Klima

Fridays for Future spricht mit Dinslakens Bürgermeister

Lilli Koch, Carina Brandt, Mirkan Alpaslan und Jordan Freeman von Fridays for Future.

Lilli Koch, Carina Brandt, Mirkan Alpaslan und Jordan Freeman von Fridays for Future.

Foto: Heiko Kempken / Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Die Dinslakener Gruppe Fridays for Future war zu Besuch beim Bürgermeister. Ihr Ziel: Die Stadt soll auf einen Kohleausstieg der Steag drängen.

Besuch beim Bürgermeister: Vier junge Aktivisten von Fridays for Future haben im Rathaus mit Dr. Michael Heidinger über ihr Engagement gesprochen – und gleich konkrete Forderungen mitgebracht. So wollten Lilli Koch, Carina Brandt, Mirkan Alpaslan und Jordan Freeman anregen, E-Busse für den Nahverkehr anzuschaffen. Und, dass die Stadt sich bei der Steag dafür einsetzt, dass diese bis 2030 – überall, wo es möglich ist – Kohlekraftwerke abschaltet. Gleiches stehe bei anderen Fridays for Future-Gruppen im Raum, mit denen die Dinslakener in Kontakt seien, sagt Lilli Koch. Die Steag-Anteile zu verkaufen, wie jüngst von den Grünen vorgeschlagen, hielten die Schüler hingegen nicht für sinnvoll.

Startpunkt für kommunalen Dialog

Die vier von Fridays for Future seien mit dem Anspruch ins Gespräch gegangen, nicht alleine Forderungen zu stellen, sondern „die politischen Prozesse auch zu verstehen“, fasst Carina Brandt zusammen. Denn es stelle sich immer die Frage „wie realistisch Forderungen sind.“ Während des Gespräches sei es auch darum gegangen, wie Jugendlichen Kommunalpolitik besser vermittelt werden könne. Hier sehen die vier auch die Stadt in der Pflicht, mehr politische Teilhabe für Jugendliche zu ermöglichen und diese gezielter mit Veranstaltungen anzusprechen. „Fridays for Future erlebt bundesweit viel Lob aus der Politik, wird aber nicht zu einem konkreten Dialog eingeladen“, so Mirkan Alpaslan. Die Gruppe begreife das Treffen mit dem Dinslakener Bürgermeister deshalb als „guten Startpunkt“ für einen Dialog auf kommunaler Ebene.

„Es war ein sehr spannendes und eindrucksvolles Gespräch mit engagierten jungen Menschen“, teilte der Bürgermeister mit. „Ich möchte diese Gespräche in Zukunft sehr gerne fortsetzen. Dabei wird es sicherlich auch darum gehen, wie diese Bewegung beziehungsweise die Menschen, die sie ausmachen, sich in die Politik einbringen können. Darin liegt ein großes gesellschaftliches Potenzial.“ Und er stellte in Aussicht, bei einem der Proteste vorbeizuschauen, die bislang direkt vor dem Rathaus stattfanden: „Ich freue mich, in Zukunft auch einmal bei einer Aktion der Fridays-for-Future-Bewegung dabei sein zu können, die letzten Male hatte es terminlich leider nicht geklappt.“

Weitere Gespräche in Aussicht

Auch die Fridays for Future-Gruppe hofft auf weitere Gespräche, habe sie sich doch vom Bürgermeister „ernstgenommen gefühlt“. Es bleibe nun die Frage, „was aus solchen Gesprächen entsteht“, so Carina Brandt. Ein klares Signal zu der vorgebrachten Idee, bei der Steag einen Ausstieg aus der Kohlekraft anzuregen, hätten die Schüler jedenfalls vermisst. Für kommende Treffen sei noch „Luft nach oben“. Der Dialog habe sich viel darum gedreht, wie sich junge Menschen für Kommunalpolitik begeistern lassen. Gerade in der Politikbegeisterung von Jugendlichen sieht Jordan Freeman großes Potential, das Thema Klima stärker in den Fokus zu rücken. „Keine Frage, ein interessantes Thema“, sagt auch Mirkan Alpaslan. Aber: „Letztendlich haben wir zu wenig über das Thema Klima gesprochen – wofür wir eigentlich ins Rathaus gekommen sind.“

Die Gruppe plane nun bis zum nächsten Treffen, ein Bürgerbegehren auf den Weg zu bringen, so dass die Stadt den Ausstieg der Steag aus der Kohlekraft anregt. Und hoffe auf die Unterstützung der Stadt. Das Begehren wolle sie aber „zur Not auch ohne“ einreichen.

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