Erste deutsche Stadt

Bettensteuer-Deal zwischen Dortmund und Airbnb

| Lesedauer: 3 Minuten
In Dortmund gibt es 200 aktive Gastgeber, die über die Plattform von Airbnb ihre Wohnungen und Zimmer kurzzeitig vermieten.

In Dortmund gibt es 200 aktive Gastgeber, die über die Plattform von Airbnb ihre Wohnungen und Zimmer kurzzeitig vermieten.

Foto: Dan Laryea

Dortmund.  Dortmund schließt als erste Stadt in Deutschland eine Vereinbarung mit dem Homesharing-Portal AirBnb zur unbürokratischen Einziehung der Beherbergungsabgabe. Für Gastgeber und Gäste wird es einfacher.

Ein Zimmer mit zwei Betten im Hafenviertel für 25 Euro pro Nacht, eine kleine Wohnung am Phoenix-See für 54 Euro oder ein Luxusapartment in der Innenstadt für 173 Euro – mehrere hundert Dortmunder bieten Touristen ihre Zimmer oder Wohnungen auf Internet-Plattformen wie Airbnb zur Übernachtung an. Die „Gastgeber“ solcher Privatunterkünfte müssen dafür – wie Hotels und Pensionen – die von den Gästen zu zahlende Bettensteuer mit der Stadt abrechnen. Ein bürokratischer Aufwand, der bei manchen Gastgebern auch Besorgnis auslöst, etwas falsch zu machen. Andere haben sie deshalb erst gar nicht kassiert.

Das wird nächstes Jahr anders; denn als erste Stadt in Deutschland hat Dortmund mit Airbnb eine „Beherbergungsabgaben-Vereinbarung“ geschlossen. Ab Januar 2018 wird die Homesharing-Plattform bei jeder Buchung bei einem Dortmunder Gastgeber die Bettensteuer in Höhe von 7,5 Prozent des Übernachtungspreises automatisiert beim Gast abrechnen und an die Stadt Dortmund ausschütten.

Dortmund ist Vorreiter bei Zusammenarbeit mit Airbnb

Mit über 310 Städten und Kommunen weltweit hat Airbnb bereits solch eine Vereinbarung geschlossen und ist auch in Deutschland mit anderen Städten im Gespräch. Dortmund ist Vorreiter

Alexander Schwarz, Airbnb-Geschäftsführer Deutschland, sagt: „Wir freuen uns, künftig mit der Stadt Dortmund zusammenzuarbeiten zu können.“ Stadtverwaltung und Gastgeber würden so entlastet. „Homesharing“ ermöglicht den Dortmundern, durch das gelegentliche Vermieten ihres Zuhauses „sich etwas hinzuzuverdienen und steht zugleich für Offenheit und Gastfreundlichkeit der Stadt Dortmund“, so Schwarz

200 aktive Dortmunder Gastgeber auf Airbnb

In Dortmund gab es im letzten Jahr 200 aktive Gastgeber mit 300 Unterkünften – vom Privatzimmer bis zum ganzen Haus, dessen Zimmer auch zur Einzelvermietung auf der Plattform stehen können. Inzwischen sind es laut Airbnb-Sprecherin Isabelle Klot rund 400 Unterkünfte.

Auf positive Resonanz stößt die Vereinbarung auch bei Matthias Rothermund, Geschäftsführer von Dortmund-Tourismus. „Dieses Verfahren schafft Sicherheit bei den Gastgebern und Transparenz für die Gäste.“ Im Gegensatz zu anderen Großstädten sorge Airbnb in Dortmund nicht für Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt und sei auch keine für die Hotels, sondern eine Ergänzung. Der Tourismus-Experte: „Wir erschließen durch Airbnb eine neue Zielgruppe, und das ohne Verdrängungswettbewerb. Das sind Gäste, die wir auf anderem Weg nicht bekommen würden.“

Teil des urbanen Lebens

Die Stadt Dortmund betrachte Homesharing als Teil des urbanen Lebens, sagt dazu Stadtsprecher Michael Meinders. Die Vereinbarung mit Airbnb helfe, für mehr Steuergerechtigkeit auch gegenüber den Hotelbetrieben zu sorgen. Die Stadt ist regelmäßig auf Homesharing-Portalen unterwegs, um zu kontrollieren, ob Anbieter sich an die Regeln halten und die Bettensteuer erheben und abführen.

Eine Dortmunder Airbnb-Gastgeberin aus dem Kreuzviertel freut sich, auch ohne die Vereinbarung im Detail zu kennen: „Ich finde das gut. Das macht es einfacher.“

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben