Musik

Die Dinslakener Kultband „Imagine“ wird 30 Jahre alt

Vier Freunde: Frank Dorittke, Artur Linke, Horst Juhst und Gilbert Steffan sind die Rockband Imagine.

Vier Freunde: Frank Dorittke, Artur Linke, Horst Juhst und Gilbert Steffan sind die Rockband Imagine.

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Am 31. Oktober feiert die Dinslakener Rockband ihren runden Geburtstag mit einer Halloween-Party und Konzert an der Trabrennbahn.

Wie soll man diese vier Musiker ankünden? Vielleicht so: Stell dir eine Band vor, die ihren alten Rockidolen nacheifert, während alle anderen Grunge oder Techno spielen. Die unbeirrt noch 30 Jahre später mit eigenen Liedern gegen alle modischen Trends ihren Weg geht. Du meinst, ich würde träumen? Nun, da bin ich nicht die einzige. Ihre Fans sind geblieben und deren Kinder kamen dazu. Und bei den Konzerten sind alle eine große Gemeinschaft. Diese deutschen Zeitungszeilen sind John Lennons „Imagine“ nachempfunden.

Fünf Überraschungsgäste feiern mit

Und um Imagine geht es natürlich auch im Folgenden: Wenn Horst Juhst, Frank Dorittke, Artur Linke und Gilbert Steffan am Donnerstag, 31. Oktober, ab 19 Uhr im Tribünenhaus der Trabrennbahn mit ihren Fans Halloween feiern, steht ihr großes Jubiläumskonzert zum 30-jährigen Bestehen der Band im Mittelpunkt. Wer die fünf Überraschungsgäste des Konzertes für die ganze Familie sein werden, wird noch nicht verraten. Aber es stehen 30 Lieder aus 30 Jahren in chronologischer Reihenfolge auf der Setlist, „es wird eine Reise durch 30 Jahre Imagine“, verspricht die Band. Eine Reise, die 1989 begann und zu Beginn durch so kleine Clubs führte, dass „wir den Ruß unserer Pyrotechnik im Mund hatten und die Toilettensteine von den WC bis auf die Bühne riechen konnten“, so Horst Juhst. Erinnerungen, die er im brandneuen Song „Heroes“ verarbeitet.

„Imagine“sind ihrem Stil treu geblieben

Und es sind frische Erinnerungen, „die 30 Jahre kommen mir vor wie fünf“, erklärt der Sänger beim Gespräch im bandeigenen Proberaum. Und wieder möchte man die Beatles zitieren, deren Konterfeis Horst Juhst gleich in mehreren Varianten auf seinen Armen tätowiert trägt. Aber ist es bei Sgt. Pepper’s die Musik der Kapelle, die mal mehr und mal weniger im Trend liegt, war und ist es bei Imagine genau umgekehrt. Trends kamen und gingen seit 1989, Imagine sind immer ihrem Stil treu geblieben und das haben ihnen ihre Fans und inzwischen die nächste Generation gedankt. Der Grund dazu liegt in der Kombination zweier Eigenschaften, die Imagine auszeichnen.

Zum einen ist es der Respekt vor den Vorbildern. Es sind die großen, heute „klassischen“ Rockbands. Sie waren die Messlatte, sie sind bis heute die musikalischen Paten. Aber gleichzeitig haben Imagine immer auf ihre Eigenständigkeit geachtet. Sowohl was den Sound betrifft, als auch das Songwriting. „Wir wollten nie eine Coverband sein. 90 Prozent sind unsere eigenen Stücke. Und wenn wir covern, dann in unserem eigenen Stil.“ Ein Anspruch, der für Horst Juhst schon bei der Motivation beginnt, überhaupt Musik zu machen: „Wenn ich ein Instrument erlerne, muss es doch mein Ziel sein, eigene Songs zu schreiben, mich selbst zu verwirklichen.“

Stolz auf vierstimmigen Gesang

Wobei mit dem Instrument auch die Stimme selbst gemeint ist. Die vier Bandmitglieder sind neben den spielerischen Fähigkeiten stolz auf ihren vierstimmigen Gesang, der den Sound von Imagine mitprägt. Mitprägt, weil es auch die Stimme von Horst Juhst ist, die Imagine unverwechselbar macht. Dreieinhalb Oktaven umfasste sie, als er – ohne Notenkenntnisse – fünf Jahre lang Gesangsunterricht bei dem amerikanischen Opernsänger Dennis Sinclair nahm. Atemtechnik, Stimmbildung – nicht ganz ohne Stolz sagt Juhst über sich und seine Bandkollegen, dass sie die Mischung von „Handwerk und Talent“ auszeichne.

Wohnzimmerkonzerte bleiben

Vier Musiker, vier Freunde. Handgemachter Rock. Frank Dorittke bringt in die Studioproduktionen seine Erfahrung als Spezialist für Elektronische Musik ein, aber für die Liveauftritte werden die Songs für die klassische Vierer-Besetzung mit zwei Gitarristen, Bass und Schlagzeug umarrangiert. So wie für das Jubiläumsjahr 2019 Akustik-Sets vorbereitet wurden, mit denen sich Imagine von ihren Fans für „Wohnzimmerkonzerte“ buchen lassen wollte (die NRZ berichtete). „Nun, die Wohnzimmer stellten sich zumeist als Gärten oder Partykeller heraus“, schmunzelt Juhst. Aber bei diesen Anlässen, zumeist Geburtstagsfeiern, war die Mund-zu-Mund-Propaganda der 15 bis 100 Partygäste im Anschluss so groß, dass Imagine das Angebot über das Jahresende hinaus fortsetzen werden: „Das Akustik-Set spielen und dann mit den Fans noch ein Bierchen trinken: Das macht einfach Spaß.“

Die Band war auch im letzten Jahr im Studio aktiv und beschenkt sich und die Fangemeinde mit einem Doppelalbum. Auf „30 Jahre, 30 Songs“ findet man nicht nur neue Einspielungen von Imagine-Songs aus drei Dekaden, auch drei bislang unveröffentlichte Stücke zeugen von der stilistischen Vielfalt, die die Band innerhalb ihres typischen Stils auslotet. Als Gastmusiker ist Horst Juhsts Sohn Sean mit dabei.

Karten für den Halloween-Auftritt mit Konzert und After-Show-Party im Tribünenhaus der Trabrennbahn gibt es für 16 Euro bei Medimax und über www.imagine-music.de oder für 18 Euro an der Abendkasse. Gäste dürfen sich gerne kostümieren.

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