Fliegenkirmes

Nasskaltes Herbstwetter dämpft Kirmesspaß in Spellen

Der Dorfplatz Spellen war am Wochenende Standort der Spellener Fliegenkirmes mit Fahrgeschäften, Entenangeln, Getränkeständen und vielen Leckereien.

Der Dorfplatz Spellen war am Wochenende Standort der Spellener Fliegenkirmes mit Fahrgeschäften, Entenangeln, Getränkeständen und vielen Leckereien.

Foto: Jochen Emde/Funke Foto Services

Voerde.  Das nasse Wetter sorgte Samstag dafür, dass auf der Fliegenkirmes in Spellen weniger Besucher unterwegs waren, als von den Veranstaltern erhofft.

Der Himmel über dem Spellener Dorfplatz ist grau und trotz der bunten Lichter herrscht eher herbstliche Stimmung vor. Am frühen Nachmittag sind auf der Spellener Fliegenkirmes am Samstag kaum Menschen zu sehen. Nur einige Familien mit sehr kleinen Kindern und einige Jugendliche stehen vor den Fahrgeschäften, schlendern durch die für den normalen Straßenverkehr abgesperrte Dorfmitte oder drehen eine Runde auf Raupe, Kinderkarussell oder Autoscooter. Bei nasskaltem Herbstwetter lockt das Kirmesvergnügen vor der eigenen Haustüre nur wenig Menschen an.

Zur Eröffnung am Freitag war der Dorfplatz gut gefüllt

Das war zur Eröffnung der Kirmes am Freitag noch ganz anders, berichtet Günter Lehmkuhl, Vorsitzender der Bürgerinteressengemeinschaft (BIG) Spellen. „Da sind allein die Vereine und die Feuerwehr des Ortes mit etwa 100 Personen angetreten und der Dorfplatz war gut gefüllt“, sagt er. Er hofft darauf, dass es für den übrigen Tag trocken bleibt und freut sich darüber, dass besonders die jüngeren Einwohner des Dorfes die Gelegenheit zum Kirmesbesuch nutzen. „Wir haben ja zum Glück wieder viele junge Familien hier im Dorf“, sagt er.

Dabei ist die Fliegenkirmes in Spellen weit mehr, als ein gewöhnlicher Rummel. Denn sie ist, im wahrsten Sinne des Wortes, eine Traditionsveranstaltung, wie die Kopien von historischen Dokumenten aus dem Dorfarchiv zeigen, die sich in der Nähe des Standes der Bürgerinteressengemeinschaft finden. „Die Fliegenkirmes zu Spellen“ ist ein Text von Moritz Schmitz überschrieben, den dieser für das Wochenblatt „Die Heimath“ verfasste – und zwar im November des Jahres 1877. In einer Fußnote wird hier auch der mögliche Ursprung des Namens der Kirmes erklärt: Dieser rühre wohl daher, dass Mitte Oktober, der traditionellen Kirmeszeit in Spellen, die Fliegen langsam verschwinden würden. Ein Umstand, aus dem der Volksmund dann den Namen „Fliegenkirmes“ machte.

Insekten sind bei nasskaltem Herbstwetter auf der Fliegenkirmes keine zu sehen. Und auch der Besucherandrang ist bei der Wetterlage nicht ganz so stark, wie sich Veranstalter und Schausteller erhofft hätten. „Für das trockene Wetter gestern Abend war das Geschäft eher durchwachsen“, sagt Schausteller Mark Eul von der Schaustellerfamilie, die traditionell das Kirmestreiben in den Spellener Ortskern holt.

Eul’s Rock Express lockt mit seiner „Raupe“

Dabei lockt er mit seiner „Raupe“, Eul’s Rock Express, noch die meisten Besucher auf der Kirmes an. „Wir hoffen, dass es jetzt trocken bleibt und noch mehr Menschen vor die Tür kommen“, sagt der Schausteller. Dann geht auf seinem Fahrgeschäft die nächste Fahrt los, begleitet vom bunten Blinken der Kirmeslichter unter dem grauen Himmel über Spellen. Zumindest füllt sich die Kirmes langsam immer mehr. Wenn in Spellen etwas los ist, kommen die Dorfbewohner irgendwann doch.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben