Der Dauerbrenner zwischen den Adventskerzen

Foto: Jochen Emde/Funke Foto Services

Dinslaken.   Rückblickend wird man 2016 wohl als ein Jahr der gravierenden Veränderungen in der Welt wahrnehmen. Aber dem steht gegenüber, dass es bei Pont Neuf immer etwas anders ist. Das Trio, das im letzten Jahr noch darüber gesprochen hat, geradezu ein Kneipenkiller zu sein, hat das Maaß, ausnahmsweise, mal nicht kaputt gekriegt. Gestern wurde am Neutor „Folk am Fierten“ gefeiert. Fast so wie immer. Vor der Begrüßung „unserer schwierigen Nachbarn“, den Niederländern, in der Landessprache setzte sich Volker Bellingröhr den Plüsch-Wolfskopf auf. Und zum Schluss mussten Axel Wolff und Gerd Goch als die Neuen vom Maaß mit auf die Bühne und zu „Guantanamera“ rasseln.

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Rückblickend wird man 2016 wohl als ein Jahr der gravierenden Veränderungen in der Welt wahrnehmen. Aber dem steht gegenüber, dass es bei Pont Neuf immer etwas anders ist. Das Trio, das im letzten Jahr noch darüber gesprochen hat, geradezu ein Kneipenkiller zu sein, hat das Maaß, ausnahmsweise, mal nicht kaputt gekriegt. Gestern wurde am Neutor „Folk am Fierten“ gefeiert. Fast so wie immer. Vor der Begrüßung „unserer schwierigen Nachbarn“, den Niederländern, in der Landessprache setzte sich Volker Bellingröhr den Plüsch-Wolfskopf auf. Und zum Schluss mussten Axel Wolff und Gerd Goch als die Neuen vom Maaß mit auf die Bühne und zu „Guantanamera“ rasseln.

Dazwischen erlebten die Gäste das, was sie bei „Folk am Fierten“ erwarten: Irish Folk und Shanties, gemischt mit französischen Chansons, weihnachtlichem Liedgut vergangener Jahrhunderte und Mitmach-Aktionen, die seit ebenfalls gefühlten Jahrhunderten ritualisiert sind.

„Noch nicht mitklatschen“, rügt Volker Bellingröhr vorwurfsvoll die Eingeweihten. „Ihr müsst erst verwundert gucken, wenn ich sage, streckt den linken und dann den rechten Arm nach vorne...“ Okay, diese Ansage ist neu. Die Eingeweihten gucken verwundert.

Sehr früh im Programm wird in diesem Jahr dem „Toten des Jahres“ gedacht. Eine Rubrik, für die es in den letzten zwölf Monaten vom Tod von Lemmy Kilmister bis Leonard Cohen zu viele Nominierte gab (Bellingröhr kann es sich nicht verkneifen, zu denen, die uns verlassen haben, auch die Briten an sich zu zählen). Die Wahl von Pont Neuf fiel auf Manfred Krug: „Spiel mir eine alte Melodie“.

Stefan Lücking singt „Port de Amsterdam“, vor 20 Jahren begann Pont Neuf schließlich als Chanson-Duo. Thomas Baumann kalauert, das französische Walfängerlied natürlich auf Walisisch zu singen. „Finnegan’s Wake“ bleibt im Ruhrgebiet, auf Kalle Kowalskis vermeintliche Beerdigung sorgt das Publikum in verteilten Rollen für „Streuselkuchen“ und „Doppelkorn“, bevor das Bier durch den Saal zischt.

Das Bier zischt auch an den Stehtischen. Trotzdem kommt das Klatschen auf der vierten Zählzeit im Lied „The Belle of Belfast City“ dieses Jahr vom Publikum verblüffend präzise. Es sind halt die kleinen Abweichungen in der „ewigen Wiederkehr des Gleichen“, dass „Folk am Fierten“ ein Dauerbrenner zwischen den Adventskerzen bleibt.

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