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Coworking-Anbieter "Work Inn" expandiert im Ruhrgebiet

Foto: Dan Laryea (Archivfoto)

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Dortmund.  Die Nachfrage ist groß, nicht nur in Dortmund: Anbieter "Work Inn" will expandieren und plant Standorte in weiteren Ruhrgebietsstädten.

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Viele Gründer richten ihr erstes Büro zu Hause ein – oder starten in der Garage wie einst Apple-Gründer Steve Jobs. Kann man machen, ist günstig; vielen fällt zu Hause aber schnell die Decke auf den Kopf. Als Alternative zum normalen, angemieteten Büro etablieren sich seit Jahren Coworking Spaces: Gemeinschaftsbüros, in denen vor allem Selbstständige, aber längst auch Angestellte diverser Firmen zusammen arbeiten. Roboterprogrammierer und Außendienstler großer Unternehmen sitzen neben Journalisten, Fotografen und Hundetrainern. Man mietet sich für einen Tag, eine Woche, einen Monat, mal auch nur für einige Stunden einen Schreibtisch –ist also sehr flexibel.

Vielleicht noch wichtiger: Man trifft auf andere Coworker, knüpft Kontakte, tauscht sich aus, arbeitet gemeinsam.

In Dortmund gibt es einige Coworking-Büros

Das Angebot an Coworking-Büros in Dortmund ist da: Das Dortmunder Start-up Work Inn hat vier Standorte, im Refa-Center am Technologiepark gibt es die Work Lounge, seit 2017 ist die Kette Rent24 an der Hansastraße vertreten.

Den besten Ausblick haben Coworker beim Anbieter Regus im Bürohochhaus Ellipson an der Ruhrallee: Aus dem 12. und 13. Stock sieht man bis hin zum Florianturm. 14 Coworking-Arbeitsplätze gibt es, die meisten Kunden seien aber nur sporadisch vor Ort. Stefanie Lürken, Head of Operations Regus Deutschland, sagt: „Die Nachfrage ist ziemlich hoch, daher haben wir auch meistens nichts frei, sodass die Kunden informiert werden wollen, sobald jemand kündigt.“ Und: Man suche weitere Standorte in Dortmund.

Rent24 teilt mit, dass Angebot werde „nicht nur von Startups, sondern auch zunehmend von Freelancern, Selbstständigen und Projektteams genutzt“. Viele Mieter würden die Möglichkeit schätzen, mit ihrer Mitgliedschaft überall Rent24-Coworking-Spaces nutzen zu können, etwa in Hamburg oder Berlin. In Dortmund will Rent24 die Flächen an der Hansastraße bald „um eine größere Eventfläche ergänzen“, da Events und Workshops sehr beliebt seien.

Work Inn will in weiteren Ruhrgebietsstädten eröffnen

Work Inn hat Standorte in Wickede, am Hafen, am Campus und in der City. Dahinter stehen Dörte Schabsky (33) und ihr Mann Tim (32) – und sie wollen expandieren. Im Ruhrgebiet, wo das Thema Coworking inzwischen Fahrt aufgenommen hat. Dörte Schabsky spricht von einer „großen Vision“, die sie, ihr Mann und inzwischen drei Angestellte verfolgen: „Innerhalb der nächsten zwei Jahre wollen wir in jeder großen Ruhrgebietsstadt mindestens einen Coworking-Standort haben“. Kunden können dann flexibel da arbeiten, wo sie gerade sind.

Dieses Jahr wolle man in jedem Fall ein Work Inn in Bochum eröffnen, in Oberhausen sei man in Verhandlungen. Auch Hamm stehe auf der Liste. Weitere geplante Städte: Essen und Duisburg. „Wir expandieren auf allen Ebenen“, sagt die 33-Jährige – und meint nicht zuletzt die eigene Familie, sie erwartet das zweite Kind.

Schon im vergangenen Jahr hatten die Schabskys Pläne, Coworking-Büros in anderen Städten zu eröffnen. Das Geschäft in Dortmund laufe gut, die Finanzierung über Kredite sei gesichert. „Das Schöne ist“, sagt Dörte Schabsky, „das wir auch Anfragen aus anderen Städten erhalten: ‚Macht ihr bei uns einen Standort auf?‘“ Solche Anfragen kämen von Wirtschaftsförderungen, von Investoren, aber vor allem aus der Gründer-Szene. Denn gerade Gründer sind an Coworking interessiert: Sie suchen Kontakte, sind auch dankbar für Tipps von anderen Coworkern.

Coworker sollen eine Community bilden

Den Schabskys geht es auch darum, „ihre“ Coworker zu einer Community, zusammenzubringen. 200 Coworker nutzen die vier Work-Inn-Büros in Dortmund, sie seien „digital komplett vernetzt“, sagt Dörte Schabsky. Schreibe einer, dass er für ein Projekt einen Grafikdesigner sucht – habe er gute Chancen, jemanden zu finden.

„Wenn man einen Partner für ein Projekt sucht, geht das oft sehr schnell“, sagt Carmen Radeck (43). Auch Aufträge hat die Texterin und Journalistin im Coworking-Büro schon erhalten. Carmen Radeck war die erste Kundin, als 2013 das erste Work Inn in Wickede eröffnete: Seither ist sie in Ergänzung zum Home Office ein-, zweimal pro Woche da: „Zu Hause fehlt einfach der Austausch mit anderen, einfach mal beim Kaffee mit jemandem quatschen zu können.“

Das kann Carmen Radeck im Work Inn in Wickede bald an einem anderen Standort tun: Denn die Schabskys wollen mit diesem Standort umziehen, um ihn – womöglich in der Nähe des Flughafens – zu verdoppeln.

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