Revierderby

Derby: BVB hofft auf keine Fans - Polizei erhöht Kontrollen

Das Coronavirus macht auch vor dem BVB nicht halt: Das Revierderby gegen Schalke findet ohne Zuschauer statt. Am Freitag entschied die DFL, dass Spiel trotzdem auszutragen.

Das Coronavirus macht auch vor dem BVB nicht halt: Das Revierderby gegen Schalke findet ohne Zuschauer statt. Am Freitag entschied die DFL, dass Spiel trotzdem auszutragen.

Foto: Bernd Thissen / dpa

Dortmund/Essen.  Der BVB hofft, dass Fans am Samstag dem Revierderby fernbleiben. Die Polizei Dortmund hat auf die „veränderten Rahmenbedingungen“ reagiert.

Der Signal-Iduna-Park bleibt am Samstag für die Zuschauer geschlossen. Die Ausbreitung des Coronavirus hat dafür gesorgt, dass das Revierderby zwischen dem BVB und Schalke ohne Zuschauer stattfinden wird. Und auch der Fanshop der Dortmund direkt neben dem Stadion an der Strobelallee - die BVB-Fanwelt - wie auch der Biergarten im Stadion Rote Erde und auch das Strobels bleiben zu. „Es gibt also wenig Gründe, am Samstag zur Strobelallee zu kommen“, erklärte Christian Hockenjos, Direktor Organisation beim BVB, auf einer Pressekonferenz am Freitag. Trotzdem setzt der Verein Ordner am Stadion ein. Die Polizei Dortmund greift auf die strategische Fahndung zurück.

Revierderby: „Veränderte Rahmenbedingungen“ für die Polizei

Am Mittwochabend konnten die Fußballer des BVB bereits einmal „schnuppern“, wie es Hockenjos nannte, wie sich so ein Geisterspiel anfühlt. Im Stadion gegen Paris Saint-Germain (0:2) waren bis auf wenige Ausnahmen keine Zuschauer zugelassen. Dafür versammelten sich mehrere Tausend Menschen vor dem Stadion, „die versucht haben, Stimmung zu machen“, sagt Hockenjos. „Wir hoffen, dass wir dergleichen morgen nicht haben.“

Die Dortmunder Polizei bereitet sich auf „veränderte Rahmenbedingungen vor“, erklärte Gregor Lange, Polizeipräsident. Nach der Gesamtbeurteilung beruhend auf aktuellen Informationen und den Geschehnissen rund um die Derbys in der Vergangenheit tritt laut Lange ab Freitagabend die strategische Fahndung in Kraft. Diese erlaube es den Polizeikräften das Anhalten von Personen und Fahrzeugen, wie auch die Identitätsfeststellung und die Inaugenscheinnahme im öffentlichen Raum (§12a Abs. 1 S. PolG NRW). Personen können als anlassbezogen aber verdachtsunabhängig kontrolliert werden. „Wir wollen verhindern, dass Gruppen aufeinandertreffen“, sagt Lange.

„Bündnis Südtribüne“ will dem Revierderby fern bleiben

Denn auch die vergangenen Derbys hätten Situationen mit sich gebracht, bei denen sich Ultragruppierungen laut Lange auf konspirativen Wegen bewegt hätten.

Um Fanansammlungen rund um das Stadion zu vermeiden, haben nicht nur die Vereine die Fans im Internet dazu aufgerufen, dem Derby morgen fernzubleiben. Auch das „Bündnis Südtribüne“, dass sich aus großen Teilen der aktiven Fanszene des BVB zusammensetzt, veröffentliche am Donnerstag ein Statement: „Auch wenn bei uns natürlich der Wunsch besteht, (...) werden wir uns nicht vor dem Westfalenstadion versammeln. Dasselbe gilt für die Zeit während und nach dem Spiel, ungeachtet des Ergebnisses.“

Der BVB setzt Ordern ein

Dass sich alle an diese Aufrufe halten, „dass wissen wir natürlich nicht“, sagt Hockenjos. Und so wolle der BVB am Samstag Ordner einsetzen, „die die Außenhaut des Parks schützen“, wie Hockenjos sagt. Also an den Zäunen und Drehkreuzen platziert sind. Auch diese Kräfte dürfen nicht ins Stadion. Und so werden in dem Stadion, das sonst über 81.000 Zuschauern Platz bietet, laut Hockenjos nur die Fußballer, Trainerstäbe und Personen anwesend sein, die für die Durchführung des Spiels erforderlich sein. Journalisten sind zugelassen, aber eine Mixed-Zone gibt es am Samstag nicht.

Leserkommentare (4) Kommentar schreiben