Datenschutz

Einschulung: Eine Grundschule in Dinslaken verbietet Fotos

Viele Eltern wollen demnächst wieder Fotos zur Einschulung machen. Doch nicht an jeder Schule in Dinslaken ist das möglich.

Viele Eltern wollen demnächst wieder Fotos zur Einschulung machen. Doch nicht an jeder Schule in Dinslaken ist das möglich.

Foto: Peter Steffen / dpa (Symbolbild)

Dinslaken.  Gartenschule in Dinslaken untersagt Eltern, Fotos bei der offiziellen Einschulungsfeier zu machen. Andere Schulen wollen es bei Appell belassen.

Als Ludger Zech, Grundschulleiter der Hagenschule, ans Telefon geht, sind im Hintergrund laute Baugeräusche zu hören. Das, erklärt er kurz, hänge damit zusammen, dass auf dem Schulhof derzeit gearbeitet werde. Für die NRZ-Anfrage habe er Zeit, sagt er, seufzt aber, als er erfährt, worum es geht. „Das ist ein leidiges Thema“, sagt Zech, angesprochen auf den Umgang mit Fotos bei der nun anstehenden Einschulung.

Denn: Durch den Datenschutz entstehen gerade in Bezug auf das Fotografieren von Kindern neue Fragen. Einige Schulen haben auch in der Region beschlossen, ein Fotografierverbot für die Einschulungsfeiern auszusprechen (die NRZ berichtete). Das wird an der Hagenschule jedoch nicht passieren. „Ein Fotografierverbot werden wir nicht aussprechen“, sagt Zech. „Ich werde allerdings zu Beginn der Feier einen eindringlichen Appell an die Eltern richten, damit sie möglichst nur ihr eigenes Kind fotografieren – und sie zudem darauf hinweisen, mit den Fotos sensibel umzugehen, auch was die Veröffentlichung im Netz angeht.“

Rektoren wollen an die Eltern appellieren, sensibel mit Fotos umzugehen

Ähnlich wollen auch die meisten anderen der weiteren befragten Dinslakener Grundschulen vorgehen. „Ich werde darauf aufmerksam machen, dass die Eltern nachfragen sollen, ehe sie ein fremdes Kind fotografieren möchten“, sagt Andrea Köppen, die Leiterin der Bruchschule. „Und darauf, dass die Fotos nicht im Netz veröffentlicht werden sollen.“ Hier allerdings endeten ihre Möglichkeiten, denn: „Mehr als darauf hinweisen, kann ich nicht.“

Genau so sieht es auch Gabriele Büren, die Leiterin der Klaraschule. „Ich werde auf das Persönlichkeitsrecht hinweisen und betonen, dass wir uns alle einen respektvollen Umgang miteinander wünschen.“ Ein Fotografierverbot auszusprechen, kommt für sie nicht in Frage. „Denn wenn ich etwas verbiete, dann muss ich es auch kontrollieren – und das kann ich nicht.“ Auch an der Averbruchschule wird es laut Rektorin Stefanie Maurer kein Verbot geben.

Lediglich die Gartenschule geht unter den befragten Grundschulen einen anderen Weg. Hier wird es laut Schulleiterin Diana Linder ein Fotografierverbot geben, Schilder sollen darauf bei der Einschulungsfeier hinweisen. „Ich kann schließlich nicht kontrollieren, was mit den Fotos passiert“, erklärt Linder. Deshalb habe die Gartenschule sich entschlossen, ein solches Verbot auszusprechen.

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