Baumaßnahme

Stadt Voerde muss Abwasserdruckrohrleitung im Norden sichern

Der geplante Ausbau der Betuwe-Strecke (Foto) und der Neubau der Ortsumgehung B58n machen verschiedene Maßnahmen zur Sicherung der Abwasserdruckrohrleitung Friedrichsfeld-Wesel erforderlich.

Der geplante Ausbau der Betuwe-Strecke (Foto) und der Neubau der Ortsumgehung B58n machen verschiedene Maßnahmen zur Sicherung der Abwasserdruckrohrleitung Friedrichsfeld-Wesel erforderlich.

Foto: Heinz Kunkel / FFS

Voerde.  Der Bau der Ortsumgehung B58n und die Erweiterung der Betuwe-Strecke um ein drittes Gleis machen Sicherung der Abwasserdruckrohrleitung nötig.

Der geplante Ausbau der Betuwe-Strecke, zu dem für keinen der beiden auf Voerder Gebiet liegenden Abschnitte bislang ein Planfeststellungsbeschluss vorliegt, und der beabsichtigte Neubau der Ortsumgehung B58n machen mit Blick auf die kommunale Abwasserdruckrohrleitung Friedrichsfeld-Wesel verschiedene Maßnahmen erforderlich. Die Drucksache der Verwaltung dazu wird nun der Politik zur Kenntnis vorgelegt – als erstes dem in dieser Woche tagenden Bau- und Betriebsausschuss sowie in den folgenden beiden Wochen dem Haupt- und Finanzausschuss und dem Stadtrat.

Im Zuge des von Straßen.NRW geplanten Neubaus der etwa 3,8 Kilometer langen Ortsumgehung B58n kreuze diese Straße die über einen Damm verlaufende B8 (Dinslakener Landstraße) sowie die Bahnstrecke Oberhausen-Emmerich, die bekanntermaßen um ein drittes Gleis erweitert werden soll. Dafür müsse der vorhandene Damm verbreitert werden. Die von der Stadt Voerde betriebene, knapp 2,5 Kilometer lange Druckleitung „Kasselweg – Lippe-glacis“, über die das zu klärende Abwasser aus dem nördlichen Stadtgebiet (Spellen, Friedrichsfeld, Emmelsum) zur Kläranlage Wesel geleitet wird, verlaufe über Grünlandflächen und kreuze dabei die B8, die neue Umgehungsstraße und die Bahnstrecke auf Weseler Gebiet. Die beiden Neubauvorhaben von Straßen.NRW und Deutscher Bahn „bedingen eine Sicherung der städtischen Abwasserdruckrohrleitung“, wie die Verwaltung ausführt.

Mehrere Maßnahmen erforderlich

Konkret geht es dabei um Folgendes: Aufgrund der Lage der neuen Ortsumgehung B58n und der Erweiterung der Bahntrasse um ein drittes Gleis ist der Verwaltung zufolge die Länge des Stahlschutzrohres „nicht mehr ausreichend“. Heißt: Das in der Zugstrecke unter den Gleisen vorhandene Stahlschutzrohr müsse verlängert werden. Zudem müssen die vorhandenen beiden Schachtbauwerke zurückgebaut und außerhalb der künftigen Böschung neu errichtet werden.

Damit das kontinuierliche Ableiten des Abwassers während der Bauphase sichergestellt werden kann, sei es erforderlich, eine Abwasserüberleitung zu errichten. Für die Außerbetriebnahme, das Entleeren und das Überpumpen des Restwassers in den Übergabeschacht Voerde/Wesel sowie den Ausbau der vorhandenen Abwasserdruckrohrleitung in einem Bereich und den Einbau von Schiebergruppen stehe ein Zeitfenster von maximal sechs Stunden zur Verfügung. Außerdem könnten die Arbeiten nur bei trockenem Wetter erfolgen, wie die Verwaltung erläutert.

Investitionsbedarf liegt bei etwa 1,5 Mio. Euro

Die Liste der in diesem Zusammenhang zu erbringenden Leistungen ist lang und der Investitionsbedarf hoch. Dieser wird mit etwa 1,5 Mio. Euro beziffert. Die erste Kostenschätzung aus der Vorplanung lag mit 275.000 Euro weit darunter. Die sehr große Differenz wird damit erklärt, dass sich gegenüber der ersten Planungsstufe „zahlreiche Abhängigkeiten und Besonderheiten“ gezeigt hätten, die das Planungsbüro in der ersten Kalkulation nicht habe erfassen können.

Die Baukosten sind laut Stadtverwaltung je zur Hälfte von Deutscher Bahn und Straßen.NRW zu übernehmen. Für die jetzt fällige Ausschreibung beziehungsweise Durchführung der Maßnahme sei daher die Erklärung zur Kostenübernahme einzuholen. Die grundsätzliche Bereitschaft dazu sei vorab signalisiert worden. (P.K.)

>>Info: Ausschuss tagt am 27. Juni

Die Sitzung des Bau- und Betriebsausschusses am kommenden Donnerstag, 27. Juni, beginnt um 17 Uhr im kleinen Situngssaal (Raum 137) des Rathauses. Auf der Tagesordnung des öffentlichen Teils steht neben der Sicherung der Abwasser-Druckrohrleitung Friedrichsfeld-Wesel auch ein Bericht der Verwaltung über die Investitionsmaßnahmen, die in die Zuständigkeit des Fachbereiches 7 (Bauen und Technische Infrastruktur) fallen.

Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung geht es unter anderem auch um die Vergabe von Ingenieurleistungen für die Planung der „grundhaften Erneuerung“ der Alten Hünxer Straße/Hugo-Mueller-Straße in Friedrichsfeld.

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