Bäderdiskussion

Politik und Verein zanken ums Thema Freibad Hiesfeld

Der Freibadverein hat den Stadtwerken vorgeworfen, das Becken beschädigt zu haben. Und erhielt nun die Antwort der Stadtverwaltung in Form eines Briefes

Der Freibadverein hat den Stadtwerken vorgeworfen, das Becken beschädigt zu haben. Und erhielt nun die Antwort der Stadtverwaltung in Form eines Briefes

Foto: aha

Dinslaken.  Dinslakener Politiker und Freibadverein streiten über Abstimmungs- und Demonstrationsmodalitäten und die Bäume auf dem Freibadgelände.

Die endgültige Entscheidung zur Zukunft des Freibades Hiesfeld fällt erst in der kommenden Woche. Am 2. Juli entscheidet der Stadtrat über den Verwaltungsvorschlag, am Dinamare ein Außenbecken zu erstellen. Das entsprechende Konzept passierte schon den Sport- und Finanzausschuss, nun auch den Hauptausschuss. Wie sensibel das Thema dennoch ist, zeigt sich an einem Antrag und einer Anfrage der SPD.

Unstimmigkeit im Ausschuss

Die SPD sah im Hauptausschuss Ausschließungsgründe für Ratsfrau Lilo Wallerich von den Grünen. Sie sei als Vorstandsmitglied des Freibadvereins Hiesfeld befangen. Diese meinte salopp: „Das finde ich nicht, denn mir gehört das Freibad doch nicht.“

Die Verwaltung sah das jedoch anders und hatte bereits im Vorfeld durch das Rechtsamt eventuelle Ausschließungsgründe geprüft. Sie sah bei der Abstimmung durch Lilo Wallerich eine Bevorzugung des Freibadvereins. Die Ratsfrau bat daraufhin die Verwaltung, ihr diese Gründe schriftlich mitzuteilen.

Zur Abstimmung kam es dann ohne die Stimmen der Grünen, wobei die einzelnen Antragspunkte einzeln abgestimmt werden sollten. So stimmten Linke und UBV gegen den derzeitigen Plan, das Freibad Hiesfeld zu schließen. Auch den Überlegungen einer Freizeitanlage statt eines Freibades wollten die Mitglieder jener Fraktionen nicht zustimmen. Noch sei Klärungsbedarf, da (die NRZ berichtete) da der Entwurf des Architekten des Freibadvereins noch im Raum steht.

Der Erweiterung des Dinamare wurde zugestimmt. Allerdings stimmte Gerd Baßfeld (Linke) auch dem Jahresabschlussbericht der Stadtwerke nicht zu. „Darin wird das Freibad bereits abgeschrieben und taucht als Posten nicht mehr auf“, so Baßfeld.

Fragen zur Demo

Im Vorfeld des Hauptausschusses hatte der Freibadverein zu einer Demo im Stadtpark eingeladen. Ausgerüstet mit einem „mobilen Freibad“ auf einem Anhänger, Badetüchern und Sonnenschirmen demonstrierten Mitglieder des Freibadvereins wie berichtet vor der Ausschusssitzung für den Erhalt ihres Bades und kündigen an, dies am 2. Juli zur Ratssitzung wiederholen zu wollen. Dazu schickte die SPD nun einen Antrag an den Bürgermeister. Zwar unterstütze die SPD „ausdrücklich das Demonstrationsrecht und jedes zivilgesellschaftliche Engagement“, doch die Demo des Freibadvereins im Stadtpark werfe „Fragen auf,“ schreibt der SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Buchmann.

Ob es „allen Bürgern erlaubt“ sei, „mit großem Auto samt Anhänger in den Stadtpark zu fahren“, oder ob es „Sonderrechte für die Stadtverordneten Lilo Wallerich, Thomas Giezek und Gerd Baßfeld“ gebe, will Buchmann darin wissen. Und: was der Bürgermeister „dagegen zu tun“ gedenke. Ein Antrag auf Sondernutzung lag jedenfalls nicht vor, sagt Stadtsprecher Marcel Sturm auf NRZ-Nachfrage. Die Stadt prüfe nun die Anfrage der SPD. Grundsätzliche gelte aber die Stadtparksatzung - danach ist das Befahren der Wege verboten.

Vorwürfe an die Stadtwerke

Von der Stadtverwaltung erhielt der Freibadverein eine Antwort auf die Vorwürfe, die der Verein den Stadtwerken gegenüber gemacht hat. Der Geschäftsführer der Bäder GmbH hätte nach Ansicht des Freibadvereins Bäume im Wert von 2000 Euro pro Stück auf dem Gelände unrechtmäßig gefällt und das Holz entsorgt, das Becken, das der Wasserhaltung dienen sollte, durchbohrt und die Bohrlöcher nicht wieder verschlossen.

Sie könne kein strafbares Verhalten des Geschäftsführers erkennen, schreibt Christiane Wenzel, Leiterin des städtischen Geschäftsbereichs Bürgerservice, Recht und Ordnung. Die Bäume hätten wegen der Kampfmitteluntersuchung entfernt werdenmüssen, zudem hätten einige wegen ihrer „mangelhaften Vitalität“ eine „Gefahr“ dargestellt. Der Wert der Bäume sei schwer zu ermitteln, schließlich seien sie „zu mehr als 70 Prozent abgestorben.“

Die Bohrungen im Becken seien durchgeführt worden, um zu prüfen, ob dieses grundwassergefährdende Stoffe enthalte, weil das Material daraus als Füllmaterial auf dem Gelände weiterverwendet werden sollte, so Christiane Wenzel. Anstelle des Beckens habe ein Kinderbecken entstehen sollen, daher seien die Bohrungen nicht verschlossen worden.

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