Radtour

Grüne nahmen Radwege mit Dinslakener Bürgern in den Blick

Roland Welger (r.) und Stephan Dinn (2. v. r.) folgten der Einladung der Grünen und nahmen gemeinsam mit interessierten Bürgern und Mitgliedern des ADFC die Radverkehrsinfrastruktur in den Blick. Links im Bild ist der Grünen-Sprecher Patrick Voss zu sehen.

Roland Welger (r.) und Stephan Dinn (2. v. r.) folgten der Einladung der Grünen und nahmen gemeinsam mit interessierten Bürgern und Mitgliedern des ADFC die Radverkehrsinfrastruktur in den Blick. Links im Bild ist der Grünen-Sprecher Patrick Voss zu sehen.

Foto: Melanie Koppel / Funke Foto Services GmbH

Dinslaken.  Bei der Radtour, die durch die Innenstadt führte, blickten Vertreter von Grünen, Stadt und ADFC mit Bürgern auf positive wie negative Beispiele.

„Dinslaken hat ganz hervorragende Möglichkeiten zur Fahrradstadt zu werden. Die Stadt ist kompakt, ich kann alles gut mit dem Fahrrad erreichen – und auch das Grundnetz ist da und gut – aber wir wollen es natürlich weiter verbessern.“ Zu diesem Fazit kommt Patrick Voss, Sprecher der Dinslakener Grünen, nach der Fahrradtour, die die Ortsverband der Partei kürzlich für Bürger veranstaltete und an der „weit über 20 Leute“ teilgenommen hätten.

Ziel der Radtour war es, die Radverkehrsinfrastruktur in der Innenstadt in den Blick zu nehmen – und positive wie negative Beispiele zu diskutieren. Auch Stephan Dinn und Roland Welger von der Stadt waren der Einladung gefolgt. „Es war uns wichtig, dass sie dabei sind, damit die Bürger auch direkt mit der Verwaltung ins Gespräch kommen können“, sagt Patrick Voss.

Gruppe fuhr vor allem den Innenstadtbereich ab

Bei ihrer Radtour fuhr die Gruppe vor allem den Innenstadtbereich ab. Vom Bahnhofsvorplatz ging es über Friedrich-Ebert-, Schiller- sowie Goethestraße zur B8, anschließend fuhr die Gruppe über Luisen- und Sedanstraße bis zur Augustastraße. Hier schaute sie sich die neuen Radstreifen an, die die Verwaltung, wie berichtet, im Zuge der Straßensanierung auf die Fahrbahn verlagert hat.

„Radwege werden mittlerweile ja vermehrt auf die Straßen verlegt“, sagt Grünen-Sprecher Voss. Das erleichtere, so stellten die Radfahrer bei der Tour unter anderem fest, zwar das Links-Abbiegen, „aber man muss sich dafür auch erstmal trauen überhaupt auf der Straße zu fahren“, so Voss. Viele Radfahrer hätten die Breite als zu gering eingeschätzt – die Fahrbahnen sind jeweils 2,50 Meter breit, der Schutzstreifen für die Fahrradfahrer hat 1,25 Meter.

„Problematische Situation“ an der Hünxer Straße

Nach diesem ersten von insgesamt fünf Stopps fuhr die Gruppe in Richtung Karl-Heinz-Klingen-Straße – über den Schotterradweg. „Uns war es wichtig, auch die ‘Frischluftschneise’ zu befahren“, sagt Voss. „Um zu demonstrieren, wie diese frische Luft sich auch auf das Fahren auswirkt.“

An der Hünxer Straße, wo die Radtour ebenfalls entlang führte, stellte die Gruppe hingegen eine „problematische Situation“ fest, wie Voss es ausdrückt. Hier seien die Ampelschaltungen für Radfahrer schlecht getaktet, „weil man als Radfahrer immer erst den Knopf drücken und dann warten muss“. Auch der wenige Platz zum Halten fiel der Gruppe auf. „Man stand gefühlt immer irgendwie im Weg“, sagt Voss.

Für den Linksabbiegerstreifen am Kino – auch dort führte die Tour entlang – fanden alle Radfahrer „nur lobende Worte“, so Voss. Auch die Fahrradstraßen an Goethe-, Bach- und Magnusstraße bewerteten die Teilnehmer allesamt positiv – stellten teilweise allerdings Rückfragen an die Verwaltungsvertreter, welche Rechte sie dort als Radfahrer hätten und den Autofahrern gegenüber auch einfordern könnten.

Drei Verbesserungen gewünscht

Die Grünen-Vertreter selbst haben laut Patrick Voss vor allem drei Punkte ausgemacht, an denen sie künftig verstärkt arbeiten wollen. „Wir wünschen uns generell ein breiteres und größeres Netz von Fahrradwegen in der Stadt, fordern generell mehr Raum für Radfahrer und wünschen uns bessere Ampelschaltungen“, sagt er.

Eine Radwelle, wie sie beispielsweise die Stadt Oberhausen seit Mai 2018 hat, könne er sich auch für Dinslaken vorstellen. Dabei werden die Wartezeiten für Radfahrer an Kreuzungen mit Ampeln reduziert, weil sie beim Anfahren auf die Ampel frühzeitig erkannt werden und ein Programm die schnelle Grünschaltung auslöst. Hierdurch kann die Wartezeit an der Ampel reduziert oder gar verhindert werden und so der Komfort für den Radfahrer gesteigert werden. Auch muss an der Ampel kein Knopf mehr gedrückt werden.

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