Fragen und Antworten

Zu wenig Kitaplätze: Politiker fordern Kreativität

Der Kita-Standort am Meisenweg in Ickern.

Foto: Foto Fritsch

Der Kita-Standort am Meisenweg in Ickern. Foto: Foto Fritsch

Ickern.  Den erheblichen Fehlbedarf an Kitaplätzen wird auch der geplante Kita-Neubau am Meisenweg in Ickern nicht stopfen können. Die Ampel-Koalition hat für die Sitzung des Jugendhilfeausschusses (JHA) am Donnerstag, 16. November, einen richtungsweisenden Beschlussvorschlag auf den Weg gebracht. Wir haben die Fragen und Antworten dazu.

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Wie viele Plätze fehlen im seit August laufenden Kindergartenjahr?

Nach Angaben der Koalition rund 180 Plätze für Kinder über drei Jahre. Nach bisherigem Planungsstand für das Kita-Jahr 2019/20 gibt es im Wohnbereich Mitte ein Minus von 105 und im Süden ein Minus von 85 Plätzen.

Es gibt seit langem in der Politik den Konsens, dass mindestens zwei neue Kitas gebaut werden sollen. Warum dauert das alles so lange?

Im Fall der Kita am Meisenweg sollte im Sommer 2018 Eröffnung gefeiert werden. Das wird nichts. Im Mai hatte die Stadt davon gesprochen, dass die Abstimmungsgespräche an Fahrt aufgenommen hätten. Stand jetzt soll der Baustart immer noch nicht terminiert sein. Nach Informationen unserer Zeitung steht im Dezember noch ein weiteres Gespräch der Beteiligten an.

Der Investor baut die Kita mit ihren 25 U3-Plätzen und ihren 61 Ü3-Plätzen nicht aus caritativen Gründen, sondern möchte damit Geld verdienen. Die Rede ist von einem neuen Bebauungsplan für das städtische Grundstück, damit auch Wohnbebauung realisiert werden kann. Im Jugendhilfeausschuss am 27. Juni hatte Caritas-Vorständin Veronika Borghorst gesagt: „Es gibt einen Investor, zurzeit laufen die Abstimmungsgespräche mit der Stadt. Es ist noch nichts unterschrieben. Aber wir arbeiten fleißig daran. Der Architekt meint, wenn wir im Januar 2019 fertig würden, dann wäre das das Optimum. Das ist aber sportlich – dann müsste das Thema bei allen Leuten in der Stadtverwaltung oberste Priorität haben.“

Was möchte die Koalition im JHA erreichen?

Die Verwaltung soll den Auftrag aus dem Fachgremium bekommen, dem JHA in seiner dann nächsten Sitzung ein Konzept vorzulegen. Dabei dreht es sich inhaltlich darum, mit welchen Maßnahmen das gesamtstädtische Platzdefizit abgebaut werden kann. Dabei sollen sowohl kurzfristige Übergangslösungen dargestellt als auch mittel- bis langfristige Maßnahmen konkretisiert werden.

Wie könnte so etwas aussehen?

„Dabei sind kreative Ideen gefragt“, sagt Sebastian John (SPD), Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, auf Anfrage unserer Zeitung. Man brauche spätestens in der ersten Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Jahr 2018 konkrete Planungen. Es könnte sich auch um Übergangslösungen handeln. Kinder und Eltern seien schließlich auf Kita-Plätze angewiesen. SPD-Fraktionschef Daniel Molloisch sagt: „Man sieht ja am Beispiel Meisenweg, wie lange es dauern kann, bis die Sache rund ist.“

In der Kita-Landschaft haben die Fraktionen zum Wohl der Beteiligten immer an einem Strang gezogen. Was sagt die CDU zur Kita am Meisenweg?

„Wir wollen wissen, wie und wann es dort weitergeht“, sagt CDU-Partei- und Fraktionschef Michael Breilmann. In der nächsten JHA-Sitzung soll ein Sachstandsbericht erbeten werden. Die CDU meint, dass die Stadt sowohl ein Interesse an der Errichtung der Kita als auch an der Vermarktung des Grundstücks für ein Wohnbauvorhaben haben sollte.

In den Kitas soll zum Teil der Baum brennen, weil die Gruppenstärke bis zum absoluten Limit hinaufgesetzt worden ist.

Das stimmt. Stadt und auch andere Träger versuchen so, die fehlenden Plätze zu kompensieren, um ihrer Verantwortung gerecht zu werden und absolute Notfälle zu verhindern. Die Überbelegungen sind aber weder Personal noch Kindern noch Eltern längerfristig zuzumuten. So hat das auch die Ampelkoalition in ihrem Antrag formuliert.

Was sagt die Stadt zum Thema Kita am Meisenweg?

Eine angefragte offizielle Stellungnahme zum Zeitplan hat unsere Zeitung (noch) nicht bekommen. JHA-Chef John sagt: „Wir hätten uns die Entwicklung am Meisenhof schneller gewünscht, Träger (in diesem Fall die Caritas), Investor und Verwaltung sollten da jetzt zügig vorankommen.“ „Zügiges Vorantreiben“ erwartet auch die CDU.

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