Sticker

Neonazi-Propaganda schwappt nach Castrop über

Zu Rechtsextremist Dennis Giemsch, hier bei einer vergangenen rechten Demo in Dortmund, stellen die rechten Aufkleber eine Verbindung her. Archivfoto: Tobias Großekemper

Zu Rechtsextremist Dennis Giemsch, hier bei einer vergangenen rechten Demo in Dortmund, stellen die rechten Aufkleber eine Verbindung her. Archivfoto: Tobias Großekemper

Castrop.  In der Castroper Innenstadt wurden am Mittwochabend Aufkleber mit neonazistischen und islamfeindlich-nationalistischen Parolen an Ladenlokale geklebt. Verantwortlich dafür zeichnet ein im benachbarten Dortmund sehr bekannter Rechtsextremist.

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Islamfeindliche Parolen, nationalistische Aufrufe: Mit mehreren Motiven prangen rechtsextremistische Sticker an Ladenlokalen der Castroper Innenstadt. Als presserechtlich Verantwortlicher ist der Dortmunder Rechtsextremist Dennis Giemsch angegeben.

Der 30-Jährige zählt zum harten und gewaltbereiten Kern der Neonazi-Szene in der Nachbarstadt und gehörte zeitweilig als Angehöriger der Partei "Die Rechte" dem Dortmunder Stadtrat an. In Castrop-Rauxel und im Kreis Recklinghausen gibt es bislang keine aktive Neonazi-Szene.

Dem Staatsschutz bekannt

Zu den Motiven der Aufkleber, im Fachjargon auch "Spookies" genannt, gehören unter anderem ein Foto einer Großmoschee mit den Parolen "Nein zur Islamisierung Europas! Deutschland den Deutschen!" sowie die ehemalige schwarz-weiß-rote Reichsflagge mit einem Drachen sowie der Aufschrift "Combat 18" und "Europa erwache".

Dem Staatsschutz sind Aufkleber und Motive laut Polizeisprecher Michael Franz ebenso bekannt wie der presserechtlich Verantwortliche. "Sie sind geprüft worden, stellen aber inhaltlich keine Straftat dar, sondern halten sich im Graubereich auf", versicherte Franz.

Auch gäben die Spookies im Hinblick auf Sachbeschädigung nichts her. "Sie verursachen keine Substanzverletzung und die ist erforderlich um den Tatbestand der Sachbeschädigung zu erfüllen", zitierte Franz einschlägige Bewertungen von Staatsanwaltschaften. Gleichwohl würden die Vorgänge vom Staatsschutz beobachtet, versicherte Franz. Sein persönlicher Rat an alle, die sich zu Recht ärgerten sei: "Abreißen, wegwerfen, und gut ist."

Anmerkung der Redaktion:

Wir haben uns bewusst entschieden, Fotos der Aufkleber nicht zu zeigen, um der Rechten Szene keinen größeren Raum zu bieten. Die Aufkleber liegen uns in der Redaktion vor.

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