Konzerte

Die Phoenixhalle in Dortmund steht vor dem Neustart

„Charme der Industriearchitektur“: die sanierte Phoenixhalle, hier beim Auftritt von SDP im November 2017.

Foto: Four Artists

„Charme der Industriearchitektur“: die sanierte Phoenixhalle, hier beim Auftritt von SDP im November 2017.

Dortmund.  Erste Konzerte hat es in der renovierten Phoenixhalle bereits gegeben. Zum offiziellen Auftakt am 27. April spielen dann die Fantastischen Vier.

Es ist ein Name, an den sich viele Menschen in Dortmund erst noch gewöhnen müssen und manche sich vielleicht gar nicht gewöhnen möchten: Die traditionsreiche Phoenixhalle wird zur „Warsteiner Music Hall“, am 27. April ist die offizielle Eröffnung. Zum Auftakt spielen die Fantastischen Vier. Dass ausgerechnet die Stuttgarter Hip-Hop-Truppe die Konzerthalle einweiht, liegt nahe, denn die „Fantas“ sind Mitbesitzer der Berliner Konzertagentur „Four Artists“ – und die wiederum gehört zu den Bauherren der Halle.

Um zu gucken, wie sich ihre Investition entwickelt, kamen Smudo und Thomas D. bereits im Februar 2016 zum Richtfest nach Dortmund. Damals war die Halle noch eine Großbaustelle. Heute beschreibt „Four Artists“ das Ergebnis wie folgt: „Visuell ist die Halle mit dem Industriedenkmal des stillgelegten, imposanten Hochofens verbunden. Der raue Charme der Industriearchitektur wurde bei der Sanierung erhalten und durch zwei Anbauten ergänzt, in denen sich die gesamte Infrastruktur der Veranstaltungshalle befindet. Im Untergeschoss ist ein faszinierendes Ambiente für den Betrieb eines Clubs geschaffen worden.“

Mehr als 100-jährige Geschichte

Die heutige Veranstaltungsstätte in Dortmund-Hörde hat eine mehr als 100-jährige Geschichte. 1905 wurde sie als Gasgebläsehalle für die Hochöfen des Stahlwerks Phoenix-West gebaut. Nach mehreren Umbauten diente sie schließlich als Ersatzteillager. Zu Beginn des Jahrtausends, die Hochöfen waren seit 2001 kalt, wurde das 2200 Quadratmeter große Industrierelikt zur Veranstaltungshalle umgebaut. Es gab unter anderem Ausstellungen, Filmvorführungen und Lesungen.

Nach erneut mehrjährigem Umbau ist der Betrieb in der Phoenixhalle nun bereits im vergangenen November gestartet, zunächst als Testlauf. Die finale Genehmigung für den ersten Musikabend kam nur wenige Stunden, bevor die Berliner Pop-Rocker SDP und der Gelsenkirchener Rapper Weekend auf die Bühne stiegen. Anwohner fürchteten den Lärm und waren vor Gericht gezogen. Als Folge muss bei Konzerten in der Halle nun spätestens um 22 Uhr Schluss sein, bis 23 Uhr sollen Besucher das Gelände verlassen haben. Doch offenbar stört das die Konzertveranstalter kaum. Vielmehr scheint die Halle mit ihrer überschaubaren Größe gut anzukommen: Milky Chance waren schon da, ebenso Marteria, Wanda und Feine Sahne Fischfilet.

Am 27. April kommen die „Fantas“ nach Dortmund

Und jetzt spielen am 27. April die „Fantas“ in Dortmund. Dort wollen sie ihr zehntes Studioalbum „Captain Fantastic“ vorstellen. Die Eintrittskarten sind längst alle weg. 3600 Fans werden erwartet. Trinken müssen sie an diesem Abend dann das Bier des Namenspartners der Halle. Und eben daran scheiden sich die Geister. Der Betreiber argumentiert, ohne Sponsoring durch einen Partner wie die sauerländische Großbrauerei sei ein wirtschaftlicher Betrieb unmöglich. Dortmunder Lokalpatrioten hingegen erinnern an die Biertradition ihrer Heimatstadt – und fordern schon einen anderen Namen für die „Warsteiner Music Hall“.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik