Haldenführer Ruhrgebiet

Ausflug zur Halde Gotthelf in Dortmund

Teils wenig einladend sind die Wege auf der Halde Gotthelf in Dortmund

Teils wenig einladend sind die Wege auf der Halde Gotthelf in Dortmund

Dortmund.  Mitten im Ruhrgebiet liegt ein Gebirge, das es vor einigen Jahrzehnten noch gar nicht gab: Die Halden und Deponien mit den Abfällen der Montanindustrie bilden mittlerweile eine beachtliche Bergwelt. Ein Ausflug zur Halde Gotthelf in Dortmund.

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Die Halde Gotthelf gehört zu den ältesten noch erhaltenen Exemplaren im Ruhrgebiet. Bereits 1925 ging sie in den Ruhestand, als nämlich die Zeche Glückauf Tiefbau stillgelegt wurde, die mit ihren Schächten Gotthelf, Traugott und Giesbert für die Entstehung der Abraumhalde verantwortlich war. Zu diesem Zeitpunkt sah es in Hombruch ziemlich wüst aus: Schwerindustrie und Zechen bestimmten das Bild, hier flogen die Briketts tief.

[kein Linktext vorhanden] Die Halde Gotthelf war nicht die einzige ihrer Art. Sie war Teil der „Hombrucher Alpen“, blieb über Jahrzehnte im Stadtbild präsent und überlebte bis in die Neuzeit. Heute gilt sie als eine der allerletzten erhaltenen Spitzkegelhalden der ersten Generation. Genau genommen ist sie eine Doppel-Spitzkegelhalde, die von Seilbahnen abgeschüttet wurde, als es noch keine starken Lastwagen gab, die diese Aufgabe übernehmen konnten.

Wegen ungeklärter Zuständigkeiten, Altlastenbeseitigung und Bodensanierungen dauerte es viele Jahrzehnte, bis die Halde 1994 vom damaligen KVR erworben werden konnte. Weitere 50 000 Euro, einige Dutzend Ginsterbüsche und ein paar Bänke später war die Halde 2001 dann endlich soweit, der Öffentlichkeit übergeben zu werden. Und die hat nun eine Halde, die schon nach wenigen Jahren ziemlich wenig Freude macht.

Pflege könnte Wunder wirken

Die beiden Aussichtsplattformen sind fast vollständig zugewuchert, nur noch wenige Lücken lassen ahnen, welch grandiosen Ausblick man hier einst mal hatte. Ein richtiges Ärgernis und gefährlich zudem sind die Wege auf der Halde. Obwohl sie zu den steilsten Anstiegen im Ruhrgebiet zählen, versah der RVR sie unverdrossen mit Schotteroberflächen (wassergebundene Decke). Wie die Physik lehrt, hält Wasser aber nicht an einem Hang – und Schotter binden tut es schon gar nicht.

Wasser fließt nämlich bergab und nimmt auf seinem Weg zu Tal alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist. Wie so etwas aussieht, kann auf Gotthelf aufs Erschreckendste besichtigt werden: Böse Auswaschungen, gefährliche Wege, Warnungen vor Tagebrüchen: Wer nicht gut zu Fuß ist, sollte diese Halde unbedingt meiden.

Für Kinderwagen, Fahrräder oder Gehhilfen sind diese „Wege“ absolut ungeeignet. So, wie die Halde sich heute (2009) präsentiert, ist sie einfach nur ärgerlich. Da ist es nicht verwunderlich, dass der RVR Gotthelf am liebsten verschweigen möchte – „enttäuschungsfest“ ist diese Halde wirklich nicht. Dabei könnte ein wenig Pflege hier wahre Wunder wirken.

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