AMPELMÄNNCHEN

Dinslaken soll zwei Bergmannsampeln bekommen

Dinslaken soll Bergmannsampeln bekommen. Das sieht ein Vorschlag der Stadtverwaltung vor.

Dinslaken soll Bergmannsampeln bekommen. Das sieht ein Vorschlag der Stadtverwaltung vor.

Foto: Christophe Gateau

Dinslaken.   In der Dinslakener Innenstadt sollen Bergmannsampeln installiert werden. Diese Standorte schlägt die Stadtverwaltung dafür vor.

Duisburg hat sie, Kamp-Lintfort hat sie – nun soll mit Dinslaken ein weiterer ehemaliger Bergbaustandort die Bergmannsampel, die Ruhrpottvariante der Berliner Ampelmännchen – bekommen. Das sieht eine Vorlage der Stadtverwaltung für die nächste Sitzung des Ausschusses für öffentliche Sicherheit, Ordnung und Verkehr vor.

Der Vorschlag kam von der SPD

An der Neustraße/Friedrich-Ebert-Straße sollen künftig Bergmännchen die Fußgänger in die City leiten, ebenso am Übergang der Wilhelm-Lantermann-Straße zwischen Stadthaus und Bahnhof. Die Idee geht auf einen Antrag der SPD aus dem vergangenen Jahr zurück. Mit den Bergmannsampeln solle die Stadt an die fast 100-jährige Geschichte des Dinslakener Bergbaus erinnern, begründete der SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Buchmann den Vorschlag. Die Zeche in Lohberg habe 2005 geschlossen, in Spitzenzeiten seien hier bis zu 5000 Menschen beschäftigt gewesen.

Die Bezirksregierung äußerte Bedenken

Die Stadtverwaltung hat bei der ersten Diskussion im Dezember noch auf einen Erlass der Bezirksregierung verwiesen. Die sah die zunehmende Umstellung von Ampeln auf andere Sinnbilder kritisch. Abweichungen von den landeinheitlichen Regelungen müssten „hinreichend und nachvollziehbar“ begründet werden.

Die Verkehrssicherheit dürfe nicht gefährdet werden, hieß es im Dezember, als das Thema auf der Tagesordnung des Stadrates stand. „Die Lichtzeichen für Fußgänger müssen in jedem Fall eindeutig erkennbar und begreifbar sein und dürfen nicht mit den für andere Verkehrsteilnehmenden geltenden örtlichen Lichtzeichen verwechselt werden.“ Wer von den üblichen Ampelbildern abweiche, müsse im Falle eines Unfalls aufgrund der Ampelbilder die Haftung übernehmen. In Wesel führte das dazu, dass die Esel-Ampeln nur begleitend zu konventionellen Ampeln aufgestellt werden.

Die Bergmännchen sind größer als die üblichen Ampelbilder

Dass Fußgänger das Symbol fehldeuten könnten, hält die Stadtverwaltung für eher unwahrscheinlich. Auch für Kinder sei „erkennbar, dass mit

unterlegtem roten Licht das Sinnbild des Bergmanns zum Stehenbleiben auffordert und bei grün hinterlegtem Licht die Kreuzung überquert werden kann.“ Menschen mit einer Sehbehinderung „erfassen das Sinnbild im gleichen Umfange wie das ursprüngliche Sinnbild.“ Das Bergmännchen sei nach den Angaben des Herstellers vom Umfang her auch größer als das Sinnbild des stehenden Fußgängers – nämlich ca. 70 (rot) bzw 74 Zentimeter (grün) statt 48 Zentimeter wie die konventionellen Ampelfiguren.

Diese Bedingungen muss der Standort erfüllen

Nicht jeder Standort kam für die Ampeln infrage: Weil weder Kreis noch Straßen NRW einer Umstellung ihrer Ampeln in Dinslaken zustimmen würden, mussten es städtische ,Ampeln sein. Auch Ampeln, die zusätzlich einen Radfahrer anzeigen, fielen aus. Am Bahnhof und der Fußgängerzone passte alles - zudem seien beide Standorte von Fußgängern stark frequentiert, „so dass die Bergmannsampel auch von vielen Personen wahrgenommen werden kann“, so die Stadtverwaltung in der Vorlage.

Die erste Bergmannsampel wurde in Duisburg aufgebaut

Die erste Bergmannsampel wurde im Oktober vergangenen Jahres in Duisburg aufgestellt. Die Idee stammt von der Duisburger Journalistin Kathrin Hänig, umgesetzt wird die Sonderanfertigung von der Duisburger Agentur Media Team.

Das sind die Kosten

Die Lizenzgebühren für eine Ampelanlage (also ein Fußgängerüberweg mit zwei Ampeln) liegen bei 200 Euro, bei zwei Ampelanlagen liegen sie bei 150 Euro je Anlage, bei drei Anlagen bei 100 Euro pro Paar.

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