Interview mit Eisbahn-Betreiber

Wird Castroper Schlittschuhbahn ein Erfolg, Peter Koczy?

Peter und sein Sohn Nils Koczy betreiben die Schlittschuhbahn in Castrop. „Abwarten, wie die Resonanz ist“, sagt Peter Koczy, der Unternehmens-Chef. „Aber wenn man es nicht probiert, kann man auch nicht sagen, wie es sein wird.“

Foto: Tobias Weckenbrock

Peter und sein Sohn Nils Koczy betreiben die Schlittschuhbahn in Castrop. „Abwarten, wie die Resonanz ist“, sagt Peter Koczy, der Unternehmens-Chef. „Aber wenn man es nicht probiert, kann man auch nicht sagen, wie es sein wird.“ Foto: Tobias Weckenbrock

Castrop.  Die Schlittschuhbahn wird aufgebaut: Neben dem Adventszelt steht in diesem Jahr ein zweites großes Zelt auf dem Altstadtmarkt. Am Rande des Aufbaus sprachen wir am Donnerstagmittag mit Betreiber Peter Koczy aus Dorsten. Wird das ein Erfolg, Herr Koczy?

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Herr Koczy, Sie sind dafür verantwortlich, dass Castrop-Rauxel eine Schlittschuhbahn bekommt. Was haben Sie genau vor?

Wir (zur Homepage der Firma Kozcy Events) wollen Kindern, jungen Leuten, auch Erwachsenen vor allem durch die Eisstockbahn in den paar Wochen bis zum 30.12. Spaß zu bieten. Die Bahn ist 10 mal 20 Meter groß. Es handelt sich um eine ökologische Eisbahn, sprich: kein Natur-, sondern Kunsteis. Dabei ist die Kunst, dass man mit Schlittschuhen, die gut geschliffen sind, dieselben Effekte erzielt wie auf einer echten Eisbahn. Nur der Posten Strom fällt dann weg - ein Kostenfaktor, der nach oben offen ist - da kommt es auf die Temperaturen an. Man hat ja schon mal 15 Grad im Dezember.

Das heißt: Die Technologie haben Sie, den Untergrund haben Sie, dass das gut funktioniert?

Die Platten haben wir selbst angemietet. Sie sind 2x1 Meter groß, haben 21 Millimeter Dicke und werden im Verbund verlegt. Rundherum bauen wir eine Bande auf. Es sieht aus - und das werden sie zum Start auch sagen - wie eine ganz normale Eisbahn.

Firmen können Schlittschuhbahn mieten

Und macht auch genauso viel Spaß?

Das wollen wir hoffen. In den Abendstunden soll es ja so sein, dass ein Eisstockschießen-Wettbewerb geplant ist. Die Zielscheibe wird von oben auf die Fläche projiziert. So kann man einfach am Wettbewerb teilnehmen. Gruppen oder Firmen können aber auch sagen: Nach 20 Uhr miete ich die Bahn für eine Stunde und lass die Mitarbeiter sich dort beim Eisstockschießen vergnügen.

In der Stadt, aus der Sie kommen, hat sich dieser Wettbewerb zu einem richtigen Knaller entwickelt...

256 Anmeldungen haben sie dort schon, glaube ich. (lacht)

Kann man sich davon etwas abschauen?

Eigentlich nicht. Denn die sind auch klein angefangen, mit 20 oder 30 Teams damals. Die Eisbahn dort ist ja auch schon knapp 20 Jahre alt. Entsprechende Erfahrung ist da schon vorhanden. Das wird man so niemals in diesem Jahr hier hinbekommen.

Schlittschuhe ähneln denen beim Eishockey - das hat Vorteile

Was für Schlittschuhe braucht man denn hier? Ganz normale handelsübliche?

Nein, die stellen wir. Wenn Kinder eine Stunde Schlittschuhlaufen, zahlen sie 2 Euro, Erwachsene 3,50 Euro. Leihschuhe sind in dem Preis inklusive. Ich glaube, das ist ein wirklich interessanter Preis, bei dem man mal sagen kann: Gut, ich probiere es mal aus. Es ist ja nicht teuer. Die Schlittschuhe sind Eishockeyschlittschuhen ähnlich. Die Kufe ist nach vorne und hinten abgerundet. Eistänzer haben andere Kufen, mit denen sie bremsen und auf der Spitze stehen. Damit würde man die Platten beschädigen. Und wenn jemand fällt und ein anderer drauf fährt, ist es weniger gefährlich.

Wie kam es denn zur Zusammenarbeit mit dem EUV Stadtbetrieb und Ihnen?

Wir sind empfohlen worden, dann kam es zum Kontakt. Seit März oder April planen wir jetzt schon. Es wurde immer mal wieder etwas verändert. Erst war der ganze Marktplatz geplant, dann etwas kleiner. Der EUV musste die Finanzierung regeln. Denn es ist ja entsprechend teuer. Der Posten Strom ist vorher wegen des Wetters bei echtem Eis nicht zu kalkulieren. Dann hat man sich Angebote eingeholt und ist bei manchen Angeboten wohl doppelt vom Stuhl gefallen. Dann hat man versucht, eine kostengünstigere Alternative zu finden - und wir sind auf diese Sache gekommen.

Wie können Sie das günstiger anbieten?

Wir haben die Platten beim weltweiten Marktführer in Spanien gemietet. Wir bauen sie zwar selbst auf und betreiben sie, aber haben das Equipment gemietet.

So viele Schlittschuhe stehen zur Verfügung

Sie haben aber Fachpersonal während des Betriebs vor Ort?

Ja. Wir haben 120 Paar Schlittschuhe in verschiedenen Größen und hoffen, immer damit hinzukommen.

Wie viele Leute können gleichzeitig auf der Fläche laufen?

So um die 50 Personen. Von der Zeitspanne im normalen Betrieb ist es so, dass wir Schlittschuhzeiten ab 14 Uhr von einer Stunde haben. Dann ist der nächste Beginn um 14.15 Uhr. Benutzer müssen runter oder wieder rauf. Man muss immer gucken, ob die Schlittschuhe in den Größen verfügbar sind. Sie werden gereinigt und geschliffen nach dem Laufen, weil sonst die Laufeigenschaften schlechter werden und die Zufriedenheit der Kunden sinkt.

Einstimmig für neue Castroper Advents-Pläne

Wie finden Sie das Ambiente hier am Marktplatz mit der Nachbarschaft zum Adventszelt?

Das hatte man von Anfang an so ins Auge gefasst. Mal abwarten, wie es angenommen wird. Wie das Adventszelt läuft, das ist keine Frage. Wie das Zelt hinter mir läuft - mal schauen.

„Das fängt beim Wetter an...“

Was glauben Sie? Kann das klappen in Castrop-Rauxel?

Da spielen viele Faktoren mit. Das fängt beim Wetter an: Wenn man wochenlang strömenden Regen hat, will keiner raus.

Winterspaß auf dem Castroper Marktplatz kommt jetzt

Es ist aber überdacht.

Ja, das ist der Vorteil: Hier können Sie die Eisbahn trotzdem nutzen. Wir bieten ja auch Laufstunden ab 11 Uhr für ganze Schulklassen an - für eine Pauschale von 25 Euro kann eine ganze Klasse laufen. Dafür halten wir den Betrieb aufrecht. Abwarten, wie die Resonanz ist. Aber wenn man es nicht probiert, kann man auch nicht sagen, wie es sein wird.

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