Zugunfall

Geldautomat auf Schienen - nun ermittelt auch das BKA

Im Dinslakener Bahnhof rissen Unbekannte in der Nacht des 12. Januar  einen Geldautomaten aus der Verankerung und legten ihn auf die Gleise.

Im Dinslakener Bahnhof rissen Unbekannte in der Nacht des 12. Januar einen Geldautomaten aus der Verankerung und legten ihn auf die Gleise.

Foto: Lars Fröhlich

Dinslaken.   Einen Monat nachdem ein Geldautomat einen Zugunfall in Dinslaken ausgelöst hatte, fehlt der Polizei jede Spur der Diebe. Neuer Automat kommt.

Einen Monat nachdem Unbekannte mit einem Geldautomaten aus dem Bahnhof Dinslaken einen Zug-Unfall ausgelöst haben, hat die Bundespolizei keine heiße Spur. Die Hoffnungen ruhen jetzt auf dem Bundeskriminalamt.

„Wir haben die Trümmer des Geldautomaten inzwischen dem BKA zur Spurensuche übergeben“, berichtet ein Sprecher der Bundespolizei in Kleve auf NRZ-Anfrage.

Bisherige Ermittlungen der Polizei liefen ins Leere

Die bisherigen Ermittlungen haben die Polizei nicht weitergebracht. Es geht um die Nacht des 12. Januar zwischen 2.04 Uhr, als der Geldautomat im Bahnhofstunnel vom Netz getrennt wurde, und 2.36 Uhr, als eine Güterzug-Lok auf den Automaten prallte.

Die Polizei glaubt, dass die Täter den immerhin 500 Kilo wiegenden Geldautomaten mit einer Schwerlastsackkarre die Treppen auf den Bahnsteig gewuchtet und dort dann an die Stelle geschoben oder gezogen hatten, wo sie ihn schließlich auf die Schienen von Gleis 1 kippten.

Keine Hinweise von Taxifahrern oder aus Krankenhäusern

„Wir haben gehofft, dass Anwohner den Lärm des Aufpralls und der umherfliegenden Trümmerteile bemerkt haben“, sagt Bundespolizeisprecher Uwe Eßelborn. Fehlanzeige!

Die Polizei hat Taxifahrer in Dinslaken befragt. Auch in Krankenhäusern der Umgebung recherchierten Ermittler mit Blick auf die betreffende Nacht: „Vielleicht ist dort jemand mit Verletzungen verarztet worden, die auf umherfliegende Trümmerteile hätten schließen lassen“, sagt Eßelborn.

Zeugenaufruf am Bahnhof hängt nach wie vor

Nach wie vor hängt im Bahnhof ein Zeugenaufruf. Insbesondere auf der Suche nach Personen, die am 12. Januar um 2.18 Uhr in dem verspäteten Zug von Duisburg nach Emmerich waren und in Dinslaken ausgestiegen sind. Ergebnis in allen Fällen bisher: Null.

„Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen“, sagt die Bundespolizei. Doch die Chancen schwinden. „Wir werten noch Videobänder aus“ – von Kameras aus dem Bahnhofsbereich. Vielleicht finden ja die BKA-Experten in Wiesbaden den entscheidenden Fingerabdruck auf einem der Automatentrümmer. Im Bundespolizei-Labor seien nur sich überlagernde Fingerabdrücke und Schmierspuren festgestellt worden.

Der Bahnhof bekommt einen neuen Geldautomaten

Unterdessen kündigt die Deutsche Bahn auf Nachfrage an, dass im Bahnhof demnächst wieder ein Geldautomat aufgebaut wird. „Ein Nachfolgemodell“, ist beim Automatenbetreiber Cardpoint in Trier zu erfahren. Ende März könnte es soweit sein.

Auch der neue Automat werde wieder in Form einer Säule im Tunnel stehen – wohl wieder zwischen Ticket-Automaten und DHL-Packstation. Ihn in oder an der Wand zu befestigen, sei im Bahnhofstunnel nicht möglich, hätte die Bahn mitgeteilt. Das Gerät soll ebenfalls auf dem Boden „aufgeklebt“ werden, so Cardpoint. Eine Einladung an die nächsten Diebe? Das glaubt Eßelborn nicht: „Bei den Möglichkeiten heutiger Industriekleber bietet ein so befestigter Automat weniger Angriffsfläche, als wenn er an einigen Stellen im Boden verschraubt ist.“

>> BUNDESPOLIZEI SUCHT WEITERHIN NACH HINWEISEN

  • Die Bundespolizei sucht weiterhin Zeugen, die Hinweise zum Vorfall aus der Nacht des 12. Januar am Bahnhof Dinslaken machen können.
  • Hinweise nimmt die Bundespolizei unter 0800 6888 000 entgegen – oder die Bundespolizeiinspektion Kleve unter 02821/7451-0.

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