Lichterfest

Ärger um Lichterfest: Veranstalter verspricht Entschädigung

Das Lichterfest im Westfalenpark in Dortmund wurde am Wochenende wegen einer Unwetterwarnung abgebrochen.

Das Lichterfest im Westfalenpark in Dortmund wurde am Wochenende wegen einer Unwetterwarnung abgebrochen.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Dortmund.  Dass das Lichterfest im Westfalenpark nach Abbruch und Evakuierung weiterging, löste einen Shitstorm aus. Nun bezogen die Veranstalter Stellung.

Bekommen sie ihr Geld zurück, oder bleiben sie auf den Kosten sitzen? Bei den Besuchern des Lichterfest in Dortmund herrscht Ratlosigkeit und Unmut. Mehrere Pannen führten dazu, dass die Veranstaltung im Nachklang für Gesprächsstoff sorgt, wie sich auch auf den sozialen Medien zeigt: Bis Montag Mittag gab es schon 1700 erboste Kommentare.

Aufgrund eines aufziehenden Unwetters wurde das Fest abgebrochen: Der Deutsche Wetterdienst hat bis 22.30 Uhr vor starkem Gewitter und Regen, sowie vor Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 80 km/h gewarnt. Um 21.10 Uhr erreichte den Veranstalter laut eigenem Angaben eine Unwetterwarnung mit der Ankündigung auf ein von Westen aufziehendes Gewitter der Warnstufe rot, welches den Westfalenpark in 25 Minuten erreichen sollte. In Absprache mit der Feuerwehr, Polizei und Sicherheitsdienst wurde das Fest unterbrochen.

Fortsetzung nach etwa einstündiger Pause

Zwar war das Unwetter die Ursache, allerdings wurde von „Sicherheitsgründen“ gesprochen. Eine Tatsache, die viele Besucher verunsicherte, wie sie auf Facebook berichteten: „Sicherheit geht vor, keine Frage, aber wenn man eine Veranstaltung abbricht wegen des Wetters, kann man das auch sagen. Nur der Satz „Aus Sicherheitsgründen“ lässt im Zeitalter des Terrors sofort auf Bombendrohung schließen! Information ist alles!“

Nach einer fast einstündigen Pause ging es dann überraschend doch weiter. Doch zu diesem Zeitpunkt befand sich schon ein Großteil der rund 30.000 Besucher schon auf dem Heimweg. „Wir wurden darauf hingewiesen, sich in die Autos oder öffentlichen Verkehrsmittel zu begeben. Jetzt auf einmal, wo man zu Hause ist, geht es weiter. Also ich bin echt enttäuscht“, lautet nur ein Kommentar einer Besucherin in den sozialen Medien, die sich einer Vielzahl ihrer Vorredner anschloss und forderte: „Ich will mein Geld zurück.“

Während Evakuierung weiter Tickets verkauft

Für großen Unmut sorgte auch, dass an einigen der insgesamt acht Kassen weiter Tickets verkauft wurden, während im Park schon die Ansage zur Evakuierung lief. Die Entscheidung war nicht zu allen Kartenhäuschen pünktlich vorgedrungen.

Nun bezogen die Veranstalter auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz Stellung. Mit Annette Kulozik (Westfalenpark-Chefin), Bernd Kruse (Sport- und Freizeitbetriebe Dortmund) und Norbert Labudda (technischer Veranstalter) war der Kern des Veranstaltungsteam vertreten.

,,Wir verstehen den Unmut der Besucher und können die Enttäuschung nachvollziehen“, versicherte Bernd Kruse. Auch dass die Kritik vor allem auf die fehlende Kommunikation zielte, konnten die Veranstalter nachvollziehen, die allerdings betonten, dass ihr zeitlicher Rahmen, um zu handeln, sehr gering war.

Unterschiedliche Aussagen auf beiden Bühnen

Dass von der Hauptbühne und der zweiten, kleineren Bühne unterschiedliche Aussagen ausgingen, erklärte Norbert Labudda wie folgt: ,,Während wir auf der Bühne den Moderatoren die Ansagen überließen, wurde auf der zweiten Bühne ein vorgefertigtes Band abgespielt.“ Dieses forderte zum Verlassen des Geländes auf, während die Moderatoren noch von einer möglichen Fortsetzung sprachen.

Dass es diese vielleicht nach dem kurzen Unwetter geben könnte, daran dachte Park-Chefin Annette Kulozik nach eigenen Angaben gar nicht: ,,Uns ging es erstmal nur um die Evakuierung. Das war vielleicht ein Fehler, aus dem wir für das nächste Mal lernen.“

Den Unmut der Besucher wird das erst einmal nur wenig lindern, dessen ist sich auch Bernd Kruse bewusst: ,,Wir verstehen die Reaktionen und werden auch reagieren. Wie diese Wiedergutmachung aussehen wird, darüber werden wir uns in den kommenden Tagen beraten.“

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