Gericht

Haftstrafe: Frau im Fitnesscenter an die Brust gefasst

Das Amtsgericht hat den "Grapscher" zu einer Haftstrafe verurteilt.

Das Amtsgericht hat den "Grapscher" zu einer Haftstrafe verurteilt.

Foto: Uli Deck/Archiv

Castrop-Rauxel.  Der 37-jährige Angeklagte war schon mehrfach auch wegen sexueller Nötigung vorbestraft. Jetzt muss er ein Vierteljahr ins Gefängnis.

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Der 22-jährigen Angestellten in einem Fitness-Center merkt man noch heute an, wie sehr der Übergriff im August vergangenen Jahres sie geschockt hat. Als sie an jenem Tag das Studio aufschließen wollte, saß ein Mann auf den Stufen vor der Tür.

Sie öffnete zunächst, bedeutete dem Mann dann, dass er den Eingang verlassen müsse. „Da verhinderte er mit einer Stofftasche, dass ich die Tür zumachen konnte, kam in den Laden, drängte mich nach hinten und griff mir an die Brust“, schilderte sie im Zeugenstand. Der Täter sitzt ohnehin schon in Haft.

Die Geschädigte hatte damals umgehend ihren Freund informiert, der sie mit dem Auto Minuten zuvor zum Arbeitsplatz gebracht hatte. „Ich bin zurück, habe den Mann in der Umgebung gesucht und am Busbahnhof gefunden“, sagte er aus. Dort habe ihn die Polizei festgenommen.

Angeklagter hat wohl nie eine Schule besucht

Jetzt saß der Mann auf der Anklagebank. Ein 37-Jähriger, vorgeführt aus dem Gefängnis in Bremen, wo er derzeit eine Haftstrafe verbüßt. Er beteuerte unentwegt seine Unschuld. „Ich habe nichts getan, ich weiß gar nicht, worum es geht“, ließ er eine Dolmetscherin sagen. Nicht nur das Sprachproblem gestaltete die Verhandlung schwierig. Der Angeklagte gab an, nie eine Schule besucht zu haben und Analphabet zu sein. Zu einer körperlichen Beeinträchtigung käme auch wohl eine geistige Einschränkung in Betracht, so der Verteidiger.

Zumindest war das in vorherigen Verfahren Thema. Denn der 37-Jährige hat einige Vorstrafen gesammelt. Quer durch die Republik, von Würzburg über Darmstadt, Köln, Bochum bis nach Hannover, mehrfach schon wegen sexueller Nötigung. Der Mann, der vom Gefängnis im Norden der Republik zunächst in die JVA nach Dortmund und von dort Dienstag in Handschellen zum Amtsgericht nach Castrop-Rauxel gebracht wurde, sitzt derzeit in Haft.

Ein Vierteljahr Gefängnis - ohne Bewährung

Eine halbjährige Haftstrafe, ursprünglich zur Bewährung ausgesetzt, wurde jüngst widerrufen. Die Verhandlung in Castrop-Rauxel endete ebenfalls mit einer Haftstrafe ohne Bewährung. Ein Vierteljahr hatte die Staatsanwaltschaft beantragt und verminderte Schuldfähigkeit berücksichtigt. Der Richter schloss sich dieser Forderung an.

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