Kriminalität

Fehde zwischen Familienclan und Bandidos in Dortmund

In Dortmund ist offenbar ein blutiger Streit zwischen Rockern der Bandidos und Mitgliedern des Miri-Clans ausgebrochen. (Symbolbild)

In Dortmund ist offenbar ein blutiger Streit zwischen Rockern der Bandidos und Mitgliedern des Miri-Clans ausgebrochen. (Symbolbild)

Foto: dpa

Dortmund.  Erst sticht ein Tatverdächtiger aus dem Bandidos-Umfeld auf einen 32-Jährigen ein. Dann fallen einen Tag später mehrere Schüsse.

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Eine Auseinandersetzung im Rocker-Milieu ist am Wochenende in Dortmund eskaliert. Nach Auskunft der Polizei hat am ein Tatverdächtiger aus dem Bandidos-Umfeld in der Straße „Bissenkamp“ in der Innenstadt auf einen 32-Jährigen eingestochen und ihn lebensgefährlich verletzt. Einen Tag später fielen Schüsse an der Deutschen Straße / Ecke Württemberger Straße in Eving.

Einem Bericht der Ruhrnachrichten zufolge zielten die bisher unbekannten Täter auf ein Clubhaus der Bandidos und auf eine Shisha-Bar. In der Folge sicherten schwerbewaffnete Polizisten den Tatort mit Maschinenpistolen ab. Eine Mordkommission ermittelt. Polizei und Staatsanwaltschaft berichten von „Auseinandersetzungen zwischen einem Familienclan und einer Rockergruppierung in Dortmund“.

Die Ruhrnachrichten berichten, dass sich die Bandidos und der libanesisch-stämmige Miri-Clan ins Gehege gekommen seien. Beide Gruppen sind bundesweit aktiv und in kriminelle Machenschaften verwickelt. Es geht um Drogenhandel, Gewalt und andere Verbrechen. Führende Köpfe des Dortmunder „Miri“-Clans, dem bundesweit mehrere tausend Mitglieder zugerechnet werden, sitzen seit 2015 hinter Gittern. Seine Gebietsansprüche und Vormachtstellung beim Kokainhandel in der Nordstadt setze der Clan teils mit Gewalt durch. Die Polizei konnte in Ermittlungen seit 2013 Kontakte zwischen einem libanesischen Drogen-Clan aus der Nordstadt zu Landsmännern in Berlin nachweisen.

Polizei erhöht Präsenz in Dortmund

Die Dortmunder Polizei hat eine Ermittlungskommission eingesetzt und wird in den nächsten Tagen die polizeilichen Präsenz- und Kontrollmaßnahmen noch einmal verstärken, heißt es. Eine weitere Eskalation der Gewalt wegen blutiger Racheakte halten die Beamten für denkbar.

Berichten zufolge soll der niedergestochene 32-Jährige dem Miri-Clan angehören. Was genau der Grund für die Auseinandersetzung war, ist den Behörden offenbar bekannt. Zumindest erklären Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Presseerklärung, dass die "eigentliche Streitursache Gegenstand laufender Ermittlungen ist". Für weitere Nachfragen war die Staatsanwaltschaft Dortmund zunächst nicht zu erreichen. (sat)

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