Afrika

Chefredakteurin Veye Tatah kämpft gegen die Klischees

Thema: Afrika Positive

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Dortmund.Über Afrika berichten und dabei den Blick nicht auf Klischees, Katastrophen und Kriege lenken, ist das Ziel des vierteljährlich erscheinenden Magazins „Africa Positive”. Gründerin und Chefredakteurin Veye Tatah ist heute beim Neujahrsempfang des Bundespräsidenten Horst Köhler.

Veye Tatah ist eine Frau der Tat, eine, die nicht redet, sondern Dinge anpackt. 1991 kam sie aus Kamerun nach Deutschland, begann 1992 in Dortmund Informatik zu studieren. Schon bald ärgerte sich die engagierte Studentin über das einseitige Afrika-Bild, auf das sie in deutschen Medien stieß, und beschloss ein eigenes Magazin zu gründen. Mit vier Kommilitonen startete Tatah 1998 „Africa Positive”, damals noch in schwarz-weiß. Inzwischen ist das Magazin auf 60 farbige Seiten angewachsen: Weltweit schicken rund 30 ehrenamtliche Mitarbeiter aus neun Nationen ihre Texte nach Dortmund. „Ich brauche gar nicht nach Leuten suchen, die melden sich einfach”, erzählt Tatah.

Afrika ist mehr als Korruption und Krieg

Sie eint das gemeinsame Ziel: „Wir wollen ein objektives Bild von Afrika vermitteln, Hintergründe aufzeigen”, sagt sie. „Die Medien berichten meist nur über die vier K's: Katastrophe, Korruption, Kriege, Krankheiten.” Um das zu ändern, investiert die 37-Jährige Zeit und Geld. Teilweise finanziert sich das Magazin über Spenden, die die Druckkosten jedoch nicht decken.

2003 gründete die umtriebige Tatah deshalb den Cateringservice „Kilimanjaro Food”, der von gebratenem Bohnenkuchen bis Pfeffersuppe allerlei Köstlichkeiten anbietet.

Zusammen mit dem Magazin ist der Cateringservice ein weiterer Mosaikstein in Tatahs Anstrengungen für ihr Herzensthema: die „Kontaktangst” der Deutschen gegenüber Afrika abzubauen: „Ich versuche, den Deutschen ein anderes Afrika nahezubringen”.

Wenn Tatah einen Wunsch frei hätte, bekäme „Africa Positive” eine Redaktion mit festen Mitarbeitern. Dann bliebe der ehrenamtlichen Chefredakteurin auch endlich mehr Zeit für ihren Job: Die Informatikerin ist selbstständige Beraterin, unterstützt Migranten, hält Vorträge an der Uni. Zeit, um sich über die Einladung zum Präsidentenempfang in Berlin zu freuen, blieb ihr kaum.

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