Feuerwehrgewerkschaft

Nach Brand in Ickern: Mehr Personal gefordert

In Castrop-Rauxel wurden bei einem Brand sechs Menschen verletzt.

In Castrop-Rauxel wurden bei einem Brand sechs Menschen verletzt.

Foto: Marcel Kusch (dpa)

Castrop-Rauxel.  Als in der vergangenen Woche ein Mehrfamilienhaus in Ickern in Flammen aufging, konnte die Feuerwehr gerade noch rechtzeitig alle Bewohner retten. Auf Grund der knappen Personalsituation hätte das auch anders ausgehen können, sagt Feuerwehrgewerkschafter Andreas Jedamzik. Er stellt klare Forderungen an die Verantwortlichen.

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"Es ist löblich, dass bei dem Ickerner Hausbrand alle Menschen gerettet werden konnten", sagt Feuerwehrgewerkschafter Andreas Jedamzik anerkennend in Richtung seiner Castrop-Rauxeler Berufskollegen. Doch es hätte aufgrund der knappen Personallage auch in einer Katastrophe enden können, schränkt er ein.

"Es war gut, dass der Brand unmittelbar nach dem Schichtwechsel ausgebrochen ist", stellte der stellvertretende Landesvorsitzende der Deutschen Feuerwehrgewerkschaft (DFeuG) am Mittwoch im Gespräch mit unserer Redaktion fest. Dadurch hätten auch sofort neun Kameraden auf das Löschfahrzeug aufspringen können, die für die Bekämpfung eines solchen Brandes auch unbedingt erforderlich gewesen seien, erklärte Jedamzik.

Keine Zeit für Eigensicherung

Diese stünden aber nicht immer zur Verfügung, weil bisweilen zwei Mann fehlten, die parallel einen Rettungseinsatz fahren müssten. Wie knapp es in Ickern zugegangen sei, zeige die Rauchgasverletzung des Feuerwehrmannes im Löschkorb: "Der hatte nicht einmal mehr Zeit, Eigensicherung zu betreiben", legte Jedamzik dar.

Der Brand in der Kirchstraße sei deshalb eine Mahnung an die Verantwortlichen, die unbedingt erforderliche Personalaufstockung auch zügig in den Angriff zu nehmen. "Die von Feuerwehrdezernent Eckhardt angekündigten neuen acht Auszubildenden sind das Minimum, um die 48-Stunden-Woche durchzusetzen", sagte Jedamzik. Sie seien zwar nach 18 Monaten im Herbst 2018 mit der Brandmeisterausbildung fertig, doch müsse man für jeden noch dreieinhalb Jahre hinzu rechnen, der auch noch die Ausbildung zum Notfallsanitäter draufsattele, rechnete er vor.

Unzureichender Arbeitsschutz

Gleichzeitig widersprach Jedamzik Eckhardt, dass man sich aus finanziellen Gründen mit einem Neubau der Hauptwache Zeit lassen müsse. "Wir finden es sehr bedenklich, den Neubau einer Hauptwache auf die lange Bank zu schieben", sagte Jedamzik. Stattdessen müsse man sofort mit den Planungen anfangen. Was im Übrigen auch für die Gerätehäuser in Habinghorst und Dorf Rauxel gelte.

Grund sei der derzeit völlig unzureichende Arbeitsschutz für die Feuerwehrleute. "Das Krebsrisiko für unsere Einsatzkräfte ist erheblich höher als in anderen Berufsgruppen", stellte der DFeuG-Mann unter Berufung auf neue Studien fest. Deshalb müssten die Dekontaminationsmöglichkeiten an den Standorten verbessert werden, was einen Neubau zur Folge habe.

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