Elektromobilität

Voerde: Doch keine E-„Tanke“ im Rheindorf Götterswickerhamm

In der Voerder Stadtmitte, gegenüber dem Rathaus gibt es bereits seit längerem eine Ladesäule für E-Autos.

In der Voerder Stadtmitte, gegenüber dem Rathaus gibt es bereits seit längerem eine Ladesäule für E-Autos.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Voerde.  Die in Götterswickerhamm geplante Ladesäule für Elektroautos kommt vorerst aus zwei Gründen nicht. Dafür ist in Spellen eine E-„Tanke“ angedacht.

Aus dem im Dezember 2018 per Ratsbeschluss gefassten Plan, an der Dammstraße in Götterswickerhamm eine Ladesäule für E-Autos zu errichten, wird erst einmal nichts: In der Zwischenzeit ist die Stadtverwaltung zu der Erkenntnis gelangt, dass die Station dort bis auf weiteres nicht realisiert werden könne. Und das aus zwei Gründen: Der „bevorzugte“ Standort auf dem Parkplatz „Rheinpromenade“ sei aufgrund der Lage innerhalb des Überschwemmungsgebietes „problembehaftet“. Darüber hinaus führe die Sperrung der Dammstraße im Zuge der geplanten Deichsanierung dazu, dass die E-Ladesäule nicht dauerhaft in Betrieb sein könne. Warum der erste Hinderungsgrund, mindestens aber der letztgenannte – das Deichbauprojekt im Rheindorf ist seit Jahren bekannt – nun neue Erkenntnisse sind, dazu ist in der Verwaltungsvorlage, die der Politik nun vorgelegt und vom Planungs- und Umweltausschuss am Dienstag, 25. Juni, als erstes beraten wird, nichts zu lesen. Alternative Standorte in dem Ort erfüllen nach Einschätzung des Fachbereiches Stadtentwicklung und Baurecht nur bedingt die Voraussetzungen einer regionalen Bedeutung und einer hohen Besucherfrequenz.

Verwaltung verweist auf steigenden Bedarf an E-Ladeinfrastruktur

Ersatzlos wegfallen lassen will die Verwaltung den Standort in Götterswickerhamm jedoch nicht. Sie argumentiert mit dem zukünftig steigenden Bedarf an E-Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum und schlägt daher eine Alternative aus der vorliegenden Prioritätenliste vor. Dort ist ganz oben unter Priorität 2 die Friedrich-Wilhelm-Straße im Kreuzungsbereich Mehrumer Straße in Spellen aufgeführt. Diese bilde das Zentrum des Stadtteils und bündele unterschiedliche Nutzungen aus dem Bereich Einzelhandel, Dienstleistung und Gastronomie. Dies wiederum erzeuge Besucherfrequenz „mit ausreichender Verweildauer im Bereich des Marktplatzes“. Die Anbindung an den ÖPNV sei über die Bushaltestelle „Spellen Kirche“ sicher gestellt, erläutert die Verwaltung.

Der Stadtrat hatte im Dezember 2018 auch die Installation einer Ladesäule auf dem Marktplatz in Friedrichsfeld beschlossen. Dabei soll es auch bleiben. Nach aktuellem Stand seien die Verträge für die dortige E-Ladestation zwischen der Stadt, der Innogy SE als Betreiber und einem Werbepartner geschlossen, der die gesamten Kosten der Finanzierung trage. Die Kommune stelle die öffentliche Fläche zur Verfügung und sichere somit die Nutzbarkeit der Ladeinfrastruktur für einen Zeitraum von mindestens acht Jahren. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) prüfe als Fördermittelgeber die Eignung des Standortes. Mit der Errichtung der E-Ladesäule werde begonnen, sobald die Genehmigung des Ministeriums vorliege.

Ziel ist es, Angebot „flächendeckend“ im Stadtgebiet vorzuhalten

Nach Angaben der Verwaltung ist es neben der Bewertung möglicher Standorte nach bestimmten Kriterien auch von zentraler Bedeutung, öffentlich zugängliche Ladesäuleninfrastruktur „flächendeckend“ im Stadtgebiet anzubieten. Mit der bestehenden Station am Rathaus in Voerde und den beiden neu geplanten auf dem Marktplatz in Fried-richsfeld und in Spellen würden die drei „bevölkerungsreichsten Stadtteile abgedeckt“. (P.K.)

>>Info: Stadt sucht nach Werbepartner

Die Innogy SE soll nach Ende der achtjährigen Vertragslaufzeit Eigentümer der jeweiligen E-Ladesäule bleiben. Die Stadt werde mit fünf Cent pro Kilowattstunde (kWh) am Stromabsatz beteiligt. Die Einnahmen dadurch würden bei etwa 50 Euro pro Jahr liegen, kündigt die Verwaltung für die geplante E-Ladesäule auf dem Marktplatz in Spellen an. Der Preis je Ladesäule mit zwei Ladepunkten liegt bei 103,17 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Die Kosten belaufen sich für die acht Jahre ergo auf insgesamt rund 9905 Euro. Auch für diesen Standort will sich die Verwaltung um einen Werbepartner bemühen, der die Betriebskosten übernimmt.

Die Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am Dienstag, 25. Juni, beginnt um 17 Uhr im kleinen Sitzungssaal (Raum 137) des Rathauses.

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