Parteivorsitz

SPD-Vorsitzende sehen keine klaren Favoriten für die Spitze

Anfang Oktober, bei der Regionalkonferenz in Duisburg, waren es noch sieben Duos, die um den Parteivorsitz der SPD buhlten. Hilde Mattheis und Dierk Hirschel haben ihre Kandidatur schlussendlich aber zurückgezogen.

Anfang Oktober, bei der Regionalkonferenz in Duisburg, waren es noch sieben Duos, die um den Parteivorsitz der SPD buhlten. Hilde Mattheis und Dierk Hirschel haben ihre Kandidatur schlussendlich aber zurückgezogen.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Dinslaken/Voerde/Hünxe.  SPD-Vorsitzende aus Dinslaken, Voerde und Hünxe rechnen drei der sechs Duos, die aktuell um den Parteivorsitz buhlen, bessere Chancen aus.

Die Basis hat das Wort. Seit Montag und noch bis zum 25. Oktober können insgesamt 425.630 SPD-Mitglieder darüber abstimmen, welches von sechs Duos (siehe Box) sie sich künftig als Doppelspitze bei den Sozialdemokraten vorstellen können. Welches Duo die hiesigen Verbandsvorsitzenden vorne sehen und wieso? Die NRZ hat nachgefragt.

Das sagt der SPD-Vorsitzende aus Dinslaken

Reinhard Wolf, SPD-Stadtverbandsvorsitzender in Dinslaken, hat seine Wahl schon getroffen – und für das Duo Norbert Walter-Borjans („Nowabo“) und Saskia Esken abgestimmt. „Saskia Esken kenne ich persönlich zwar nicht, aber Nowabo schon.“ Für Wolf hat der Ex-NRW-Finanzminister eine „sehr vernünftige Art und Weise“ Politik anzugehen. 2012 sei er mit dem Kauf von Steuer-CDs beispielsweise „einen ungewöhnlichen Weg“ gegangen, den Wolf als richtig ansieht.

Auch glaubt Wolf, dass er einen „anderen Wind in die SPD bringen kann“. Der Dinslakener SPD-Stadtverbandsvorsitzende kann sich vorstellen, dass sein favorisiertes Duo viele Stimmen aus NRW erhalten wird. „Ich glaube aber auch, dass das bloß die NRW-Sicht ist und in anderen Bundesländern ganz anders abgestimmt wird.“ Einen klaren Favoriten kann er jedenfalls nicht ausmachen. „Das ist eine rein persönliche Entscheidung jedes Einzelnen: Wen kennt man und wen schätzt man“, sagt Wolf. Diese soll auch im Dinslakener Stadtverband jedes Mitglied alleine treffen. „Anders als bei der Abstimmung über die GroKo (Große Koalition, Anm. d. Red.) haben wir hier jetzt auch keine Empfehlung an die Mitglieder herausgegeben.“

Das sagt der SPD-Vorsitzende aus Voerde

Zwei andere Duos – Christina Kampmann/Michael Roth sowie Gesine Schwan/Ralf Stegner – favorisiert hingegen Stefan Weltgen, der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Voerde. Gemeinsam mit etwa 15 Genossen hat er die Regionalkonferenz in Duisburg besucht, bei der sich die Kandidaten unter anderem vorstellten. Dort seien beide Paare als „echte Überraschung“ aufgefallen, die „viel Applaus“ erhalten hätten.

Im Allgemeinen sei die Regionalkonferenz „sehr spannend“ gewesen, so Weltgen: „Viele von uns hatten vorher einen klaren Favoriten, aber dieser lag nach der Regionalkonferenz dann doch nicht mehr so weit vorne.“ Auch Olaf Scholz und Klara Geywitz rechnet Weltgen aber Chancen auf den Parteivorsitz aus. „Scholz ist ein ausgesprochen kluger Politiker, der auch einen soliden Rückhalt in der Partei genießt.“

Das sagt der SPD-Vorsitzende aus Hünxe

Auch Jan Scholte-Reh, Vorsitzender der SPD Hünxe, hat die Regionalkonferenz in Duisburg besucht und sieht die gleichen Duos wie Wolf und Weltgen vorne – aufgrund ihrer Bekanntheit (Walter-Borjans sowie Scholz) oder aber, weil sie „jung und dynamisch“ seien (Kampmann/Roth).

Gestimmt hat er für Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken. „Ich finde, dass beide die richtigen Fragen stellen und beide Glaubwürdigkeit ausstrahlen“, sagt er. Doch das, betont er, sei lediglich seine persönliche Meinung. „Hünxe hat hier kein einheitliches Meinungsbild.“

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