Luftqualität

Dinslaken: Stickoxid-Werte an allen Stationen nicht kritisch

Ganz schön unscheinbar: Man muss am Laternenmast schon genauer nach oben sehen, um die Messstationen – hier die an der Wilhelm-Lantermann-Straße – überhaupt wahrzunehmen.

Ganz schön unscheinbar: Man muss am Laternenmast schon genauer nach oben sehen, um die Messstationen – hier die an der Wilhelm-Lantermann-Straße – überhaupt wahrzunehmen.

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Umweltbundesamt hat Stickoxid-Werte veröffentlicht. Demnach unterschritt Dinslaken 2018 erstmals an allen Messstationen den kritischen Bereich.

In 25 Städten in NRW waren die Stickoxid-Werte (NO2) im vergangenen Jahr zu hoch. Das hat das Umweltbundesamt (UBA) am Montag bekanntgegeben. Für Dinslaken aber haben die veröffentlichten Messwerte etwas Positives: Im Vergleich zum Vorjahr 2017 lagen die Stickoxid-Werte bei allen drei Messstellen in der Stadt unterhalb des kritischen Bereiches von 40 Mikrogramm.

In Dinslaken gibt es drei Messstellen: an Hans-Böckler-Straße, Hünxer Straße und Wilhelm-Lantermann-Straße. Die Station an der Hünxer Straße weist dabei laut Auswertungen des UBA jedes Jahr die höchsten Werte im Stadtgebiet auf – sie lag 2018 bei 39 Mikrogramm und hat demnach erstmals den Grenzwert von 40 Mikrogramm unterschritten – 2017 waren es noch 41 Mikrogramm.

Die Messstelle an der Hans-Böckler-Straße kam laut UBA 2018 auf 35 Mikrogramm Stickoxide, die Messstelle an der Wilhelm-Lantermann-Straße auf 34 Mikrogramm. Im Vorjahr waren es jeweils noch 36 Mikrogramm.

Werte von Umweltbundesamt und Landesumweltamt unterscheiden sich leicht

Die Stadt hingegen kommt auf leicht andere Werte – weil sie sich auf das Landesumweltamt (Lanuv) bezieht. Demnach lag der Messwert an der Hünxer Straße 2018 bei 39,7 Mikrogramm – 2017 waren es noch 40,2 Mikrogramm, 2016 44 Mikrogramm und 2010 mit 48,5 Mikrogramm gleich deutlich mehr. Die Messstellen an Hans-Böckler-Straße und Wilhelm-Lantermann-Straße kamen 2018 jeweils auf Werte von 34,5 Mikrogramm. Den Grenzwert letztmals überschritten hatten sie laut Lanuv 2013 (40,7 Mikrogramm an der Hans-Böckler-Straße) und 2011 (40,7 Mikrogramm an der Wilhelm-Lantermann-Straße).

„Das Umweltbundesamt weicht in seiner aktuellen Darstellung insofern vom Lanuv ab, als dass es für 2017 für die Messstation an der Hünxer Straße einen etwas höheren Durchschnittswert als das Lanuv meldet“, sagt Stadtsprecher Marcel Sturm. Wie es allerdings zu diesem unterschiedlichen Angaben zwischen Umweltbundesamt und Lanuv käme, sei der Stadt noch nicht bekannt.

Der Pro-Kopf-Ausstoß wird anders berechnet

Und es gibt noch eine Grundlage, auf der die Stadt die Emissionen berechnet: pro Kopf. Beim Antwortschreiben bezüglich des Radparkhauses teilte die Verwaltung deshalb dem Bund der Steuerzahler beispielsweise mit, dass „der Ausstoß von CO2 und CO2-Äquivalenten pro Kopf in Dinslaken deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt“ liege (die NRZ berichtete). Hier habe man aber eben auch die Äquivalente, wie zum Beispiel Methan, in die Berechnung einfließen lassen. Und nicht bloß die Ergebnisse an einer stationär aufgebauten Messstelle.

Die Berechnung des Pro-Kopf-Ausstoßes werde über ein spezielles Programm von Eco-Region durchgeführt, erklärt Sturm. „Hier kommen verschiedenste Parameter zum Einsatz (anders als bei der Messstation), unter anderem die Einwohnerzahl, die Zahl der Beschäftigten, die Zahl der zugelassenen Pkw, öffentliche Verkehrsmittel, Stromverbrauch, Energieverbrauch Heizungen.“

>>AKTIONEN ZUR VERRINGERUNG DES CO2-AUSSTOSSES

  • 2009 ist die Stadt Dinslaken dem Klima-Bündnis der europäischen Städte beigetreten. Ebenfalls 2009 hat die Verwaltung damit begonnen, die Straßenlaternen auf LED-Technik umzustellen.
  • 2012 wurde der Strom städtischer Liegenschaften auf Ökostrom umgestellt. Seit 2013 gibt es das „Integrierte kommunale Klimaschutzkonzept“ mit CO2-Bilanz.
  • 2014 hat die Verwaltung E-Dienstautos angeschafft, seither werden auch die Schulgebäude unter anderem energetisch saniert. 2015 wurden die ersten E-Ladestationen im Stadtgebiet errichtet.
  • 2016, 2017 und 2018 gab es Veranstaltungen, Beratungen und Bildungsprojekte, die Bürger für die Verringerung des CO2-Ausstoßes sensibilisieren sollten.

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