Heimatpreis

An diese Vereine ging der erste Dinslakener Heimatpreis

Heinz-Jürgen Klees (Heimatverein Oberlohberg, v.l.), Sepp Aschenbach (HV Eppinghoven), Ronny Schneider (HV Dinslaken) und Dr. Thomas Becker (HV Land Dinslaken), bei der Verleihung des 1. Dinslakener Heimatpreises, überreicht von Bürgermeister Dr. Michael Heidinger (re).

Heinz-Jürgen Klees (Heimatverein Oberlohberg, v.l.), Sepp Aschenbach (HV Eppinghoven), Ronny Schneider (HV Dinslaken) und Dr. Thomas Becker (HV Land Dinslaken), bei der Verleihung des 1. Dinslakener Heimatpreises, überreicht von Bürgermeister Dr. Michael Heidinger (re).

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Dinslaken.  Vier Vereine zeichnete die Stadt Dinslaken mit dem Heimatpreis aus. Es gab 14 Bewerbungen, die ihn laut Michael Heidinger alle verdient hätten.

Kaum ein Begriff wird so hochemotional, rational oder politisch behandelt wie der der Heimat. Und um ihren Worten gerecht zu werden, begab sich Bibliothekarin Edith Mendel bei der Verleihung des 1. Dinslakener Heimatpreises auf einen literarischen Streifzug zum Thema Heimat. Ob Biermann, Hüsch oder Tucholsky, ein jeder sah die Heimat auf seine ganz ureigene Weise, mal als Mahnung, mal lyrisch, mal kurios, doch immer fühle man die Liebe zur eigenen Heimat heraus. Denn, wie bei Tucholsky, liebt auch der seine Heimat, der sie durchaus kritisiert.

Die Preisträger des ersten Dinslakener Heimatpreises, die Heimatvereine, decken durchaus schon mal kritische Punkte in ihrer Heimatstadt auf – das haben sie immer getan, darum, so Bürgermeister Dr. Michael Heidinger in seiner Laudatio am Samstag im Ratssaal, wurden sie einst gegründet. Heimat sei eine Form der Identität, sie könne Freundschaft aber auch Ausgrenzung, die keiner wolle, bedeuten, so Heidinger. Der Begriff Heimat sei lange verpönt gewesen. Als die Landesregierung den Heimatpreis ins Gespräch brachte, da war es die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Dinslaken, die ihn auch für Dinslaken ausloben wollte. Der Rat schloss sich an.

Insgesamt gab es 14 Einreichungen für den Preis

14 Einreichungen habe es gegeben, „alle waren wichtig, alle hätten ihn verdient“, so der Bürgermeister. Die Jury hatte es sich nicht einfach gemacht, doch letztendlich waren sich alle einig: Der Preis dotiert mit 5000 Euro sollte zu gleichen Teilen und ohne Abstufung an die vier Dinslakener Heimatvereine gehen, die sich bereits seit Jahrzehnten um ihre Stadt, um ihre Heimat verdient machten, so Heidinger.

Da sei der Heimatverein Land zu nennen, als Verschönerungsverein 1911 gegründet. Der Stadtpark, das Burgtheater, der Bahnhof und das Freibad Hiesfeld seien unter seiner Ägide entstanden. 1930 erweiterte der Verein seine Aufgaben auf Land Dinslaken, heute repräsentiert er als Dachverband der einzelnen Heimatvereine und heimatverbundenen Institutionen rund 2500 Frauen und Männer, die sich in den verschiedenen Vereinen engagieren. Er engagiert sich für die Rotbachroute, vergibt seit 1990 den „Dinslakener Pfennig“, ihm habe man die Wasserspiele auf der Duisburger Straße und das Entenrennen zu verdanken, nur um einiges zu nennen, berichtet Michael Heidinger.

Idee für Dinslakener Heimatverein entstand bei einer Feier der Pumpennachbarschaft

1950 entstand die Idee für den Dinslakener Heimatverein bei einer Feier der Pumpennachbarschaft, 1951 wurde der Verein offiziell gegründet. Die Pumpenmarie, der Ehrenrentmeister, die jährlich gewählt werden, sind aus dieser Idee entsprungen. Dem Verein verdankt die Stadt den Martinszug, die Niederrheinische Kaffeetafel, die stadthistorischen Vortragsreihe sowie zahlreiche Stadtführungen zu verschiedenen Themen.

Im selben Jahr, 1951, gründete sich auch der Heimatverein Eppinghoven als Interessenverein für die Eppinghovener, die, wie Sepp Aschenbach bei der Preisentgegennahme launig berichtet, damals dreigeteilt war. Der größte Teil gehörte zu Walsum, ein weiterer Teil zu Voerde, der kleinste Teil zu Dinslaken. Das habe immer wieder zu den kuriosesten Situationen geführt, wenn sich die Feuerwehren nicht einig wurden, ob Walsum oder Voerde für den Brand zuständig seien. Da gab es zwei verschiedene Hundesteuerverordnungen, zwei Müllabfuhren. Heute aber, zu Dinslaken gehörend, kümmere man sich um Brauchtum und ein gutes Willkommen für die neuen Bewohner.

Der jüngste unter den Dinslakener Heimatvereinen ist der aus Oberlohberg. Gerade einmal zehn Jahre alt hat er sich der Erhaltung der landwirtschaftlichen Tradition und der heimatlichen Mundartpflege verschrieben. Und da, wie Dr. Thomas Becker vom Heimatverein Land trefflich bemerkte, Vereine nur so gut seien, wie die Menschen die dahinterstehen, gebühre der Preis all denjenigen, die sich in den einzelnen Heimatvereinen engagieren. Für die musikalische Untermalung beim Festakt sorgte in beeindruckender Weise das junge Trio Trifolium.

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