Neues Hochhaus für die Innenstadt?

Das Ellipson soll einen großen Nachbarn erhalten

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Auf dem Platz Rostow am Don will eine Investorengruppe ein neues Hochhaus errichten.

Auf dem Platz Rostow am Don will eine Investorengruppe ein neues Hochhaus errichten.

Foto: Stephan Schütze

Dortmund.  Vor 15 Jahren sind die Pläne für eine Bebauung auf dem Platz von Rostow am Don gescheitert. Jetzt gibt es einen neuen Anlauf für einen 60 Meter hohen Turm. Doch nicht alle Fraktionen im Rat sind begeistert.

Dortmunds Innenstadt könnte ein neues, markantes Hochhaus erhalten: Ein Investor möchte auf dem Platz von Rostow am Don gegenüber dem Ellipson ein rund 20-geschossiges Hotel-, Wohn- und Geschäftshaus bauen. Das stößt in der Politik auf geteilte Meinungen.

Bereits 2002 hatte die Stadt versucht, den Platz von Rostow am Don mit Hilfe eines Architektenwettbewerbs attraktiver zu gestalten. Damals lagen drei Hochhaus-Entwürfe vor. Gebaut wurde letztlich keiner.

Gastronomie und Gewerbe im Erdgeschoss

Nun gibt es einen neuen Vorstoß: Die Wuppertaler Firmengruppe Küpper möchte den Platz mit einem Hochhaus entwickeln. Die Vorlage liefert der Bochumer Architekt Prof. Wolfgang Krenz, der auch 2002 mit von der Partie war. Die Konzeption, die den Rathausfraktionen am Montagabend vorgestellt wurde, sieht ein gut 60 Meter hohes Gebäude mit 20 Geschossen plus Erdgeschoss vor. Es hätte in etwa die gleiche Höhe wie das gegenüberliegende Ellipson.

Während im Erdgeschoss Gastronomie, Gewerbe- und Ladeneinheiten vorgesehen sind, sollen die oberen Etagen mit Hotel- und Wohnnutzung (rund 20 bis 30 Wohnungen) versehen werden. Glas ist das dominierende Element des Gebäudes. Die genauen Kosten, abhängig von Bauweise und Nutzungsart, sind noch unklar.

Die Firmengruppe Küpper und die Bausparkasse Wüstenrot wollen das Projekt gemeinsam angehen. Ralf Berger, Vertriebsdirektor für Neubau und Investition bei Wüstenrot, nennt auf Anfrage einen „Korridor von 42 bis 55 Millionen Euro“ als Investitionssumme. Sowohl der Grundstückskauf als auch das Einreichen des Bauantrages sollen in diesem Jahr über die Bühne gehen.

„Diskussionswürdiges Vorhaben“

Ob das funktioniert, bleibt abzuwarten. Die Ratsfraktionen bewerten das Projekt unterschiedlich. „Eine positive Grundeinstellung“ signalisiert die SPD. „Wir halten das Vorhaben für diskussionswürdig, haben aber Fragen zu Stellplätzen und deren Erschließung“, sagt Fraktionsgeschäftsführer Christian Uhr. Wichtig seien „ein stimmiges Nutzungskonzept“ und ein Anteil von 25 Prozent öffentlich geförderter Wohnungen.

Bei der CDU stehen die Zeichen auf Stopp. „Das Gebäude ist überdimensioniert“, sagt CDU-Planungssprecher Uwe Waßmann. „Überdies sind Fragen zu statischen Problemen offen geblieben“, so Waßmann mit Blick auf den Stadtbahn- und S-Bahn-Verkehr.

Die Grünen „haben sich noch nicht abschließend entschieden“, wie Sprecherin Ingrid Reuter sagt. „Wir fragen uns aber, ob der Standort Frischluftschneisen zerstört und klimapolitisch angemessen ist.“ Kritisch äußert sich Utz Kowalewski, Fraktionschef Linke & Piraten, der unter anderem auf „die Lärmproblematik an diesem Standort“ abhebt. Die Firmengruppe Küpper will die Immobilie nach ihrem Bau im eigenen Bestand halten.

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