Gericht

Astwurf auf Autobahn: Angeklagter schweigt zu Prozessbeginn

Das Bild zeigt den Angeklagten zeigt Jalal J. aus Castrop-Rauxel neben Verteidiger Markus Blumenstein.

Das Bild zeigt den Angeklagten zeigt Jalal J. aus Castrop-Rauxel neben Verteidiger Markus Blumenstein.

Foto: Stefan Wetter

Dortmund.  Ein 21-Jähriger aus Castrop-Rauxel soll im Juli einen Ast auf die A45 in Dortmund geworfen haben. Der erste Prozesstag war schnell beendet.

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Es ist der Alptraum eines jeden Autofahrers: In voller Fahrt traf der zehn Kilo schwere Ast das Auto der 32-Jährigen. Nachts. Auf der Autobahn 45 in Dortmund. Verantwortlich dafür soll der 21 Jahre alte Jalal J. aus Castrop-Rauxel sein. Vor dem Dortmunder Schwurgericht wirft Staatsanwältin Sandra Lücke dem Iraner am Dienstag versuchten Mord vor.

Mehrere Schutzengel müssen im Auto der jungen Frau gesessen haben, als sie am 1. Juli vergangenen Jahres um 3.10 Uhr kurz vor der A 45-Brücke an der Rahmer Straße fuhr. Denn plötzlich prallte vorne rechts der 2,60 Meter lange Ast auf ihren Wagen, flog dann über das Fahrzeug hinweg und zerstörte dabei die Scheibe. Geistesgegenwärtig bremste die 32-Jährige den Wagen ab. Kleinere Verletzungen erlitt sie durch die herumfliegenden Glassplitter, außerdem ein Schocktrauma.

16 Tage lang fahndete die Polizei nach dem Täter, dann nahm sie Jalal J. fest. Am sichergestellten Ast hatte sie DNA gefunden. Und dieser genetische Fingerabdruck passte zu dem Asylbewerber, der in der Vergangenheit schon mehrfach verurteilt wurde. “Sachbeschädigung und Widerstand”, erläutert sein Verteidiger Markus Blumenstein. Der Mandant sei selbst geschockt über das, was die Anklage ihm vorwerfe. Leider fehle ihm die Erinnerung.

Erster Prozesstag ist schnell beendet

Einiges hat die Polizei an Fakten über die Tatnacht zusammengetragen. Denn Jalal J. hatte damals in einem Bus randaliert. Der Busfahrer ließ sich das nicht bieten, alarmierte die Polizei und warf den Fahrgast heraus. Über diese Aktion gibt es wohl einen Aktenvermerk. Die Ermittler rekonstruierten später, dass die Brücke an der Rahmer Straße auf dem möglichen Heimweg des Angeklagten nach Castrop-Rauxel liegt.

Der erste Prozesstag ist am Dienstag schnell beendet. Jalal J. will zwar aussagen, “soweit er sich erinnert”, beantwortet sein Anwalt die Frage von Richter Peter Windgätter. Aber der psychiatrische Gutachter fehlt. Deshalb kommt es erst am nächsten Tag dazu, dass der Angeklagte das Wort ergreift. Dann wird es vor allem darum gehen, ob er wirklich so alkoholisiert war, dass seine Schuldfähigkeit beeinträchtigt war.

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