Krimiwoche

Thrillerautor überzeugt in Voerde mit Nervenkitzel und Humor

Andreas Winkelmann las anlässlich der Krimiwoche der „Lesezeit!“ aus seinem Buch „Die Lieferung“ vor.

Andreas Winkelmann las anlässlich der Krimiwoche der „Lesezeit!“ aus seinem Buch „Die Lieferung“ vor.

Foto: Johann Ridder / FUNKE Foto Services

Voerde.  Thrillerautor Andreas Winkelmann war bei der von der „Lesezeit!“ organisierten Krimiwoche in Voerde zu Gast und begeisterte das Publikum.

„Ich schreibe auch Liebesgeschichten. Die will aber keiner lesen“, sagt Andreas Winkelmann, als er sich hinter das Podium auf der kleinen Bühne im Strandhaus Ahr stellt. Dann zieht er eine Lesebrille aus der Tasche. Die habe, sagt er, nichts mit einer Sehschwäche zu tun, sondern sei eine Empfehlung seines Verlages, damit er intelligenter aussieht. Lacher im Publikum. Dann fängt er an, aus seinem Buch „Die Lieferung“ zu lesen. Der Bestseller-Autor ist bei der Krimiwoche zu Gast, die Sabine Friemond-Kund, Inhaberin der Buchhandlung „Lesezeit!“, organisiert hat.

Die Geschichte beginnt mit einer Frau, die in die Wohnung ihrer Nachbarin geht, weil sie sich Sorgen um sie macht. Dort findet sie einen üblen Gestank und einen Schwarm von Schmeißfliegen vor, die um einen Pizzakarton herum summen. Diesen öffnet die Frau, doch was sie darin sieht, erfahren die Zuhörer erstmal nicht. „Meist liefern mir Freunde, meine Umwelt oder das Tagesgeschehen die Ideen“, erzählt Andreas Winkelmann. Auf die Fliegen im Pizzakarton kam er, als er – etwas abseits auf dem Land wohnend – mal zwei Stunden auf eine Pizzalieferung warten musste und eben solche Tiere dann im Innern des Kartons fand.

„Das ist ein Cliffhänger“, ruft der Autor und wechselt das Thema

Neue Szene: Regina Hesse sitzt allein im Wald auf einem Hochstand. Die Jägerin sieht eine Bewegung im Gebüsch vor sich. Durch das Visier ihres Gewehrs erblickt sie eine geisterhafte Frauengestalt. Sie erschrickt, ruft ihren Freund an, mit der Bitte, die Polizei zu rufen. Sie klettert vom Hochsitz um der Frau, die sie gesehen hat, zu helfen. Diese kommt auf sie zugerannt. Regina reißt ihr Gewehr hoch und Andreas Winkelmann macht eine Lesepause. „Das ist ein Cliffhanger“, ruft der Autor.

https://www.nrz.de/staedte/dinslaken-huenxe-voerde/krimiwoche-mit-bekannten-autoren-und-einem-voerder-krimi-id227241393.htmlUnd erzählt dann erstmal, wie er sich zum Hasselbrack aufmachte, einem Berg in den Schwarzen Bergen bei Hamburg: Mit einem Freund und mit Bergsteigerausrüstung und Proviant ausgestattet, machte er sich auf den Weg, um den Gipfel zu erklimmen. Stundenlang irrten sie durch den Wald, bis Andreas Winkelmann zufällig zu Boden blickte und dort eine Markierung fand, die besagte, dass er sich auf dem Berggipfel befände. „Wie Sie sehen, kann das Leben eines Schriftstellers wirklich abenteuerlich sein“, sagt Andreas Winkelmann. Lacher im Publikum.

Vorlagen für die Figuren findet der Autor oft zufällig

Und dann liest der Autor noch von Viola, die anscheinend von einem seltsamen Mann verfolgt wird, der sie nicht nur anruft, um ihr Nachrichten mit seltsamen Geräuschen zu hinterlassen, sondern ihr auch nachstellt, bewaffnet mit einer blauen Kinderschultasche. „Die Vorlage dafür ist ein Mann, den ich im Zug gesehen habe“, erzählt Andreas Winkelmann. Ein Passagier, der nicht nur seltsame Geräusche produzierte, und lautstark mit Sexhotlines telefonierte, sondern eben auch einen blauen Schultornister dabei hatte, in dem er beständig mit einer Hand herumnestelte. „Eigentlich müsste ich dem Mann Tantiemen zahlen“, sagt Winkelmann.

Am Ende gibt es viel Applaus für den Thrillerautor und zahlreiche Lesungsgäste, die sich eines oder mehrere seiner Werke samt Autogramm mitnehmen.

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