Explosion

Nach Explosion: Zukunft für Foodtruck-Besitzer noch ungewiss

Stefano Santisi ist der Eigentümer des Foodtruck-Anhängers, der am Donnerstag in Hiesfeld in die Luft geflogen ist. Was außer der Trümmer bleibt, das weiß er noch nicht.

Stefano Santisi ist der Eigentümer des Foodtruck-Anhängers, der am Donnerstag in Hiesfeld in die Luft geflogen ist. Was außer der Trümmer bleibt, das weiß er noch nicht.

Foto: Heiko Kempken / Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  „Mir ist die Existenz um die Ohren geflogen“: Nach Explosion eines Foodtrucks spricht der Besitzer aus Dinslaken. Polizei hält sich noch bedeckt.

„Es war Glück im Unglück. ‘Nur’ ein Sachschaden. Kein Mensch ist zu Schaden gekommen.“ Zu diesen Aussagen kann Stefano Santisi sich vier Tage nach der Explosion in Hiesfeld hinreißen lassen. Der 56-Jährige ist beziehungsweise war der Betreiber des Foodtruck-Anhängers „Itaka“, der dort am Donnerstagmorgen aus nach wie vor ungeklärter Ursache (siehe unten) in die Luft gegangen ist.

Auch am Montag steht er wieder an der Unglücksstelle zwischen SB-Waschanlage und Kurt-Schumacher-Straße, blickt auf die Trümmerteile, die zwar zusammen-, aber noch nicht gänzlich weggeräumt sind: Drei von Santisi beauftragte Mitarbeiter eines niederländischen Metallsammlers wuseln währenddessen zwischen den Trümmern und suchen nach den wenigen Teilen, die sich noch zu Geld machen lassen könnten. „Viel wird das nicht sein“, sagt einer der Drei zu ihm.

„Ich stand einfach nur hier und hatte Tränen in den Augen.“

Der Hiesfelder wirkt aufgeräumter als noch Donnerstagnachmittag am Telefon. „Ich bin mittlerweile auch etwas aufgeräumter“, bestätigt Stefano Santisi den Eindruck. „Am Donnerstag konnte ich keinen klaren Gedanken fassen. Ich mein, mir ist meine Existenz um die Ohren geflogen – wortwörtlich! Ich stand einfach nur hier und hatte Tränen in den Augen. Und tausende Gedanken im Kopf. . .“

Am Unglückstag selbst sei er etwa eine halbe Stunde nach der Explosion vor Ort gewesen, erzählt Santisi, habe eigentlich gerade Lebensmittel für einen Feierabendmarkt in Bottrop eingekauft, als die Nachricht von der Explosion ihn erreichte. „Und hier vor Ort sah es einfach nur katastrophal aus: Ich stand nur da, habe die Trümmerteile gesehen und mich gefragt: Wie konnte das passieren?“

Betreiber weiß noch nicht, was zu dem Unglück führte

Santisi weiß es nach wie vor nicht. Von einer „Deformation im Gasofen“ hätten die Beamten der Kriminalpolizei am Donnerstag gesprochen, von einer Verformung. Bestätigt oder widerlegt bekommen habe er das aber noch nicht. Die Prüfberichte der elektronischen Anlagen sowie der Gasanlage in dem noch nicht mal drei Jahre alten Anhänger seien aktuell gewesen. Das sei sein Glück, sagt Santisi. Schließlich müsse das Unglück auch von Seiten der Versicherung aufgearbeitet werden. „Und mich würde es schon unglaublich glücklich machen, wenn zumindest die Schäden der anderen über die Versicherung abgedeckt würden.“

Wie berichtet, waren durch die Explosion mindestens sechs parkende Autos beschädigt worden und mehrere Fensterscheiben zu Bruch gegangen. Verletzt wurde niemand.

„Wenn ich mir vorstelle, dass bei der Explosion Leute zu Schaden gekommen wären, wäre ich des Lebens nicht mehr froh geworden“

„Was für ein Glück das war!“, sagt Santisi. Erleichtert blickt er auf die Kurt-Schumacher-Straße – die an diesem Vormittag ebenso befahren wird, wie sie es am Donnerstagmorgen wurde – und hoch zur SB-Waschanlage – die an diesem Vormittag ebenso genutzt wird, wie sie es auch am Donnerstagmorgen wurde. „Wenn ich mir vorstelle, dass bei der Explosion Leute zu Schaden gekommen wären, wäre ich des Lebens nicht mehr froh geworden“, sagt Santisi.

Er wisse noch nicht, ob und wie es mit seiner italienischen Küche weitergehe – so aufgeräumt sei sein Kopf dann doch noch nicht. „Ich würde gerne weiterhin in der Gastro arbeiten, vielleicht nicht mehr als Selbstständiger“, sagt er. Dann hält er kurz inne und denkt nach. „Andererseits war dieses Unglück vielleicht auch einfach ein Wink mit dem Zaunpfahl. Mit dem Zeichen, etwas anderes machen zu sollen. Ich weiß es gerade einfach noch nicht.“

>> Polizei kann Ursache noch nicht bekanntgeben

  • Die Kreispolizei Wesel konnte gestern – wie auch schon am vergangenen Freitag – auf NRZ-Nachfrage keine weiteren Erkenntnisse oder mögliche Ursachen für die Explosion in Hiesfeld bekannt geben.
  • Erkenntnisse bekannt geben könne lediglich der zuständige Sachverständige, erklärte Polizeisprecher Björn Haubrok. Dieser sei jedoch gestern die ganze Zeit am abgebrannten Saunaclub in Hamminkeln gewesen.

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