Friedensdorf

Friedensdorf: Auf Thomas Jacobs folgt eine Doppelspitze

Kevin Dahlbruch (li.) und Birgit Stifter übernehmen die Leitung des Friedensdorfs, die bis Ende Juni Thomas Jacobs inne hat.

Kevin Dahlbruch (li.) und Birgit Stifter übernehmen die Leitung des Friedensdorfs, die bis Ende Juni Thomas Jacobs inne hat.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Dinslaken/Oberhausen.  Einen Wechsel gibt es zum 1. Juli beim Friedensdorf International. Dann leiten Birgit Stifter und Kevin Dahlbruch gemeinsam die Hilfsorganisation.

In gut drei Wochen, am 1. Juli, ist für Thomas Jacobs die Zeit als Leiter des Friedensdorfs International beendet. Sein Engagement für die Hilfsorganisation endet damit nicht. Auch im Ruhestand will er helfen, sich engagieren. Mit Birgit Stifter und Kevin Dahlbruch ist am Dienstag die neue Doppelspitze präsentiert worden. Wolfgang Mertens, der schon viele Jahre beim Friedensdorf aktiv ist, bleibt stellvertretender Leiter.

Die beste Lösung für das Friedensdorf

Jacobs, der im Herbst seinen 65. Geburtstag feiert, zeigte sich froh darüber, dass im vergangenen Jahr die Mitgliederversammlung seinem Vorschlag gefolgt ist und zugestimmt hat, dass nach seinem Ausscheiden eine Doppelspitze für die Geschicke des Friedensdorfs verantwortlich sein wird. „Für das Friedensdorf ist es die beste Lösung“, betonte Jacobs bei der Vorstellung der neuen Leitung.

Die Veränderungen der Rahmenbedingungen und die erhöhten Arbeitsanforderungen würden eine Doppelspitze rechtfertigen. Diese Entwicklung betreffen vor allem die Bereiche der medizinischen Einzelfallhilfe und der Projektarbeit.

Nachfolger kennen die Hilfsorganisation seit Jahren

Jacobs ist auch zufrieden darüber, dass man eine interne Lösung gefunden habe. Denn das Duo, das ab dem 1. Juli am Ruder steht, kennt das Friedensdorf schon sei einigen Jahren. Birgit Stifter kommt aus Mülheim, ist 49 Jahre alt und seit 2000 beim Friedensdorf tätig. Seit 2004 ist sie für die Auslandsprojekte verantwortlich. Es sei eine große Aufgabe, die sie übernehme. „Wir steigen in ein Boot ein, das mit Volldampf fährt“, umschreibt sie ihre künftige Aufgabe. Es sei eine Herausforderung, die Vergangenheit, die Vorgaben der Satzung des Friedensdorfs mit der Zukunft zu verbinden.

Kevin Dahlbruch hat das Friedensdorf während seines Zivildienstes kennengelernt. Das war vor 19 Jahren. Seit 2007 ist der 38-Jährige, der gebürtig aus Oberhausen stammt und heute in Essen lebt, bei der Hilfsorganisation beschäftigt, seit rund zehn Jahren auch stellvertretender Leiter. Sein Schwerpunkt ist und bleibt die Einzelfallhilfe. Er kümmert sich um die Durchführung von Hilfsflügen und die Betreuung der vielen freiwilligen Helfer.

Jacobs war zunächst stellvertretender Leiter

Vor zwei Jahren feierte das Friedensdorf das 50-jährige Bestehen. Es sei nicht immer einfach gewesen, auch aktuell stehe man vor Veränderungen. 1999 wurde Thomas Jacobs nach internen Konflikten stellvertretender Leiter des Friedensdorfs. „Ich wurde es nicht freiwillig, es boten sich keine Alternativen“, sagt der Duisburger zu diesem Friedensdorf-Kapitel. Gemeinsam mit Roland Gegenfurtner war er verantwortlich, nach dessen Tod vor zehn Jahren rückte er zum Leiter der Hilfsorganisation auf.

Operationssaal wird gebaut

Probleme in der Einzelfallbetreuung, die Krankenhäuser, die viele Jahre das Friedensdorf unterstützten, kostenlos die Behandlungen übernahmen, stehen selbst unter finanziellem Druck. Deshalb baut das Friedensdorf in Oberhausen einen eigenen Operationssaal für ambulante Eingriffe, um die Kliniken und Ärzte in der Region zu entlasten. Mit den Bauarbeiten werde demnächst begonnen werden, so Stifter. Die Projektarbeit wurde intensiviert. So leiste man in Kambodscha und Usbekistan Hilfe, indem man den Bau von Kinderkliniken unterstützt, mit finanziellen Mitteln Operationen vor Ort ermöglicht.

20 Jahre in Leitungsfunktion

Thomas Jacobs absolvierte ursprünglich eine kaufmännische Ausbildung und schwenkte nach dem Zivildienst auf Sozialpädagogik um. 1981 kam er für sein Anerkennungsjahr ins Friedensdorf. Nach fast 40 Jahren – davon 20 Jahre in Leitungsfunktion – rückt er in die zweite Reihe.

„Ich durfte miterleben, wie schwer kranke Kinder genesen sind und mit vollem Lebensoptimismus wieder in ihre Heimatländer zurückkehren konnten, wo die Eltern schon sehnlichst auf sie warteten“, blickt Jacobs mit Dankbarkeit auf die Jahre beim Friedensdorf zurück.

„Einmal Friedensdorf, immer Friedensdorf. Das ist leben, es ist nicht nur arbeiten“, umschreibt Jacobs, warum er sich auch im Ruhestand für die Hilfsorganisation engagieren wird.

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