Jugendliche

Dinslaken bekommt 522.000 Euro für die Jugendförderung

Stadt Dinslaken, Kinderschutzbund und Diakonie stellten das Projekt „Jugend stärken im Quartier“ in Lohberg vor.

Stadt Dinslaken, Kinderschutzbund und Diakonie stellten das Projekt „Jugend stärken im Quartier“ in Lohberg vor.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Der Europäische Sozialfonds verlängert das Projekt „Jugend stärken im Quartier“. Jugendliche werden beim Übergang von Schule zu Beruf unterstützt.

Der Europäische Sozialfonds für Deutschland (ESF) unterstützt das Projekt „Jugend stärken im Quartier“ mit 522.000 Euro. Dinslaken war 2016 eine der ersten Kommunen, die das Projekt beantragt hat. Die Förderung wäre nun ausgelaufen, wurde aber um drei weitere Jahre verlängert.

Das ist das Ziel

„Jugend stärken im Quartier“ will junge Menschen zwischen zwölf und 26 Jahren beim Übergang von der Schule zum Beruf unterstützen. Dafür engagieren sich in Dinslaken zwei Träger, die für dieses Projekt kooperieren: der Deutsche Kinderschutzbund mit dem Jugendquartiersmanagement an der Hauerstraße 14 in Lohberg und die Diakonie mit dem Jugendbildungsbüro am Bahnhofsplatz.

Weil die Mittel ausschließlich in Stadtteilen mit besonderem Förderbedarf fließen, gilt die Förderung für Jugendliche aus Lohberg, der Innenstadt und dem Blumenviertel. Natürlich unterstützen die Träger auch junge Menschen aus anderen Stadtteilen – die gehen dann aber nicht in die Statistik ein. Denn die geförderten Kommunen müssen dem ESF die erfolgreiche Verwendung der Mittel nachweisen: Innerhalb von drei Jahren müssen die Träger 300 Jugendliche erreicht und 160 in Ausbildung oder Beruf vermittelt haben. Im ersten Förderzeitraum von 2016 bis 2019 hat Dinslaken diese Quote erfüllt, berichtet Holger Mrosek (Sozial- und Jugendhilfeplanung der Stadt Dinslaken).

Das wird gemacht

Die Träger kooperieren in Sachen Berufsorientierung oder Bewerbungstraining mit der Friedrich-Althoff-Schule (FAS), dem Berufskolleg, der Ernst-Barlach-Gesamtschule (EBGS) und dem Gustav-Heinemann-Schulzentrum (GHZ).

In den Anlaufstellen in Lohberg und am Bahnhof werden die jungen Menschen außerdem individuell beraten. Welche Stärken haben sie, die man in einen Beruf einbringen kann, wie bewirbt man sich, was ist für ein Vorstellungsgespräch wichtig? Die Berater begleiten die Jugendlichen bis in den Beruf hinein, stehen auch danach zur Seite und vermitteln bei Bedarf auch an andere Stellen – Schuldnerberatung oder Schwangerschaftsberatung. Die Vernetzung sei bei den Kommunalen Präventions- und Bildungsketten enorm wichtig, betont Sozialdezernentin Christa Jahnke-Hortmann.

Auch einzelne Projekte für den jeweiligen Stadtteil werden umgesetzt: Mit einer Gruppe Holz-Pflanzgefäße für den Marktplatz bauen etwa.

Die Vorstellungen, die die jungen Menschen auf der Suche nach dem richtigen Beruf mitbringen, seien mitunter etwas vage, berichtet Jugendquartiersmanager Martin Kempken. „Irgendetwas mit Metall“ zum Beispiel. Oder: „Vater hat gesagt, ich soll zu Thyssen gehen, da wird gut bezahlt.“

Ausflug ins Gefängnis

Um mit ganz abstrusen Vorstellungen aufzuräumen, gehen die Partner auch ungewöhnliche Wege: Weil es tatsächlich Jugendliche gebe, die ihre berufliche Zukunft in Drogenverkauf oder Zuhälterei sehen, hat eine Gruppe einmal einen Ausflug in die JVA Hamborn gemacht und sich dort mit einem Dinslakener unterhalten, der unter anderem wegen Drogenhandels und schwerer Körperverletzung einsaß. Er erzählte vom eintönigen Knastalltag und dass während seiner Haft sein Kind geboren wurde – das er nicht sehen dürfe, weil das Opfer der Körperverletzung seine Lebensgefährtin gewesen sei. Die Jugendlichen seien danach sehr still gewesen, berichtet Holger Mrosek.

Hier sind die Ansprechpartner

Das Jugendquartiersmanagement des Deutschen Kinderschutzbundes ist an der Hauerstraße 14 zu finden und ohnehin beliebter Treffpunkt für Jugendliche. Ansprechpartner sind Martin Kempken und Phil Benninghoff. Sie sind unter 02064/8262760 sowie justiq@kinderschutzbund-dinslaken-voerde.de zu erreichen und kooperieren auch mit der Schülerpersonalagentur.

Das Jugendbildungsbüro der Diakonie ist am Bahnhofsplatz 6 zu finden. Ansprechpartner sind Zeynep Özel (02064/6064910, zeynep.oezel@diakonie-din.de) und Marius Köhler (marius.koehler@diakonie-din.de).

Weitere Angebote für Jugendliche sind auf der Seite www.jugendkompass-dinslaken.de zu finden.

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