Städtepartnerschaft

Wiedersehen nach 50 Jahren: Die ersten Voerder in Alnwick

Die Ehemaligen des Jugendaustauschs mit der Voerder Partnerstadt Alnwick trafen sich  zum 50-jährigen Jubiläum in der Gaststätte Rheinwacht in Götterswickerhamm.

Die Ehemaligen des Jugendaustauschs mit der Voerder Partnerstadt Alnwick trafen sich zum 50-jährigen Jubiläum in der Gaststätte Rheinwacht in Götterswickerhamm.

Foto: Gerd Hermann / FFS FUNKE Foto Services

Voerde  Schon zehn Jahre vor dem Start der Städtepartnerschaft, machten sich 1969 Schüler aus Voerde auf den Weg in die nordenglische Stadt Alnwick.

. In der Holzhütte der Rheinwacht am Ufer des Rheins in Götterswickerhamm hat sich die Gruppe der ehemaligen Schüler getroffen, die 1969 beim ersten Austausch zwischen Voerde und Alnwick mit nach England reiste. Dabei hatte es den ersten Austausch zwischen Deutschland und Alnwick schon Anfang der 50er-Jahre gegeben. „Damals waren es aber nur eine Handvoll Menschen aus dem ehemaligen Kreis Dinslaken“, sagt Christiane Demtröder-Rählmann, die zu den ersten Schülern gehörte, die sich aus Voerde auf den Weg nach Alnwick machten.

Die Koffer flogen vom Bus

Am 7. Juli 1969 ging es von Voerde aus mit dem Bus in Richtung des Düsseldorfer Flughafens. Das erste Abenteuer erwartete die Schüler dabei schon, bevor sie dort ankamen. „Unsere Koffer waren auf dem Dach des Busses untergebracht und wir haben unterwegs ein paar verloren“, erzählt Hans-Joachim Goßen, ebenfalls einer der ersten Austauschschüler. „Damals gab es noch so wenig Verkehr auf der Autobahn, dass wir sie schnell wieder einsammeln konnten.“ Heute wäre das auf der Autobahn 59 zwischen Dinslaken und Düsseldorf wohl ein schwieriges Unterfangen. Die Koffer hatten Windböen vom Dach gefegt. Phänomene des stürmischen Wetters, welches die Anreise prägen sollte. „Auf dem Ärmelkanal gab es damals zahlreiche Tote wegen des Sturms“, erzählt Hans-Joachim Goßen.

„Wir haben diesen Austausch ganz unterschiedlich erlebt“

Am Flughafen in London ging das Chaos weiter. Wegen der Wetterlage verzögerte sich der Weiterflug, so dass die Schüler erst abends in Alnwick ankamen. „Da es weniger interessierte Schüler auf der englischen Seite gab, wurden wir teilweise zu zweit oder sogar zu viert auf die Gastfamilien aufgeteilt“, erinnert sich Heiner Hüsken, ebenfalls einer der ersten Austauschschüler. Teilweise lagen 80 Kilometer Distanz zwischen den Austauschschülern. „Wir haben diesen Austausch ganz unterschiedlich erlebt, dadurch, dass die Familien mit uns ein jeweils eigenes Programm gemacht haben“, erzählt Christiane Demtröder-Rählmann.

Bleibende Erinnerungen an den Hadrianswall

Allen drei ehemaligen Austauschschülern ist dabei der Besuch des Hadrianswall im Gedächtnis geblieben – allerdings nicht gerade positiv. „Da gab es vor allem alte Steine. Das war für uns Schüler damals nicht so interessant“, sagt Heiner Hüsken. Positiv erinnern sie sich an ihren Besuch im Park von Alnwick Castle. Mittlerweile hat das Schloss als Kulisse für die die Harry-Potter-Filme, die Serie Downton Abbey und andere Filmproduktionen einige Berühmtheit erlangt. „Früher konnte man das Schloss und die Anlage kostenlos besichtigen. Heute kostet es Eintritt und man kann Besenflugstunden buchen“, erzählt Heiner Hüsken. Während der Fahrt erlebten die Schüler am Fernseher auch die Mondlandung mit. „Am nächsten Tag ging es nach London und ich war unheimlich müde, weil ich den ganzen Abend vor dem Fernseher verbracht hatte“, erinnert sich Hans-Joachim Goßen.

Heiner Hüsken war schon 60 Mal in Alnwick

Der Partnergemeinde Alnwick ist zumindest Heiner Hüsken treu geblieben. 20 Jahre lang fuhr er als Betreuer mit auf die Austauschfahrten nach Nordengland und mindestens einmal im Jahr zieht es ihn auch privat dorthin. „Ich war mittlerweile über 60 Mal dort“, erzählt er. Verändert habe sich die kleine Gemeinde in den vergangenen 50 Jahren nicht sehr. „Es wurden natürlich neue Häuser gebaut, aber trotzdem scheint es, als wäre die Zeit stehen geblieben“, sagt Heiner Hüsken.

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