rund um die Uhr öffnen und laut Ladenöffnungsgesetz unter anderem „Reisebedarf“ verkaufen. Näher definiert ist das nicht, und so gibt es in vielen Tankstellen längst nicht nur Zeitschriften, Süßes und Getränke, sondern auch Tiefkühlpizza, Nutella und Klopapier. Weil das Sprit-Geschäft allein nicht trägt: Bei Aral etwa entstehen 60 Prozent der Erträge der Tankstellenpächter im Shop. Aral kooperiert mit Rewe-to-go und hat 1200 Artikel im Angebot. Trotzdem beharrt Aral-Pressesprecher Detlef Brandenburg darauf, dass so ein Shop „kein kleiner Supermarkt ist“. Im Fokus stünden frisch zubereitete Speisen für Autoreisende: Salate, warme Snacks, Nachtische. Sonntags gebe es durch Backwaren „durchaus mal gute Umsätze“; dass die Shops sonntags zu Ersatzsupermärkten würden, könne man aber nicht sagen. Das Hauptgeschäft gebe es nach wie vor unter der Woche morgens und abends durch Pendler.

Pächter der Aral an der Lindemannstraße ist Günther Hrdina. Die Kunden, sagt er, würden den Shop sonntags schon für ein paar Einkäufe nutzen und frische Produkte mitnehmen – wenn sie zum Tanken kommen. Eher wenige Kunden kämen aber in den Shop, ohne zu tanken. Auch wenn man sich das im dicht besiedelten Kreuzviertel kaum vorstellen kann.

Geschäfte im Bahnhof: Auch in Bahnhöfen dürfen Läden sonntags ganztägig „Reisebedarf“ verkaufen. Im Hauptbahnhof gibt es Rossmann und auch einen „Rewe-to-go“. Der scheint sonntags als Ersatzsupermarkt zu fungieren, wie eine Verkäuferin erzählt: „Das Kundenverhalten ist schon anders. Lebensmittel aus dem Kühlregal wie Wurst und Käse sowie Backwaren werden am Sonntag deutlich mehr nachgefragt.“ Sonntagsvormittags kämen auch viele ältere Kunden. In den Abendstunden am Wochenende mehrheitlich die Partygänger.

Kioske sind stadtweit (nicht nur) sonntags beliebte Anlaufpunkte, um Zigaretten, Zeitungen, Süßigkeiten und Alkohol zu kaufen. Teils auch Brötchen. Na ja, eigentlich werde alles gekauft, sagt der Mitarbeiter eines Kiosks am Wall – „und sonntags kommen mehr Leute“. Wo ein Kiosk als Trinkhalle auch alkoholfreie Getränke wie Kaffee zum Verzehr vor Ort anbietet, unterliegt er den Regelungen des Gaststättengesetzes – und darf deshalb ganztägig öffnen. Ansonsten darf er sonntags nur fünf Stunden öffnen.

Kontrollen von Sonntagsöffnungen gebe es „anlassbezogen im Rahmen der personellen Ressourcen“, wie Ordnungsamtsleiterin Beate Siekmann recht nebulös mitteilt. Darüber hinaus würden angezeigte Verstöße im Nachgang mit Bußgeldern geahndet.

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