Freilicht AG

Zechenwerkstatt Dinslaken aus dem Dornröschenschlaf erwecken

Bernd Kuhlmann, Lea Eickhoff, Michael Schürmann, Anja Graumann und Dirk Brunokowski (v.)  vor den fest installierten Sanitäranlagen.

Bernd Kuhlmann, Lea Eickhoff, Michael Schürmann, Anja Graumann und Dirk Brunokowski (v.) vor den fest installierten Sanitäranlagen.

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Toilettenwagen ist der Auftakt: Nun gibt es für kleinere Veranstaltungen in der Zechenwerkstatt auch fest installierte sanitäre Einrichtungen.

Wer groß denkt und damit Erfolg haben möchte, darf den Blick für das Detail, den nächsten Schritt, die grundlegenden Bedürfnisse nicht vergessen. Es gibt Momente, da sind solche Sätze nicht nur theoretische Weisheiten, sondern konkrete Taten. Die Köpfe der Freilicht AG haben den ehrgeizigen Plan, wie einst das Burgtheater nun die Zechenwerkstatt in Lohberg aus dem Dornröschenschlaf zu holen und zu einem kulturellen Highlight zu machen, das von den Dinslakenern selbst getragen wird. Und das Bild der Woche zu diesem Unterfangen ist die Anfahrt eines Toilettenwagens aus Holz, mit 6 Stundenkilometern über eine Strecke von 90 Kilometern gezogen an einen zur Verfügung gestellten Lkw.

Beim neuen Stammtisch wurde Einweihung gefeiert

Lea Eickhoff, Geschäftsführerin der Freilicht AG, nahm mit einem Freund diese Tour am Montag auf sich. Und am Donnerstag wurde Einweihung gefeiert: Endlich stehen kleineren Veranstaltungen in der Zechenwerkstatt nicht nur Strom und fließend Wasser, sondern auch fest installierte sanitäre Einrichtungen zur Verfügung. Die erste Gelegenheit, sie zu benutzen, bot der neu ins Leben gerufene Zechenwerkstatt-Stammtisch, bei dem die Freilicht AG im gemütliche Ambiente unter Lichterketten kreative Interessierte über den Stand der Dinge im Industriedenkmal informierte und um Ideengeber und praktische Helfer warb.

Die beiden Architekten Anja Graumann und Michael Schürmann gehören zu dem Planungsteam, das an die Zukunft der Zechenwerkstatt zwischen Denkmalschutz und Nutzungskonzepte denkt. Eine der Ideen: Ein „Haus im Haus“ mit mehreren Etagen am nördlichen Kopfende der Halle bietet Foyer, Seminarräume oder ähnliches, durch seine selbsttragende Bauweise kann es einen modernen Akzent gegenüber der Industriearchitektur setzen und berührt dabei die historische Außenhülle der Zechenwerkstatt nicht.

Die Zechenwerkstatt soll möglichst bald gekauft werden

Ob die Idee realisiert wird? Katharina Höying von der Freilicht AG bringt neben dem Nutzungskonzept noch die Finanzierung und die Rechtsform für die Zechenwerkstatt ins Spiel, vergleicht den Fortschritt der Entwicklungsarbeit des Teams mit einem Pendel: jede neue Idee lässt alles in eine neue Richtung ausschlagen. Sicher ist, der Gedanke des bürgerschaftlichen Engagements soll gewahrt sein, Stiftungsgelder, Spenden und Fördermittel werden in Erwägung gezogen. Noch ist alles im Fluss. Fest steht: Die Zechenwerkstatt soll gekauft werden. „Wir hoffen, sehr bald“, so Eickhoff.

Emotionale Beziehung zu einem Toilettenwagen

Gekauft ist auf jeden Fall der Toilettenwagen. 1200 Euro, Ebay-Kleinanzeigen. Der Schützenverein Bönen hat den Wagen seinerzeit selbst gebaut und nun ausrangiert, in die Zechenwerkstatt passt der urige Charme der an einen Zirkuswagen erinnernden Sanitäreinrichtung perfekt. Das sieht auch Lea Eickhoff selbst so: „Ich hätte nie gedacht, das ich mal eine emotionale Beziehung zu einem Toilettenwagen entwickele“, amüsiert sie sich.

Aber genau das ist auch ein Ausdruck des Herzbluts, mit dem die Akteure der Freilicht AG einmal mehr Stunden und Aberstunden Engagement und ehrenamtliche Arbeit aufbringen. Mitstreiter sind gesucht: www.zechenwerkstatt.de.

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